Der Vertreter aus der Kreisliga A besiegt den SV Tuna Spor. Bei Türkspor herrscht Unverständnis über den Einsatz von Verbandsliga-Spielern und Echterdingens Coach erlebt ein Auf und Ab.
Die Halbfinalbegegnungen des Fußball-Bezirkspokals Stuttgart/Böblingen stehen fest. Am Mittwoch und Donnerstagabend ermittelten die verbliebenen Teams die Teilnehmer. Der Überblick über die Viertelfinalbegegnungen.
Türkspor Stuttgart – TSV Weilimdorf II 1:4
Bereits am Mittwochabend hatte sich der TSV Weilimdorf II gegen den Staffelrivalen der Kreisliga A Türkspor Stuttgart durchgesetzt. Verbandsliga-Trainer Oliver Stierle hatte erneut mehrere seiner Spieler für die Begegnung der zweiten Mannschaft abgestellt und sprach selbst von einer „1B-Mannschaft“, die in Cannstatt gegen Gastgeber Türkspor auf dem Feld stand. Roman Kasiar, Andrew Addo, Giuseppe Berretta, Tarik Bouich, Matar Njie und Jeffrey Schieber liefen bereits mehrfach in dieser Saison in der Verbandsliga auf.
Nach 30 Minuten hatte der ehemalige Regionalliga- und Oberliga-Spieler Kasiar den TSV Weilimdorf II nach einem Standard in Führung gebracht. Drei Minuten später erhöhte Berretta mit einem schönen Schuss in die Ecke auf 2:0 für die Gäste.
„In der zweiten Hälfte waren wir deutlich besser“, berichtet der Türkspor-Trainer Memik Erdogan. Die Gastgeber vergaben jedoch zunächst mehrere Chancen, ehe Ex-Kickers-Profi Shkemb Miftari auf 1:2 verkürzte. Auch danach waren die Cannstatter Türken nahe am Ausgleich. „Das 1:3 hat uns dann das Genick gebrochen“, sagt Erdogan. Der eingewechselte Denis Windhager drückte einen Freistoß-Abpraller vom Pfosten über die Linie. Später erhöhte Yutaro Takasaki auf 4:1. Takasaki gehört wie der ebenfalls eingesetzte Christian Stagel-Alberto zwar zum Verbandsliga-Kader, kam aber wie dieser in dieser Saison noch nicht zum Einsatz.
Dass acht potenzielle Verbandsliga-Kicker auf dem Feld standen, stößt bei den Gastgebern sauer auf. „Ich finde es nicht okay“, sagt Erdogan. Er wolle das nicht als Grund der Niederlage oder Ausrede vorschieben, dennoch „fällt das natürlich im Spiel auf“.
Tore: 0:1 Kasiar (30.), 0:2 Berretta (33.), 1:2 Miftari (65., Foulelfmeter), 1:3 Windhager (70.), 1:4 Takasaki (78.).
Besonderes: –
Sportvg Feuerbach – TV Echterdingen II 4:8
Ein solches Spiel hat Sascha Blessing auch nur selten erlebt. Das Pokalspiel am Donnerstagabend war für den Trainer des Fußball-Bezirksligisten ein emotionales Auf und Ab. Bereits nach 37 Minuten hatte der Favorit gegen den Kreisliga-A-Vertreter mit 5:0 geführt. „Wir waren im letzten brutal effektiv“, sagt Blessing. Genauer: Jeder Schuss ein Treffer. Doch dann schockten die Feuerbacher mit einem Doppelschlag die Echterdinger. „Wir konnten vor der Pause aber noch einmal gut reagieren und sind dann mit einer vermeintlich komfortablen Führung in die Pause“, berichtet Blessing.
Weil die Echterdinger aber trotz perfekter Chancenausbeute spielerisch weiter nicht ins Spiel kamen und die Feuerbacher alles nach vorne warfen, entwickelte sich ein offener Schlagabtausch. „Wir sind aber immer ruhig geblieben. Mit dem 8:3 war dann der Glaube auch bei ihnen gebrochen“, sagt Blessing, der sein Team noch nie so effizient vor dem Tor erlebt hat.
