Voller Körpereinsatz im Spitzenspiel: Antonio Di Matteo vom TSV Münchingen (hi.) setzt alles, was er hat, gegen den Bietigheimer Sven Larisch ein. Foto: Baumann/Alexander Keppler

Trainer Oliver Kudera grollt, erst dann dreht der TSV Heimsheim auf und schlägt den TSV Schwieberdingen klar. Der TSV Merklingen feiert im Abstiegskampf den vierten Sieg in Serie.

Erfolgreiches Wochenende für die Fußball-Bezirksligisten aus dem Altkreis. Der TSV Heimsheim und sein Namensvetter aus Merklingen feierten Siege, der TSV Münchingen trennte sich von Spitzenreiter Germania Bietigheim mit einem 0:0.

 

Oliver Kudera war anzuhören, dass seine Halbzeitansprache deutlich ausgefallen war. „Ich bin schon sehr laut geworden, was ich eigentlich selten werde“, sagte der Trainer des TSV Heimsheim nach dem 4:0-Erfolg über den TSV Schwieberdingen. Es hatte sich gelohnt, nach dem Seitenwechsel zeigte sich seine Mannschaft deutlich verbessert. Im ersten Durchgang hatten die Hausherren ein zerfahrenes Spiel gezeigt und einen verwandelten Foulelfmeter von Lucca Grau zur 1:0-Pausenführung benötigt (43.). „Mit der ersten Halbzeit war ich gar nicht einverstanden, die fand ich katastrophal,“ knurrte Kudera.

TSV Heimsheim: Erste Hälfte pfui, zweite Hälfte hui

Der TSV Heimsheim zeigte sich in Halbzeit eins enorm nervös, er ließ elf Standardsituationen zu; für seine Mannschaft, die in den vorherigen vier Ligaspielen zu null spielte, sei die Einstellung zu wenig gewesen, meinte der Trainer. Kudera führte als Gründe Probleme mit dem Rasen an und brachte seine zweistellige Zahl an verletzten Stammkräften ins Gespräch, wenngleich er betonte: „Das darf keine Ausrede sein.“

Ansprache geglückt: Trainer Oliver Kudera (Mitte) fand laute und richtige Worte. Foto: Andreas Gorr

Nachdem er zur Pause die neue Viererkette auflöste und zur Dreierkette zurückkehrte, waren die Gastgeber griffiger. In der 49. Minute landete ein geklärter Ball bei Kapitän Tim Widmaier, der die Kugel ansatzlos aus der Luft nahm und mit einer sehenswerten Bogenlampe versenkte. Damit war der Gegner jedoch nicht ausgeschaltet, die Gäste kamen zu mehreren Möglichkeiten, die der glänzend aufgelegte Mehmet Gündüz im Heimsheimer Tor jedoch allesamt vereitelte.

Festhalten, jetzt wird es schön: Tim Widmaier (re.) nimmt den Ball volley und erzielt ein Traumtor zum 2:0. Foto: Andreas Gorr

In der 70. Minute fand ein Konter des TSV Heimsheim über Lino Widmaier den Weg zu Max Hermann, der Gäste-Keeper Tim Hoffmann mit einem flachen Abschluss zum 3:0 bezwang. Den Schlusspunkt setzte Lino Widmaier selbst, drang halblinks in den Strafraum ein und traf mit dem rechten Außenrist ansehnlich in den Torwinkel – für Heimsheim war der wettbewerbsübergreifend achte Sieg in Folge fix.

