Die SG Untertürkheim hat sich durch den Sieg über Sillenbuch Luft im Abstiegskampf verschafft. Der TB Untertürkheim und Türkspor Stuttgart pirschen sich weiter an die Nichtabstiegsplätze heran. Spvgg Cannstatt nach Startproblemen dann doch noch souverän.
Das Dreigestirn an der Spitze – TSV Bernhausen, Spvgg Cannstatt und Croatia Stuttgart – punktet weiter. Viel mehr Bewegung und Verschiebungen sind da schon im Unterhaus der Tabelle auszumachen. Mittlerweile müssen sich Teams um die Bezirksliga-Existenz Sorgen machen, die sich bereits auf der sicheren Seite glaubten – beispielsweise der SV Sillenbuch und der SV Vaihingen. Letzterer hat von den vergangenen elf Partien zehn verloren und nun in Benjamin Schiffner einen neuen Trainer. Dieser löste vor einer Woche Stephan Tregel ab.
Nach 0:2 aufgewacht
TSV Rohr – Spvgg Cannstatt 2:5 Behar Hasanaj ist der beste Torschütze auf Cannstatter Seite. Kein Wunder, bringen seine Mitspieler den Stürmer doch am häufigsten in aussichtsreiche Positionen. Freilich, im Vergleich zur Trefferwahrscheinlichkeit hinkt er aber hinterher. Trainer Carmine Napolitano hat ihn des Öfteren daraufhingewiesen, vor dem Tor „einfach mal zu schieben als nur draufzuhalten“. Und seit der Rückrunde scheint Hasanaj den Rat des Coachs zu beherzigen. Er macht Tore, vor allem die wichtigen. So wie am vergangenen Spieltag beim TSV Rohr. Der Tabellenzweite wies laut Napolitano „ungewohnt viele technische Schwächen auf“, erwischte einen Kaltstart und lag bei den abstiegsbedrohten Rohrern nach Toren von Ismail Seker (20.) und Valentin Kamm (28.) mit 0:2 zurück. Hasanaj bewies aber seine neu gewonnene Treffsicherheit, glich in der 42. Minute aus und betätigte sich sieben Minuten zuvor als Zulieferer für Rui Pinheiro. Der Anschlusstreffer sei der Knackpunkt der Partie gewesen, so Napolitano. Fortan marschierte der Tabellenzweite und selbst die Gelb-Rote Karte von Kagan Söylemezgiller (53.), weil er den Schiedsrichter ausgelacht haben soll, berichtet der Spvgg-Coach, beeinflusste den Tabellenzweiten auf dem Weg zum 14, Saisonsieg nicht. Im Gegenteil. Marco Schulz (51.), Rui Pinheiro (57.) und der eingewechselte Kevin Gullmann sorgten für klare Verhältnisse, die so zum Auftakt der Partie nicht absehbar waren. Derweil hat Hasanaj sein Torekonto auf 15 hochgeschraubt.
Am Donnerstag, 14. April, empfängt die Spvgg um 19.30 Uhr den MTV Stuttgart.
