Drei springen, fünf fliegen: Obwohl sich Croatia Stuttgart (blaue Trikots) und der SSV ein hartes, aber eigentlich faires Spiel lieferten, hagelte es Verwarnungen. Foto: Eibner-Pressefoto

Bumm, da war er da, der neue Torrekord in der Fußball-Bezirksligasaison 2015/2016. Aufgestellt wurde er allerdings nicht – wie vielleicht vermutet – vom Liga-Überflieger N.A.F.I. Stuttgart. Der begnügte sich diesmal mit nur fünf Treffern. Nein, der neue Rekordhalter ist der MTV Stuttgart.

Stuttgarter Norden - Bumm, da war er da, der neue Torrekord in der Fußball-Bezirksligasaison 2015/2016. Aufgestellt wurde er allerdings nicht – wie vielleicht vermutet – vom Liga-Überflieger N.A.F.I. Stuttgart. Der begnügte sich diesmal mit nur fünf Treffern. Nein, der neue Rekordhalter ist der MTV Stuttgart, der beim SV Ümmet mit 10:0 gewann. Fünf Tore steuerte Raphael Hahn bei, wobei er für vier davon gerade einmal vier Minuten benötigte. Die Zahl fünf spielt auch beim Derby zwischen Croatia Stuttgart und dem SSV Zuffenhausen eine wichtige Rolle. Nur bezieht sich die Zahl fünf hier nicht auf die Tore, sondern auf die Platzverweise.

Fünfmal Gelb-Rot, dazu noch zwölf gelbe Karten – viel farbenfroher kann eine Partie nicht sein. Wobei die beiden Kontrahenten Croatia Stuttgart und SSV Zuffenhausen unisono beteuern, dass die Begegnung zwar umkämpft, aber keinesfalls unfair gewesen sei. Allerdings entbehrt es nicht einer gewissen Ironie, dass ausgerechnet zwei Kicker, die eigentlich als Vorbild gelten sollten, zuerst vom Platz fliegen: SSV-Co-Trainer Ilker Aybar und Croatia-Spielertrainer Ivan Jaric hatten sich vor einem Eckball für die Zuffenhäuser gegenseitig beharkt, obwohl beide schon verwarnt waren. Das Ende der Geschichte: zweifacher vorzeitiger Feierabend nach 53 Spielminuten. Seitens des SSV musste auch Martin Mataija vor Abpfiff vom Feld. Bei den Platzherren erwischte es noch Damir Hadzic und Mario Mlikota. Aber: „Von den fünf Platzverweisen hätte man drei nicht geben müssen“, sagen SSV-Coach Ingo Ramljak und Croatia-Spielleiter Tomislav Babic unisono. Damit nicht genug der Kuriositäten: Der vierte Treffer der Platzherren durch Felix Markovic war keiner. Denn der Ball sprang im bester Wembley-Manier vor der Linie auf, doch der Unparteiische entschied auf Tor. Zuvor hatte Dragan Zulj zweimal und Marijan Kelentric ein Mal für die Gastgeber getroffen. Wobei Kelentric den Strafstoß verursacht hatte. Ein Schuss von Martin Mataija, der später noch das 2:3 für den SSV erzielte, prallte an den Pfosten und von dort an Kelentrics Hand. Fabian Eichner verwandelte den Elfmeter zum zwischenzeitlichen 1:2.

Lange hatte Francesco Mazzella di Bosco, der Trainer des MTV Stuttgart, gewartet und gehofft. Irgendwann musste doch bei der hochveranlagten Offensivabteilung seines Teams der Knoten platzen. Irgendwann mussten doch endlich einmal all die Chancen genützt werden. Im Spiel beim SV Ümmet Stuttgart war es so weit. Ein Doppelschlag durch Raphael Hahn und Manuel Müller brachte die Elf vom Kräherwald mit 2:0 in Front. Die richtige Torflut stellte sich aber erst ein, nachdem sich zwei Spieler der Gastgeber durch heftiges Reklamieren Platzverweise eingehandelt hatten. Der SV, der zudem noch einen Elfmeter verschossen hatte, fing sich erst das 0:3 durch Tom Kursawe ein, ehe MTV-Torjäger Raphael Hahn zwischen der 64. und der 68. Minute viermal zuschlug. „Alle Treffer blitzsauber herausgespielt“, attestierte Mazzella di Bosco seinem Team. Und das ließ nicht locker: Joel Graham und der zweimal erfolgreiche Ivan Mitrov sorgten für das erste zweistellige Resultat der aktuellen Runde.