Feiner Fuß: Lino Widmaier (re.) trifft zum 4:0 für den TSV Heimsheim. Foto: Andreas Gorr

Trainer Kudera mahnte dennoch zur Bescheidenheit: „Nur weil wir Dritter sind, wollen wir nicht die Erwartungshaltung komplett verändern. Wir müssen weiter bodenständig und demütig sein. Wir sind immer noch ein Aufsteiger.“

TSV Münchingen: Punkt gegen Tabellenführer – trotzdem Unmut

Auch Aufsteiger TSV Münchingen steht bestens da. Der Zweite holte im Topspiel gegen Spitzenreiter Germania Bietigheim ein 0:0 und hält den Anschluss. Trainer Sahin Üste wertet den Punkt zwar als Erfolg, ärgert sich jedoch, da seine Mannschaft die größeren Chancen auf den Sieg hatte. „Zwei, drei Hundertprozentige“ sah Üste von Etienne Stadler und Nikola Prkacin, aber auch kurz vor Schluss eine Großchance des Gegners, die Torhüter Maximlian Kunz parierte.

Ein Punkt ist nicht genug: Trainer Sahin Üste ärgerte sich über die vergebenen Chancen. Foto: Baumann/Alexander Keppler

Über den Spielverlauf war Münchingen die spieldominante Mannschaft, erst gegen Ende häuften sich nach Standardsituationen die Möglichkeiten für die Germania. Sahin Üste ärgerte sich über die vergebenen Möglichkeiten, war er doch mit dem Anspruch angetreten, den Tabellenführer zu schlagen. Dafür stand seine Mannschaft hoch, um dem Gegner wenig Raum zu ermöglichen. Der Matchplan ging auf, wenngleich der TSV die Torchancen nicht zu nutzen wusste. Trotzdem meinte Üste, dass seine Mannschaft aus dem starken Auftritt Motivation für die nächsten Spiele ziehen kann und stellt klar, dass er „Bietigheim an der Spitze nicht so leicht entkommen lassen möchte“.

TSV Merklingen atmet auf: Wichtiger Sieg über Ludwigsburg

Dem Abstiegskampf entkommen will der TSV Merklingen und machte mit einem 5:3-Sieg über den AKV Ludwigsburg einen wichtigen Schritt dazu. Trainer Uwe Eberhard bezeichnete den Erfolg als enorm wichtig: „Wir hatten eine Phase, da lief es echt nicht gut. Jetzt haben wir auch eine Phase, da läuft es einfach.“ Nach drei Niederlagen in Folge und dem Abrutschen auf einen Abstiegsplatz feierte Merklingen den vierten Sieg in Serie.

Der Merklinger Dzanan Mehicevic (Mitte) führt mit 14 Treffern die Torschützenliste der Bezirksliga an. Foto: Andreas Gorr/Andreas Gorr

Nicht nur wichtig, sondern auch verdient war der Sieg aus Sicht des Trainers. Mit Fleiß und guter Chancenverwertung sowie einer Glanzleistung von Torwart Adis Krak gelang der Erfolg – bereits zur Pause stand eine 3:1-Führung zu Buche. Nach Steckpass von Benjamin Grieshaber brachte Torjäger Dzanan Mehicevic den TSV in der 7. Minute in Führung, der Gast glich nach 14 Minuten per Foulelfmeter durch Shkemb Miftari (früher Stuttgarter Kickers) aus. Um die Halbstundenmarke schlug Merklingen doppelt zu, erst traf Robin Kapp mit einem direkten, abgefälschten Freistoß (31.), kurz darauf fälschte Blendi Muji eine scharfe Hereingabe von Emmanuel Garcia ins eigene Tor ab.

Vier Siege in Folge: Erleichterung beim TSV Merklingen und Trainer Uwe Eberhard Foto: Andreas Gorr

Nach der Pause legte Mehicevic nach Zuspiel von Bruder Belmin ein Tor nach (47.). In der 65. Minute war Keeper Krak gegen einen Kopfball des 1,96 m großen Edison Qenaj machtlos, in der 80. Minute kam Ludwigsburg im Anschluss an einen Eckball durch Emir Doci zum 3:4. Merklingen fand dann fünf Minuten später die Antwort, der eingewechselte Angelo di Napoli bediente erneut Mehicevic, der mit seinem dritten Tor den Endstand besorgte. „Die Erleichterung war sehr groß“, meinte Eberhard, der mit seinem Team nun die Erfolgswelle reitet.