Der Kreisliga-A-Vertreter TSV Wernau zieht im Halbfinale des Fußball-Bezirkspokals zuhause gegen den Bezirksligisten VfL Kirchheim mit 2:5 den Kürzeren.
Schönes Fußballwetter und Ambiente insgesamt, eine tolle Kulisse – was möchte man mehr an Rahmenbedingungen für ein Halbfinale im Fußball-Bezirkspokal? Aus Sicht des Gastgebers TSV Wernau stimmte dann nur das Ergebnis nicht: Nach 90 Minuten hatte der Dritte der Kreisliga A mit 2:5 (1:0) gegen den Bezirksliga-Siebten VfL Kirchheim verloren. „Ich bin dennoch mit meinen Jungs und ihrem Einsatz zufrieden. Jetzt konzentrieren wir uns ganz auf den Saison-Endspurt. Den Aufstieg, zumindest aber die Relegation bei nur drei Punkten Rückstand auf den Zweiten TV Unterboihingen, haben wir noch nicht abgehakt“, sagte Spielertrainer Martin Notz.
Philipp Skala bringt den TSV Wernau in Führung
Die Begegnung begann ohne großes Abtasten mit offensiver Ausrichtung auf beiden Seiten. Zunächst erschienen die Kirchheimer dabei schneller und beweglicher auf dem Platz und drückten die Wernauer zurück. Aus einem Konter heraus fiel dann jedoch bereits in der 5. Minute die Führung für Wernau: Philipp Skala nahm einen langen Ball aus der Abwehr heraus an, dribbelte in den Strafraum und an seinem Gegenspieler vorbei und schoss das Leder an Kirchheims Torspieler Nico Nagel vorbei ins Gehäuse. Es war ein feiner Spielzug mit einem sehenswerten Abschluss.
Wernauer Chancen auf das 2:0
Dies war für die Wernauer das Signal, die Partie sukzessive ausgeglichen zu gestalten und sich bis zur Pause sogar die besseren Chancen zu erarbeiten. Die größte Möglichkeit zum 2:0 bot sich kurz vor dem Halbzeitpfiff Dennis Blattner, der allein auf Kirchheims Goalie Nagel zulief und diesen dann nicht überwinden konnte. Die Kirchheimer blieben in der ersten Hälfte stets um den Ausgleich bemüht, waren vor allem bei Standards gefährlich, vergaben aber die Angriffe durch fehlerhafte Abspiele oder zu ungenaue Schüsse . „Wir wussten um die Stärken der Wernauer, ihre Kampfkraft und körperliche Präsenz“, sagte VfL-Coach Philip Kühnert dazu.
In zwei Minuten kippt das Spiel
Nach dem Seitenwechsel waren die Wernauer offensichtlich einige Minuten nicht richtig da – und kassierten in der 49. und 50. Minute durch Meksud Colic und Felix Böhringer zwei rasche und nicht unvermeidbar erscheinende Gegentreffer. Die Begegnung war vollkommen auf den Kopf gestellt: Kirchheim dominierte jetzt und kam zu großen Möglichkeiten. So spielten sich um die 60. Minute herum turbulente Szenen im Sechs-Meter-Raum der Wernauer ab, als die Kirchheimer das Leder mehrfach nicht an ihren Gegenspielern vorbei ins Tor brachten.
Das 1:3 durch erneut Colic in der 71. Minute war die logische Folge dieser Entwicklung. Nach dem 2:3-Anschlusstreffer durch Florin Köck in der 74. Minute keimte bei den Wernauern nochmals Hoffnung auf. Die Kirchheimer verstanden es jedoch, nichts mehr zuzulassen. Zudem waren die Wernauer Akteure teilweise sichtlich mit ihren Kräften am Ende. In der Nachspielzeit von sieben Minuten erzielten wieder Böhringer sowie der eingewechselte Goalgetter Argjend Shalaj die Tore zum 4:2 und 5:2-Endstand zugunsten der Kirchheimer.
„Kompliment an die Wernauer. Sie haben alles gegeben. Allerdings war uns auch klar, dass sie nach der Pause abbauen und dem hohen Aufwand in der ersten Hälfte Tribut zollen mussten“, sagte VfL-Coach Kühnert. Den Sieg seiner Mannschaft bezeichnete er letztendlich als verdient, vielleicht aber zu hoch. Den Wernauern wünschte er für den weiteren Saisonverlauf alles Gute. Das Endspiel des Bezirkspokals bestreiten nun am 4. Juni der VfL Kirchheim und der SV Ebersbach, der sich mit 2:0 beim 1. FC Donzdorf durchsetzte.
TSV Wernau: Wach – Gelewski, Michaletz (84. Notz), Sigler, Skala, Alexander Huszta (72. Antonesei), Blattner, Schnitt (62. Walde), Bastasic (72. Köck), Lang, Niklas Huszta (79. Denzinger).
VfL Kirchheim: Nagel – Er, Böhringer, Crisgiovanni (22. Shala), Bihn, Kiedaisch (58. Shalaj), Colic, Keck (82. Ackermann), Kirschmann, Adeneler (79. Boylu), Magno (45. Kuchinke).
Schiedsrichter: Jannik Robert Josef Schneller (Geislingen).
Zuschauer: 450.
Tore: 1:0 Skala (5.), 1:1 Colic (49.), 1:2 Böhringer (50.), 1:3 Colic (71.), 2:3 Köck (74.), 2:4 Böhringer (90.+3), 2:5 Shalaj (90.+4).
Gelbe Karten: Michaletz / Keck, Bihn.
Beste Spieler: Gelewski, Sigler, Lang / Er, Colic, Böhringer.