Sechs Stuttgart/Filder-Teams kommen weiter, darunter überraschend ein B-Kreisligist. Für Unmut sorgt der TSV Weilimdorf II. Die Tunaspor-Partie ist für 20 Minuten unterbrochen.
Aus zehn sind sechs geworden. Während vier Stuttgart/Filder-Fußballmannschaften am Donnerstagabend im Bezirkspokal-Achtelfinale die Segel streichen mussten, haben noch sechs die Chance auf das Endspiel, das am 14. Mai in Bernhausen steigen wird. Als nächste Runde folgt nun aber erst einmal das Viertelfinale am 24. und 26. März.
SG Stuttgart West – TSV Weilimdorf II 2:4
Sieben Spieler aus dem Verbandsliga-Team haben dem TSV Weilimdorf II im damit ungleichen Duell zum Einzug ins Viertelfinale verholfen. Namentlich standen Jeffrey Schieber, Matar Njie, Emmanuel Apler, Terry Offei, Chrysowalandis Kugiumtzidis, Fadel Boukari und Tarik Bouich für den eigentlichen A-Kreisligisten auf dem Feld. Der Erste-Mannschaft-Trainer Oliver Stierle hatte die besagten Kicker zur „Zweiten“ geschickt, damit sie dort Spielzeit erhalten. Eine Gelegenheit für sie, „sich zu zeigen“. Der 19-Jährige Bouich absolvierte nach einem Schlüsselbeinbruch sein überhaupt erstes Spiel für den Verein. Und zumindest Apler und Kugiumtzidis machten positiv auf sich aufmerksam, nämlich mit jeweiligen Toredoppelpacks. Bei einem ging das Vorhaben dagegen nach hinten los. Für den Angreifer Offei könnte das Fußballjahr 2025 bereits beendet sein. Er trat in der 90. Minute gegen seinen Gegenspieler nach und sah die rote Karte. Er wird somit auch in den kommenden Verbandsliga-Spielen gesperrt fehlen.
Jürgen Zeyer, Coach der zweiten Weilimdorfer Mannschaft, kann die Irritationen ob der Aufstellung verstehen, sagt aber auch: „Bis auf Offei kann man über keinen Spieler sagen, dass er regelmäßig in der ersten Mannschaft spielt. Viele von den Eingesetzten gehören zwar zum Kader, spielen aber mehr bei uns oder trainieren sogar bei uns.“ Trotz der Unterstützung habe sich das Team schwer getan, was vor allem am Gegner lag. „Die Wucht und Energie, die West uns entgegengebracht hat, war imposant“, sagt Zeyer und zollt den Gastgebern für ihre hohe Laufleistung Respekt.
Bei der SG Stuttgart-West ärgert man sich entsprechend über das Ausscheiden nach einem intensiven Pokalfight. Gar nicht wegen der sportlichen Leistung, sondern eben wegen der Umstände. „Wir haben eine Topleistung gezeigt, aber sie waren einfach abgezockter“, sagt der Spielertrainer Benedikt Goos. Er und viele andere im Verein fragten sich, „wieso der Gegner das gemacht hat und wem das etwas bringt“. Er sei ein Fan von Gleichberechtigung, und die sei nicht gegeben gewesen.
Tore: 0:1 Apler (14., Foulelfmeter), 1:1 Fetsch (35.), 1:2 Apler (45.), 1:3 Kugiumtzidis (47.), 1:5 Kugiumtzidis (69.), 2:4 Henke (70.).
Besonderes: Rote Karte für Offei (Weilimdorf, 80./Nachtreten).
Tunaspor Echterdingen – MK Makedonija Stuttgart 4:2
Beim MK Makedonija Stuttgart ist weiter der Wurm drin. In der Staffel 2 der Kreisliga A steckt das ambitionierte Team im Tabellenkeller fest. Und nun ist bei einem klassentieferen Gegner das Pokal-Aus gefolgt. „Wir hatten uns vorgenommen, etwas zu zeigen“, sagt der Abteilungsleiter Jan Dimitrovski. Doch daraus wurde nichts, die Seinen waren schlichtweg unterlegen. „Man muss neidlos anerkennen, dass der Gegner besser war“, sagt Dimitrovski. Aus den wenigen Chancen, die die Gäste sich erspielten, machten sie zu wenig. Auf der andere Seite fingen sie sich zu leicht Gegentreffer. Nun liegt laut Dimitrovski „alle Konzentration auf dem Klassenerhalt in der Liga“.
Weiterer Wermutstropfen für Makedonija: Marko Grujoski wurde von einem Stollen am Kopf getroffen und erlitt eine Platzwunde. Bis zum Eintreffen des Krankenwagens war die Partie für 20 Minuten unterbrochen. „Die Jungs waren danach kalt und aus der Rhythmus“, sagt der Trainer Zhivko Kolev. Zudem konnten die Gäste nicht mehr Wechseln und mussten die Partie zu zehnt beenden.
Tunaspor ist nun der einzige verbliebene B-Kreisligist im Wettbewerb und kann vom Double träumen. In der Staffel 3 sind die in Stetten beheimateten Echterdinger mit vier Punkten Vorsprung Tabellenführer.
Tore: 1:0 Moussa Hussein (11.), 1:1 Jeremic (36.), 2:1 Tosun (44.), 3:1 Zakaria Hussein (51., Foulelfmeter), 3:2 Vins (67.), 4:2 Jamal Hussein (90.+18).