Gefühlt in Bestbesetzung
Ermis Metanstis – TB Untertürkheim 1:2
Der TBU trat einmal mehr nicht in Bestbesetzung an. Daniel Höschele und der gelb-rot-gesperrte Rick Hachenbruch mussten passen. Dennoch: „Es hat sich wie in Bestbesetzung angefühlt“, sagt TBU-Coach Matthias Summer, gegen Ermis habe er den bislang besten Kader der Saison dabei gehabt. Natürlich habe sich das auf dem Feld bemerkbar gemacht, auch wenn die Probleme zum Teil die gleichen blieben. „Wir haben es wie so oft verpasst, frühzeitig den Sack zuzumachen und hatten in der 94. Minute gar Glück, dass Ermis nur die Latte traf.“
Gleich nach fünf Minuten traf Kapitän Patrick Teuber den Pfosten. Genauer zielte Janik Koziol in der 23. Minute – sein 20-Meter-Schuss bedeutete die Gästeführung. Diese gab man aber nur zehn Minuten später leichtfertig her – Georgios Zygeridis nutzte eine Unachtsamkeit. Erneut Koziol schloss nach 54 Minuten eine schöne Kombination über Lars Widmann und Ivo Ilijasevic zum 2:1-Endstand ab. Die Kicker vom Gehrenwald sind zwar immer noch auf einem Abstiegsrang, aber nur noch zwei Zähler vom rettenden Ufer entfernt. Dort steht der TSV Rohr. Diesen begrüßt der TBU am kommenden Donnerstag, 19.30 Uhr, auf der heimischen Anlage. Das Ziel ist klar: „Wir müssen die Chance nutzen und gewinnen.“
Leo hält Foulelfmeter
SG Untertürkheim – SV Sillenbuch 4:1
Moritz Zeh ist bekannt für Zuverlässigkeit in der SGU-Innenverteidigung. Der Kapitän kann auch ordentlich dazwischen fegen, wenn es die Situation erfordert. Als Torschütze tut er sich indes seltener hervor. Am vergangenen Sonntag gegen Sillenbuch war das aber ganz anders. Von den vier Treffern zeichnete Zeh für zwei verantwortlich. Die beiden Treffer waren indes ähnlich. Der eigentliche Torjäger Kevin Schmieg brachte jeweils den Eckball nach innen – Zeh nickte in der 26. und 80. Minute zum 2:0 beziehungsweise 4:1 für die SGU ein. Schmieg selbst machte aber auch das, was er am liebsten macht – in Minute 17 verwandelte er einen an sich verursachten Foulelfmeter. Bis zum 3:0 durch Marco Miniussi (38.), der nach einem Lattentreffer von Robin Wittmann abstaubte, „waren wir sehr gut im Spiel, ließen kaum was zu“, sagt SGU-Coach Theo Fringelis. Dann schlichen sich Nachlässigkeiten und Fehler ein. Der ansonsten so zuverlässige Omar Aboulazm erwischte „einen schwachen Tag, legte den Sillenbucher Anschlusstreffer vor und verursachte auch noch einen Strafstoß“. Das erste Missgeschick passierte in Minute 40 und wurde von Fabian Schöck genutzt. In der 55. Minute bügelte SGU-Schlussmann Marcel Leo den Fehler aus, hielt den Elfmeter von Jerry Mkamanyi. „Da hatten wir Glück, hätte die Partie kippen können.“ Tat sie aber nicht. Auch deshalb, weil Moritz Zeh seine Torjägerqualitäten entdeckte und den Endstand herstellte.
Am Donnerstag (19.30 Uhr) tritt die SGU beim krisengebeutelten SV Vaihingen an und will „den nächsten Dreier landen“.
12:4-Chancenverhältnis
Türkspor Stuttgart – Feuerbach 3:1
„Schlecht gespielt, aber dennoch verdient gewonnen“, lautet das Fazit von Türkspor-Coach Tarkan Bucak. Verdient deshalb, weil das Chancenverhältnis von 12:4 klar für Türkspor gesprochen habe. Es bedurfte dennoch einiger Anstrengung und Geduld, bis der Sieg eingetütet war. Für das 2:1 sorgte Samet Yesil nach einer Kombination über Erdal Koyuncu und Marcel Weishäupl erst in der 88. Minute. In der Nachspielzeit machte Weishäupl den endgültigen Deckel drauf. „Wir haben spielerisch einiges vermissen lassen. Erst durch Umstellungen nach der Pause und Einwechslungen wurde das Spiel besser.“ Vor allem die zur 52. und 66. Minute gekommenen Altmeister Erdal Koyuncu und Niko Vassiliou hätten mehr Struktur ins Spiel gebracht. Als die beiden noch nicht auf dem Platz waren, gelang Hasan Isbert nach 51 Minuten die Führung, die Moise Nyamuisi acht Minuten später im Anschluss an eine Ecke ausglich.
Durch den nächsten Dreier hat Türkspor mit dem TSV Rohr auf dem Nichtabstiegsplatz punktemäßig gleichgezogen und möchte am Donnerstag, 19.30 Uhr, den nächsten Schritt Richtung sicherere Region machen: Man tritt beim Vorletzten TV Zuffenhausen an. „Da sollten wir nachlegen.“