Wie die Spvgg Cannstatt mit ihrer neuen Rolle zurecht kommt und wie sich die Vorzeichen der Partie Türkspor Stuttgart gegen den TB Untertürkheim im Vergleich zum Hinspiel geändert hat.
Nun ist sie komplett, die Vorrunde: Nachdem unter der Woche die Nachholspiele SG Untertürkheim – Beograd Stuttgart (2:0) und Sportvg Feuerbach – SV Vaihingen (2:1) absolviert worden sind, sind alle Teams auf dem gleichen Stand.
Der Sieg der SG Untertürkheim gegen Beograd „war hoch verdient und hätte auch um ein Tor höher ausfallen können“, weiß Trainer Theo Fringelis. Für das 1:0 nach 22 Minute zeichnete Sandro Freitas verantwortlich, der einen an in ihm selbst verursachten Foulelfmeter verwandelte. Kurz vor der Pause bediente Jannik Hinz Yannick-Marc Munk, der bereits zum 2:0-Endstand einnetzte. Nach Erledigung der Hälfte der Saison können die Kicker vom Bruckwiesenweg gelöst auf die Tabelle schauen. Sieben Punkte beträgt der Vorsprung auf die Relegation, acht auf den Abstiegsrang. Gleichwohl er immer noch die Leistungsschwankungen seiner Schützlinge im Hinterkopf hat, strotze das Team derzeit vor Selbstvertrauen und wolle am Sonntag, 13. März, 15 Uhr, gegen den drittplatzierten Croatia Stuttgart den „nächsten Dreier einfahren. Dann könnten wir die kommenden Aufgaben noch gelöster angehen“, so Fringelis. Verzichten muss die SGU weiter auf 16-Tore-Mann Kevin Schmieg (Pfeiffersches Drüsenfieber) und die in Quarantäne befindlichen Marco Miniussi und Torhüter Marcel Leo. Dafür darf Andreas Raith nach überstandener Corona-Erkrankung wieder mitwirken.
Cannstatt erwartet robusten Gegner
Carmine Napolitano und seine Kicker von der Spvgg Cannstatt grüßten bislang häufig von der Bezirksliga-Spitze. Sie schlüpften somit oft in die Rolle des Gejagten. Seit vergangener Woche – Bernhausen gewann das Nachholspiel bei Beograd mit 3:0 – ist Rollentausch angesagt. Bernhausen ist mit einem Punkt Vorsprung Klassenprimus und gleichzeitig Herbstmeister – die „Hetzjagd“ auf die Fildertruppe somit eröffnet. „Wir nehmen die Rolle des Jägers an. Diese wollen wir erfolgreich ausfüllen und spätestens am letzten Spieltag vorne stehen“, gibt Coach Napolitano die Cannstatter Marschroute vor.
Gegner am Sonntag um 16 Uhr wird auf der Waldebene Ost OFK Beograd Stuttgart sein. 2022 ist bislang kein gutes Fußball-Jahr für den OFK – drei Spiele, drei Pleiten. Doch Napolitano will sich davon nicht blenden lassen. Bernhausen habe auch 75 Minuten benötigt, um in Führung zu gehen. „Außerdem hatte das OFK-Team in den vergangenen Wochen mit Verletzungen und Corona-Ausfällen zu kämpfen, ähnlich wie wir auch.“ Generell sei man vor Beograd gewarnt, gehe es doch gegen ein Team mit Ecken und Kanten. „Beograd tritt stets robust auf. Wer nicht richtig dagegenhält, zieht den Kürzeren.“ Den Cannstattern kommt aktuell die große Anzahl an qualifizierten Balltretern zugute – die Ausfallliste für Sonntag ist nämlich lang. Abwehrmann Carsten Bauer wurde an der Schulter operiert, Mittelfeldspieler Kerim Karaboga hat sich die Rippe gebrochen und bei Stürmer Gianluca Marsiglio steht „die Fahrt“ ins MRT noch aus – „er hat eine Bänderverletzung im Knie, wir hoffen nicht die Kreuzbänder“. Darüber hinaus wird das Pflichtspieldebüt von Winterneuzugang Kagan Sölemezgiller um eine weitere Woche verschoben: Vor zwei Wochen war er verletzt, nun weilt er im Kurzurlaub.
s war der 29. August 2021, gleichbedeutend mit dem Saisonauftakt. Der TB Untertürkheim empfing Türkspor Stuttgart. Aufgrund der Veränderungen im Team der Gehrenwald-Kicker und der immer noch mit viel individueller Klasse ausgestatten Mannschaft vom Neckarpark waren die Kraftverhältnisse vor dem Anpfiff klar: Türkspor mit den beiden Spielertrainern Kerem Arslan und Damir Bosnjak ging als Favorit in die Partie. Letztlich setzte sich die Klasse durch, nach Toren von Alper Arslan (2) und Louis Höger – bei Gegentreffer von Ivo Ilijasevic – gewann das türkische Team mit 3:1. Wenn nun am Sonntag, 13. März, 15 Uhr, das Rückspiel der beiden „Auftaktkontrahenten“ ansteht, ist vieles anders. Gut ein halbes Jahr später ist aufgrund interner Querelen nicht mehr viel übrig geblieben vom damaligen Türkspor-Spitzenteam. Qualifizierte Spieler und die beiden Trainer wanderten ab, die Konkursmasse kassierte eine Niederlage nach der anderen und rutschte tief in den Keller. Während der Winterpause wurde ein komplett neues Team zusammengebastelt, Anleiter ist Tarkan Bucak, der im Nachholspiel gleich einen Sieg landete. Dennoch: Türkspor steht mit drei Zählern Abstand hinter dem TB Untertürkheim, der sich im Laufe der Saison gesteigert, stabilisiert und mit zwei Zählern Rückstand den Nichtabstiegsplatz vor Augen hat. Dementsprechend verspricht das Topspiel im Keller viel Spannung. Der TBU möchte „zumindest einen Zähler, um Türkspor auf Abstand zu halten“, so Coach Matthias Summer. Die bange Frage ist nur, mit welchem Personal die Untertürkheimer dieses Unterfangen angehen wollen. „Wir haben zahlreiche Coronafälle, wissen noch nicht, wer dabei sein wird und kann.“ Die Personallage sei so unklar, dass „wir das Spiel der zweiten Mannschaft abgesagt haben“.
Türkspor möchte die Partie gegen den direkten Kontrahenten aus Untertürkheim natürlich gewinnen, um den Rückstand zum rettenden Ufer zu verkürzen. Verzichten muss das türkische Team auf jeden Fall auf die gesperrten Akteure Mert Aslan (Gelb-Rot) und Alperen Güren (Rot).