Nach dem Rauswurf des Erfolgstrainers ist die Mannschaft des TSV Münchingen zurückgetreten. Statt des Spitzenreiters spielt am Sonntag eine B-Elf.
Wie will sich der SV Pattonville unter diesen Umständen auf das anstehende Bezirksliga-Spiel beim TSV Münchingen am kommenden Sonntag um 16.30 Uhr vorbereiten? Denn beim Tabellenführer Münchingen herrscht völliges Chaos und höchste Eskalationsstufe.
Der Auslöser: Mitte der Woche verkündete der TSV Münchingen die Entlassung von Erfolgstrainer Sahin Üste. Der 39-Jährige übernahm 2024 das Traineramt und führte den Verein im ersten Jahr direkt zur Meisterschaft in der Kreisliga A und ins Bezirkspokalfinale. Nach einer überraschend starken Hinrunde haben die Münchinger sogar die Chance auf den Durchmarsch in die Landesliga. Und genau das wurde dem ambitionierten Coach jetzt zum Verhängnis.
„Die Trennung von Herrn Üste erfolgt vor dem Hintergrund zunehmend unterschiedlicher Auffassungen hinsichtlich der Vereinsphilosophie sowie der daraus abgeleiteten sportlichen Ausrichtung und Zielsetzungen“, schreibt Abteilungsleiter Andreas Keller in einer Mitteilung auf den Social-Media-Kanälen des TSV Münchingen. Im Gegensatz zum Trainer und der Mannschaft will der Verein nicht in die Landesliga aufsteigen.
Die Mannschaft schlug auf ihrer eigenen Instagram-Seite zurück und veröffentlichte ein eigenes Statement. Darin teilen sie mit, dass sich „aus Solidarität mit unserem Trainer und Protest gegen das Vorgehen der Führung“ rund 90 Prozent der Spieler der ersten Mannschaft zum Rücktritt entschlossen haben. Lediglich zwei Spieler seien dem Vernehmen nach weiter bereit, für den Verein aufzulaufen.
Zweite Mannschaft des TSV Münchingen läuft auf
Damit läuft am kommenden Sonntag nicht der Tabellenführer, sondern wohl die zweite Mannschaft der Münchinger, die sonst in der Kreisliga A spielt, auf. SVP-Trainer Francis Pola will den Gegner dennoch nicht unterschätzen: „Ich denke, es ist dennoch eine eingespielte Mannschaft. Das macht es nicht unbedingt leichter.“ Sein Team dürfe sich so oder so nicht erlauben, überheblich zu werden. „Wir brauchen jeden Punkt“, sagt Pola. Dabei sein er unerheblich, wer der Gegner sei.
Zumal die Personallage weiter angespannt ist. Torhüter Karl Birkeneder und der wiedergenesene Daniel Gelt fehlen aus privaten Gründen. Im Tor muss Pola deshalb wieder improvisieren. Ersatzkeeper Jan Moor muss operiert werden und fällt länger aus. Philipp Laux, der vor zwei Wochen zwischen den Pfosten stand, ist ebenfalls verletzt. Diesmal wird der A-Jugend-Schlussmann Armin Imsirovic zum Einsatz kommen. Zudem fehlt Phillip Kravchenko verletzt, hinter Tobias Uhse steht krankheitsbedingt ein Fragezeichen.
Ganz egal, wen Pola auf den Rasen schicken wird, das Ziel gegen die Münchinger Rumpftruppe sind drei Punkte.