Der VfL Herrenberg aus der Fußball-Bezirksliga Stuttgart/Böblingen setzt in der kommenden Saison auf ein Trainerduo, das bisher bei der eigenen Jugend schöne Erfolge gefeiert hat.
Der VfL Herrenberg aus der Fußball-Bezirksliga Stuttgart/Böblingen, kürzlich Zweiter beim Nagolder Hallenturnier, hat Nachfolger für die scheidenden Trainer Daniel Wahnsiedler und Manuel Zug gefunden. Ab der Saison 2026/27 übernehmen Oliver Kugel und Achim Leber die Mannschaft, die mit einem 2:0-Sieg in Bonlanden am letzten Spieltag vor der Winterpause von Rang elf auf acht gesprungen ist. Beide Coaches legen momentan noch eine schöpferische Pause ein, nachdem sie in der vergangenen Saison die A-Junioren des Gäuklubs zum Aufstieg in die Landesstaffel und zum Bezirkspokalsieg geführt hatten.
„Sie sind unsere Wunschlösung“, steckte Bastian Stephan, Sprecher der Abteilungsleitung, mit Spielleiter Sven Schlayer im Herbst die Köpfe zusammen, nachdem bekannt war, dass Wahnsiedler und Zug aufhören werden. „Ich kenne Oliver seit vielen Jahren, teilweise haben wir Seite an Seite in der Jugend zusammengearbeitet. Er hat seine Qualitäten als Trainer, arbeitet zuverlässig und steht für attraktiven Ballbesitzfußball.“
Neue Trainer waren die Wunschlösung beim VfL Herrenberg
Als klar war, dass sich ein Engagement im Aktivenbereich ergeben wird, gab es noch eine Hürde zu umschiffen: Die beiden Söhne Colin Kugel und Timo Leber gehören seit dieser Saison dem Bezirksliga-Kader an. „Das hat uns beschäftigt. Wir haben die Mannschaft gefragt, wie sie das sieht. Es waren gute Gespräche“, wurden laut Stephan Zweifel an einer Bevorteilung der beiden Youngsters durch ihre Väter schnell ausgeräumt. „Colin und Timo sind schon ohne sie Stammspieler geworden“, schiebt er hinterher.
Achim Leber kickte bereits in der Jugend in Herrenberg und gehörte zur erfolgreichen VfL-Mannschaft mit Ex-Bundesliga-Profi Jochen Novodomsky (Stuttgarter Kickers), die zwischen 1986 und 1988 unter Spielertrainer Robert Piller den Durchmarsch von der Bezirksliga in die Verbandsliga geschafft hat. Später spielte Leber auch für die VfB Stuttgart Amateure und den GSV Maichingen. Ein Jahrzehnt später war Oliver Kugel Teil der Deckenpfronner Mannschaft um Ralf und Bernd Paulus, Mark Mayer, Ralf Dongus und Bernd Buchholz, die sich unter Trainer Hans Zuber mehrere Jahre in der Landesliga halten konnte.
Der 52-jährige Kugel und der 57-jährige Leber wollen an die Erfolge der jüngsten Vergangenheit anknüpfen. „Beide sollen die Geschichte weiterführen, die noch nicht zu Ende erzählt ist. Sie sollen die jungen Spieler weiterbringen, aus dem aktuellen Kader haben 90 Prozent schon bei uns in der Jugend gespielt“, erklärt Stephan stolz. Wenn sich eine positive Entwicklung einstellen sollte, werden damit sportliche Ambitionen einhergehen. „Wir reden schon lange davon, dass wir eine Liga höher wollen“, ist für Stephan das mittelfristige Ziel die Landesliga. „Doch erzwingen können wir nichts“, hält er den Ball flach.
Stephan selbst trainiert aktuell mit Jan Schönfeld die A-Junioren, die als Aufsteiger in der Landesstaffel als Tabellenfünfter eine gute Rolle spielen. In diesem Winter waren die Youngsters bei zwei Aktiven-Hallenturnieren am Start. Beim eigenen Event in der Längenholzhalle schieden sie in der Zwischenrunde aus, beim Jettinger Hallenturnier war im Viertelfinale Endstation.
Weil auch die B-Junioren (Verbandsstaffel) und die C-Junioren (Landesstaffel) überbezirklich unterwegs sind, ist ein Unterbau geschaffen, damit auch in den nächsten Jahren Talente den Sprung in die erste Aktivenmannschaft schaffen können. Eine zweite Mannschaft gibt es hingegen weiterhin nicht. „Das ist jedes Jahr ein Thema, aber wir müssten sie komplett aus dem Boden stampfen und bräuchten einen festen Kern. Mit der Infrastruktur stoßen wir zudem an Grenzen“, gibt Stephan zu bedenken. Schließlich gibt es zwei Frauenteams, und auch der Türk SV Herrenberg mit zwei Aktivenmannschaften nutzt das Sportgelände an der Schießmauer.