Besonderes: Rote Karte für Sami Hussein (Tunaspor, 75., grobes Foulspiel) und Cetinkaya (Tunaspor/90.+15, Handspiel); Kalayci (Tunaspor) pariert Handelfmeter von Vins (90.+6).
Türkspor Stuttgart – SV Rohrau 5:3 nach Elfmeterschießen
Packender Pokalabend im Schatten der MHP-Arena: Der Kreisliga-A-Zweite Türkspor Stuttgart hat den Bezirksligisten SV Rohrau im Elfmeterschießen aus dem Wettbewerb geworfen. Zuvor lieferten sich beide Mannschaften ein intensives Duell auf Augenhöhe. „Es war ein sehr taktisch geprägtes Spiel mit hoher Intensität“, berichtet der Türkspor-Trainer Memik Erdogan. In der 75. Minute brachte Enes Korkmaz die Seinen mit einem Kopfball in Führung. Die Vorlage kam von Alper Arslan per Ecke. Die Gäste warfen in der Schlussphase alles nach vorne und ließen den Ausgleich zunächst durch Simon Müsel liegen – er verschoss einen Elfmeter. Kurz darauf traf der großgewachsene Stürmer aber nach einer von unzähligen Flanken und rettete sein Team damit ins Elfmeterschießen. „Dort sind wir dann einfach abgeklärter gewesen“, sagt Erdogan. Zudem brillierte der ehemalige Verbandsliga-Keeper Hüsrev Kop mit zwei parierten Schüssen.
Tore: 1:0 Korkmaz (75.), 1:1 Müsel (90.).
Elfmeterschießen: 2:1 Kanal, Kop (Türkspor) pariert gegen Opardija, Damir Bosnjak (Türkspor) schießt über das Tor, Kop (Türkspor) pariert gegen Tobias Kamm, 3:1 Sousa Coimbra, 3:2 Tropsch, 4:2 Sovtic, 4:3 Simon Kamm, 5:3 Isa Bozkurt.
Besonderes: Müsel (Rohrau) schießt Foulelfmeter an den Pfosten (89.); Gelb-Rot für Abdula Josckun (Türkspor, 90.).
SKG Botnang – Sportvg Feuerbach 4:5
Kein einziges Gegentor hatte die SKG Botnang in den ersten drei Pokalrunden kassiert, im Achtelfinale gegen Feuerbach waren es gleich fünf Stück. „Das ärgert mich, weil wir teilweise wirklich blöde Treffer bekommen haben“, sagt der Trainer Mihael Knezovic. Beim ersten ließen die Seinen Ahmet Simsek nach einem Eckball völlig frei einnetzen, beim zweiten war die Verteidigung nicht nah genug an Eric Gursch dran, und beim vierten verloren die Botnanger den Ball nach einem Dribbling. Hätte sich sein Team in der Abwehr cleverer angestellt, wäre gegen den klassenhöheren Favoriten mehr möglich gewesen, ist Knezovic überzeugt.
Auch dessen Gegenüber Sven Damnig ärgert sich über die Verteidigungsleistung seines Teams. „Wir schenken Botnang drei Tore“, sagt der Coach der Sportvg Feuerbach. Damit habe seine Elf das Spiel unnötig spannend gemacht. Positiv: „Wir sind gut in die Partie gekommen und folgerichtig in Führung gegangen. Wir haben uns auch von den Gegentreffern nicht beirren lassen“, sagt Damnig. Letztlich gelte: „Pflichtaufgabe erfüllt.“
Tore: 0:1 Simsek (11.), 1:1 Stojoski (13.), 1:2 Gursch (22.), 1:3 Lombardi (24.), 2:3 Stojoski (28.), 2:4 Ramaj (39.), 3:4 Eroglu (48.), 3:5 Ramaj (63., Foulelfmeter), 4:5 Pepe (90. +2).
Besonderes: –
SV Sillenbuch – SV Nufringen 3:0
„Wenn man einen Bezirksligisten schlagen will, dann muss einiges passen“, sagt der Sillenbucher Co-Trainer Nico Hering. Und beim Tabellenzwölften der Staffel 2 der Kreisliga A passte am Donnerstagabend in der Tat einiges. „Wir haben wenig zugelassen und effizient unsere Chancen genutzt“, sagt Hering. Der Lohn: ein souveräner 3:0-Sieg gegen den an diesem Abend schwachen Bezirksliga-Aufsteiger.
Schon nach drei Minuten stand Paul Knorr nach einem weiten Einwurf goldrichtig und schob zur Führung ein. Sören Berbig mit einer tollen Einzelleistung und Emil Malzer erhöhten für den bislang in der Liga enttäuschenden SV Sillenbuch. „Das können wir mir in den Ligaalltag nehmen. Wir haben gesehen, dass wir gut Fußballspielen können und hinten gut stehen“, sagt Hering.
Tore: 1:0 Knorr (3.), 2:0 Berbig (51.), 3:0 Malzer (62.).
Besonderes: –
TV Echterdingen II – TSV Musberg 2:1
Bereits am Dienstag hatte der TV Echterdingen II mit einem 2:1 gegen den TSV Musberg das Viertelfinale erreicht. Spielbericht siehe hier.