Schlappe für die Bezirksliga-Fußballer der Sportvg Feuerbach gegen den SV Vaihingen, während der ABV Stuttgart im Tabellenkeller jubelt.
Auf die Tabellenspitze hatten die drei Nachholspiele der Bezirksliga Stuttgart/Böblingen keine Auswirkungen. Dafür aber für das Geschehen am anderen Ende des Tableaus. Während die Sportvg Feuerbach einen Spieltag zum Vergessen erlebte, tankte der ABV Stuttgart neuen Mut.
Rocco Cesarano kann es nicht fassen. „Slapstick, das war purer Slapstick“, sagt der Trainer der Sportvg Feuerbach über den Gegentreffer zum 0:2 im Heimspiel gegen den SV Vaihingen – Endstand 0:4. Und weil die Szene so unfassbar für den Coach war, hat er sie sich auf Video immer und immer wieder angeschaut. „Mindestens fünfmal“, sagt er. Doch was ließ den Coach zum Dauer-Kopfschüttler werden? Mit ganz viel Zeit habe sein Torwart Rafael Busic den Ball an der Seitenauslinie gehabt, diesen noch entspannt durch die eigenen Beine rollen lassen. Doch wohl zu entspannt, wie sich zeigen sollte. Denn als ihm einige Gegenspieler auf die Pelle rückten, sei aus der Ruhe Hektik geworden und Busic habe das Spielgerät unkontrolliert zu seinem Mitspieler Moise Nyamuisi weitergeschoben. Dieser habe den Ball unter größter Bedrängnis nur noch irgendwie wegschießen können – ungeschickterweise vor die Füße von Tyron Ferrari. Dieser schob dann problemlos ins Feuerbacher Tor ein.
Besagte Szene sei typisch für den Auftritt seiner Mannschaft gewesen. „Wir waren nicht um vier Tore schlechter, haben aber alles dafür getan, damit die Gäste zu Toren kommen“, konstatiert Cesarano, ohne aber den Gästen den letztlich verdienten Sieg abzusprechen. Vaihingen sei fünf Prozent giftiger und zweikampfstärker gewesen, und schließlich müsse man die Einschussangebote ja auch erst mal nutzen. Angesprochen auf besagte Szene, berichtet der Vaihinger Trainer Jeremiah Geywitz ebenfalls „von einem völlig vermeidbaren Tor“, spricht seinem Torschützen aber ein Kompliment aus: „Den Ball aus 30 Metern über zwei Spieler plus Torhüter zu lupfen, das ist nicht einfach.“ Insgesamt war Geywitz mit den Seinen sehr zufrieden, habe man es doch geschafft, sich auf Fußball zu konzentrieren – die Nachholpartie war das erste Spiel nach dem Tod des Torhüters Lukas Moser.
Der Auftakt in die Begegnung sei aber schleppend verlaufen. Es habe gedauert, bis man wieder im Pflichtspiel-Modus angekommen sei. „Spätestens im zweiten Abschnitt hat es gepasst und wir haben letztlich verdient gewonnen“, sagt Geywitz, für dessen Team noch zweimal David Hug und Fabijan Krpan trafen. Durch den Sieg haben sich die Vaihinger auf Platz fünf verbessert und müssen zum Rückrundenauftakt am Sonntag zur Spvgg Cannstatt. Währenddessen stehen die Feuerbacher im Heimspiel gegen den Tabellennachbarn Türkischer SV Herrenberg gewaltig unter Druck. „Um das rettende Ufer nicht aus den Augen zu verlieren, müssen wir gewinnen“, weiß Cesarano.
Auch deshalb, weil sich der ABV Stuttgart durch den 1:0-Heimsieg über den VfL Herrenberg bis auf einen Punkt an die Feuerbacher herangepirscht hat. Das Tor des Tages gelang bei seinem Premieren-Ligaspiel für die Degerlocher dem Neuzugang Alen Neskic. Für wichtige Tore hat der ABV den ehemaligen slowenischen Zweitliga-Profi vom Landesligisten Bernhausen geholt, wobei er bei diesem Tor nur „noch den Fuß hinhalten musste, schön von Joa Kauderer bedient wurde“, sagt der ABV-Kapitän Leon Pachonick, der neben „einer guten Teamleistung“ auch den Rückkehrer Dominik Heinrich und den Schlussmann Christopher Smith als Eckpfeiler sah. Heinrich habe in der Abwehr alles weggeräumt und Smith mehrmals sensationell gehalten.