Einen Blitzstart hat der TV 89 Zuffenhausen gegen den Tabellenführer N.A.F.I. Stuttgart hingelegt: Noch nicht einmal eine Minute war absolviert, als Driar Shammak eine Flanke von Marc Lindenmaier zum 1:0 verwertete. „Es ist schon komisch: In fünf Spielen sind wir viermal hinten gelegen“, sagt N.A.F.I.-Coach Damir Bosnjak. Aber auch das fünfte Spiel endete wie die vier davor – mit einem deutlichen Sieg des Spitzenreiters, für den zweimal Murat Öcal sowie jeweils ein Mal Daniel Bosnjak, Kaan Tosun und Adnan Akcan trafen, letzterer per Elfmeter. Akcan, Führender der Torjägerliste, schoss zudem noch einen Strafstoß an die Latte. „Er hatte nicht seinen besten Tag“, sagt der N.A.F.I.-Coach über den Stürmer, der in der laufenden Runde schon 14 Tore erzielt hat. Sven Peuckert, Trainer des TV 89, wollte seinem Team trotz der Niederlage und dem Absturz auf den letzten Tabellenrang keinen Vorwurf machen: „Wir haben unser Bestes gegeben. Aber N.A.F.I. ist für die Bezirksliga einfach überqualifiziert.“

Nur mit sechs gelben Karten und lediglich einem Treffer endete die Begegnung zwischen der TSVgg Münster und dem FC Stuttgart-Cannstatt. Behar Hasanaj erzielte auf Vorlage von Ethem Baykan nach sieben Minuten das einzige und deshalb entscheidende Tor. Das reichte aus, um dem FC den dritten Sieg in Serie zu bescheren. Allerdings hatte FC-Trainer Samir Avdic einiges zu kritisieren. „Eigentlich hätten wir schon in der ersten Halbzeit alles klar machen müssen“, sagte er verärgert. Doch seine Schützlinge ließen ein halbes Dutzend bester Chancen ungenutzt. Das hätte sich beinahe gerächt: In der 70. Minute musste Keeper Hüsrev Kop sein ganze Können aufbieten, um einen Schuss des eingewechselten TSVgg-Stürmers Boban Sargic zu entschärfen.

Ähnliches wie Avdics Team widerfuhr auch den Kickern des TSV Weilimdorf in ihrem Auswärtsspiel bei der TSVgg Plattenhardt. „Der Ball wollte einfach nicht ins Tor“, sagt TSV-Trainer Marco Scheel. Einzige Ausnahme: der Kopfballtreffer von Louis Hörger nach Flanke von Mahdenhager Woldezion in der 40. Minute. Ansonsten vergaben die Nord-Stuttgarter munter beste Torgelegenheiten: Cesur Sevimli scheiterte an der Latte, Patrick Härle ebenfalls. Sevimli und Hörger ließen noch weitere Möglichkeiten aus der Kategorie „hundertprozentig“ liegen. Umso bitterer war der zwischenzeitliche Führungstreffer der Platzherren gewesen. Nach einem Schuss der Plattenhardter, der auf der Lattenoberkante gelandet war, hatte TSV-Keeper Burak Demirel den Ball mit einem Griff durch das Tornetz hindurch wieder ins Feld bugsiert. Dies aber auf die Stirn von Plattenhardts Spielertrainer Paulo Bayrak, der zum 1:0 einköpfte. Der Unparteiische entschied erst auf Abstoß für die Weilimdorfer, dann aber auf Tor für die TSVgg. Sehr zu Scheel Unverständnis: „Der Ball war in vollem Umfang im Aus gewesen.“ Aber Scheels Team hatte trotzdem Glück: Denn in der Schlussminute landete ein Schuss von Bayrak ebenfalls im Toraus, obwohl der Plattenhardter TSV-Schlussmann Demirel schon umspielt hatte.

Vor Wochenfrist hatte Gökhan Dogan, Coach der Sportvg Feuerbach, auf zwei Schwachstellen bei seiner Mannschaft aufmerksam gemacht: erstens schlechte Chancenverwertung, zweitens individuelle Fehler in der Abwehr. Sieben Tage später gab es zwei Gründe, warum die Feuerbacher dem SV Sillenbuch mit 1:2 unterlagen: erstens schlechte Chancenverwertung, zweitens individuelle Fehler in der Abwehr. Vor dem Führungstreffer für die Sillenbucher hatte Adjmal Hakimzade den Ball vertändelt. Und der zweite Gegentreffer fiel, nachdem die Feuerbacher zuvor durch Amir Limani vergeben hatten. Einzig Mahran Hussein traf für die Sportvg. Er sorgte durch seinen 35-Meter-Schuss in der 55. Minute für den 1:1-Ausgleich. Beinahe hätte Halit Özcelik auch die zweite Führung der Gäste egalisiert, aber er traf fünf Minuten vor dem Abpfiff nur die Latte.

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