Im Halbfinale trifft die Landesliga-Reserve damit am 14. April auf den TSV Weilimdorf II. „Das ist natürlich etwas unberechenbar, weil man sich nicht darauf einstellen kann, wer da genau kommt“, sagt Blessing mit Blick auf die in den vergangenen Runden eingesetzten Verbandsliga-Spielern. „Wir wollen aber unser Spiel durchziehen, egal wen sie da am Ende schicken – und den letzten Schritt ins Finale machen“, kündigt er an.
Für die Feuerbacher ist damit der Traum vom Pokalfinale geplatzt. „Der TV Echterdingen hat uns die Grenzen aufgezeigt“, erkennt der Trainer Sven Damnig an. Gegen die temporeichen Außenspieler des Bezirksligisten habe sein Team keine Mittel gefunden. „Wir selbst haben nicht das auf den Platz bekommen, was wir uns vorgestellt haben“, berichtet Damnig. Die vielen Nackenschläge müsse das Team erst einmal verarbeiten, ehe es am Sonntag in der Liga gegen den TSV Mühlhausen bereits weitergeht.
Tore: 0:1 Shalaj (2.), 0:2 Acholonu (5.), 0:3 Boll (21., Foulelfmeter), 0:4 Boll (26.), 0:5 Steyer (37.), 1:5 Simsek (39.), 2:5 Simsek (39.), 2:6 Acholonu (42.), 2:7 Wörne (45.), 3:7 Pranjic (53.), 3:8 Boll (59.), 4:8 Gursch (81.).
Besonderes: Gelb-Rot für Lombardi (85., Feuerbach).
SV Tuna Spor Echterdingen – SV Sillenbuch 2:4
Am Donnerstagabend warf dann der SV Sillenbuch den letzten Kreisliga-B-Vertreter aus dem Pokalwettbewerb. Der Tabellenzehnte der Kreisliga A, Staffel 2, gewann gegen den SV Tuna Spor Echterdingen mit 4:2. „Es war ein gutes Spiel von beiden Mannschaften“, sagt der Sillenbucher Co-Trainer Nico Hering.
Nach dem Führungstreffer von Dennis Dietsche hatte Alper Varay für den Tabellenführer der Staffel 3 der Kreisliga B ausgeglichen. Paul Knorr brachte die Gäste in der 75. Minute mit einem verwandelten Foulelfmeter in Führung. Mit einem Traumtor konnte Alpay Akcay dann jedoch erneut ausgleichen. „Wir hatten Glück, dass wir immer direkt das nächste Tor gemacht haben“, berichtet Hering. Nur drei Minuten später war es erneut Dietsche, der mit seinem zweiten Treffer an diesem Abend, die Sillenbucher erneut in Front bringen konnte. Gegen weit aufgerückte Gastgeber erzielte Emanuel Weiskopf nach einer Überzahlaktion den Endstand.
„Wir sind natürlich sehr zufrieden“, sagt Hering. Die Sillenbucher ziehen damit nicht nur ins Halbfinale ein, sondern sind wettbewerbsübergreifend in diesem Kalenderjahr noch unbesiegt.
Tore: 0:1 Dietsche (11.), 1:1 Varay (27.), 1:2 Knorr (75. Foulelfmeter), 2:2 Akcay (87.), 2:3 Dietsche (90.), 2:4 Weiskopf (90. +7).
Besonderes: –
SV Deckenpfronn – VfL Herrenberg 0:3
Im vierten Halbfinale setzte sich der VfL Herrenberg gegen den SV Deckenpfronn durch. Die Herrenberger Tore erzielte Josias Hartmann (53., 88.) sowie Colin Kugel (90. +5). Der Bezirksligist ist damit am 16. April der Halbfinalgegner des SV Sillenbuch.