Enttäuschung: Ioannis Savvoulidis erzielte für den TSV Merklingen bislang fünf Tore – beim 0:4 gegen den VfB Neckarrems ging er leer aus. Foto: Andreas Gorr/Andreas Gorr

Nach dem Rückzug des SV Perouse und dem 0:4 gegen den VfB Neckarrems muss der TSV Merklingen nach unten blicken. Maxi Kunz vom TSV Münchingen steht nach einem Jahr und fünf Tagen nach seinem Kreuzbandriss wieder im Tor.

Die Osterpause hat den Fußball-Bezirksligisten aus dem Altkreis offenbar nicht gut getan. Am Wochenende gab es zwei Unentschieden und eine Niederlage, was vor allem die Lage beim abstiegsbedrohten TSV Münchingen erschwert. Aber auch der TSV Merklingen blickt inzwischen eher auf das Tabellenende als nach oben.

 

Beim Aufsteiger, der vor wenigen Wochen auf dem fünften Rang stand, hat sich der Rückzug des SV Perouse besonders massiv ausgewirkt. Dem TSV Merklingen waren die sechs Punkte aus den zwei Partien gegen den Club abgezogen worden. Das Hinspiel hatte der TSV gewonnen, das Rückspiel war mit 3:0 für Merklingen gewertet worden, da der SV Perouse erst eine Woche später aus der Wertung genommen wurde. „Mit 25 Punkten haben wir nur neun Zähler Vorsprung auf den ersten Nichtabstiegsplatz“, mahnt Trainer Gianluca Crepaldi.

Nochmals verschlechtert hat sich die Lage durch die 0:4-Heimniederlage gegen den VfB Neckarrems am Sonntag, was zum Abrutschen auf Rang acht führte. „Personell kommen wir ein bisschen auf dem Zahnfleisch daher“, bedauert Crepaldi, der sich in der letzten halben Stunde selbst einwechselte. Da Gökmen Yüksel wegen einer hartnäckigen Ohreninfektion passen musste, Kapitän Thomas Wogh noch wegen einer Sperre aussetzte, Jakob Wehl in den letzten Zügen seiner Bachelorarbeit saß und ein weiterer Spieler frisch gebackener Vater geworden war, hatte der TSV-Trainer die Viererkette in der Abwehr komplett umbauen müssen.

Trainer Crepaldi kritisiert Trainingsbeteiligung

Dennoch waren die Gastgeber feldüberlegen und erspielten sich einige Möglichkeiten. In Führung ging aber der VfB Neckarrems, weil der TSV in der 40. Minute im Spielaufbau den Ball verlor und Gäste-Torjäger Max Stumm keine Probleme hatte, das Spielgerät am Merklinger Schlussmann Zelijko Belecan vorbei zum 0:1-Pausenstand in die Maschen zu bugsieren. Nach dem Wiederanpfiff drängte der TSV auf den Ausgleich, lag aber nach nicht einmal einer Zeigerumdrehung 0:2 zurück, da der angeschlagene Melvin Schöll nach einem weiteren Ballverlust das Laufduell gegen Mateo Kulis verlor, der unbedrängt erhöhte. Der TSV Merklingen war auch danach feldüberlegen, zu einem Treffer reichte es aber nicht. Im Gegenteil: Als die Gastgeber am Ende aufmachen mussten, nutzte Neckarrems dies zu zwei weiteren Treffern durch Elmedin Sovtic (75.) und Stumms Saisontreffer Nummer 13 (83.).

„Trotz der personellen Lage ist dies nicht unser Anspruch“, stellt Crepaldi klar und kündigt eine höhere Schlagzahl im Training an. „Die Trainingsbeteiligung hat zuletzt nachgelassen, einige waren sich in Sachen Klassenverbleib offenbar zu sicher“, moniert er. Ein kleiner Lichtblick: Durch den Rückzug des SV Perouse war erstmals Mustafa Avci für den TSV spielberechtigt. „Er war eigentlich erst als Neuzugang für die kommende Saison eingeplant, aber er war gleich unser bester Mann“, lobte Crepaldi.

Lage beim TSV Münchingen bleibt prekär

Unverändert angespannt bleibt die Lage für den TSV Münchingen im Tabellenkeller nach dem 1:1 beim SV Pattonville. „Uns hat vorne schlicht die Durchschlagskraft gefehlt“, moniert TSV-Trainer Ahmet Yenisen. Lukas Tschentscher bewies zwar in der 17. Minute seinen Torriecher, als er beim Pressing einen Querpass antizipierte und zum 1:0 traf, vergab aber in der zweiten Hälfte weitere gute Möglichkeiten. So stand der Endstand von 1:1 bereits nach 21 Minuten fest, als der Schiedsrichter auf den Elfmeterpunkt gezeigt hatte, nachdem ein Akteur der Gastgeber im TSV-Strafraum zu Boden gegangen war und Tobias Uhse den Strafstoß zum 1:1 verwandelte.

Verschlechtert hat sich die Situation für den TSV noch dadurch, da der TSV 1899 Benningen Phönix Lomersheim mit 2:1 bezwang und bis auf einen Zähler an Münchingen auf Rang 16 herankam – bei zwei ausgetragenen Partien weniger. Die einzige, allerdings wirklich gute Nachricht für den TSV: Exakt ein Jahr und fünf Tage nach seinem Kreuzbandriss stand Maxi Kunz wieder zwischen den Pfosten des Münchinger Gehäuses. „Viel zu tun hatte er aber nicht“, erklärte Coach Yenisen. Ein Zu-Null zum Einstand wäre schön gewesen.

Keine Tore für den SV Leonberg/Eltingen

Nicht optimal verlief die Generalprobe für den SV Leonberg/Eltingen vor dem Bezirkspokal-Halbfinale in Kornwestheim am Mittwoch. Gegen den FSV 08 Bietigheim-Bissingen II kam der Vierte nicht über ein 0:0 hinaus. „Hinten haben wir überhaupt nichts zugelassen, aber vorne haben wir es nicht sauber zu Ende gespielt“, bedauerte Co-Trainer Robert Gitschier, der den im Urlaub weilenden Chef Benjamin Schäffer vertrat. Häufig habe der letzte Pass nicht gestimmt. Zwei Topchancen hatten Ennio Ohmes und Finley Strahl, doch es blieb beim torlosen Remis.