Der TSV Münster feiert einen 3:1-Sieg gegen Herrenberg und hält die Relegationshoffnungen am Leben. Auch der SV Bonlanden überzeugt mit einem 4:0-Sieg gegen den TV Echterdingen II.
Die ganze Fußball-Region Stuttgart fiebert dem DFB-Pokal-Finale an diesem Samstag hin, wenn der VfB Stuttgart nach 28 Jahren zum vierten Mal den Pott gewinnen will. Deshalb verlegten mehrere Bezirksliga-Teams ihre Spiele auf den Donnerstagabend.
SV Bonlanden – TV Echterdingen II
Das kam Carmine Napolitano komplett entgegen. Der Coach des SV Bonlanden fährt mit dem Derbysieg im Gepäck nach Berlin. Der glühende VfB-Fan wird sich das VfB-Spiel im Stadion anschauen. „Das wird sicherlich schön“, freut sich Napolitano. Bereits der Donnerstagabend verlief ganz nach seinen Vorstellungen. „Es war eine tolle Atmosphäre und ein gutes Spiel“, erzählt der Coach über den 4:0-Sieg
Schon nach sieben Minuten sorgte Torjäger Agonis Berisha vom Elfmeterpunkt für die 1:0-Führung. Dennis Adam stand nach einer einstudierten Eckballvariante richtig und erhöhte auf 2:0. „Es ist schön, wenn die Dinge, die man im Training einstudiert, funktionieren. Dann verstehen die Jungs, wieso man auch mal einen Eckball mehr machen muss“, freut sich Napolitano. Berisha stellte mit zwei weiteren Treffern seine Qualität abermals unter Beweis. „Er ist immer für zwei, drei Tore gut“, lobt dessen Trainer.
Mit dem auch rechnerisch sicheren Klassenverbleib sind die Planungen für die kommende Bezirksligasaison schon so gut wie abgeschlossen. „Wir freuen uns, dass alle Spieler, die wir gerne verpflichten wollten, zugesagt haben“, verkündet Napolitano, hält sich mit deren Namen jedoch noch zurück. Insgesamt sollen sechs Neuzugänge beim Filder-Club aufschlagen.
TSV Münster – VfL Herrenberg
Der TSV Münster sendet ein Lebenszeichen! Nach zuletzt nur einem Punkt aus den vergangenen vier Partien siegt der Tabellen-13. mit 3:1 gegen den VfL Herrenberg. Das knappe Spielfazit des Trainers, Andreas Contino: „Wir mussten gewinnen und wir haben gewonnen.“ Mit dem Dreipünkter wahren die Nord-Stuttgarter das letzte Fünkchen Hoffnung auf den Relegationsplatz. Diesen belegt aktuell der Türk. SV Herrenberg mit vier Zählern Vorsprung und noch einem Spiel in der Hinterhand gegenüber den direkt dahinter liegenden Münsterern.
Gegen Herrenberg lief früh alles nach Plan: Bernhard Kreis erzielte bereits nach fünf Minuten die Führung, Kevin Sholabomi legte zügig nach. Obendrein sah der Gegner in Person von Mark Betsch im zweiten Durchgang die rote Karte wegen einer Notbremse, ehe Schauki Djelassi den Münster-Sieg besiegelte.
Mit Blick auf die verbleibenden zwei Partien gegen den VfL Oberjettingen und den ABV Stuttgart gilt: „Wir müssen unsere Hausaufgaben machen und auf Patzer der Konkurrenz hoffen“, sagt Contino. Einen Punktenachschlag aus dem vorherigen Spiel gegen den TV Echterdingen II wird es indes nicht geben. Nach jener 2:5-Pleite reichte der Verein beim Sportgericht Klage gegen den Filder-Club ein, wegen angeblich unrechtmäßigen Einsetzens mehrerer Spieler. „Der WFV hat es sich nicht genau angeschaut und die Klage abgewiesen“, berichtet der Coach.
SV Vaihingen – VfL Oberjettingen
Wenn es nach dem SV Vaihingen gegangen wäre, hätte auch am Sonntag gespielt werden können. „Von uns fährt eigentlich niemand nach Berlin, aber Oberjettingen hatte angefragt, das Spiel zu verlegen“, berichtet Jeremiah Geywitz, scheidender Trainer des SV Vaihingen. Dafür sah er ein „cooles Spiel unter Flutlicht, bei dem für die Zuschauer einiges geboten war.“
Nach dem frühen Rückstand durch Yannick Ruß drehten die Vaihinger durch Tom Lennart Huhnke und Tyron Ferrari. „Zu dem Zeitpunkt völlig verdient“, ist Geywitz überzeugt. Und das, obwohl den Oberjettingern ein Tor aberkannt wurde, das selbst laut dem Vaihinger kein Abseits gewesen sei. Auf der anderen Seite hätten die Gastgeber zwei mögliche Elfmeter nicht zugesprochen bekommen.
„Nach der Pause haben wir den Sack dann leider nicht zugemacht“, berichtet Geywitz. Und für den VfL Oberjettingen geht es im Gegensatz zum SV Vaihingen noch um den Klassenverbleib. Entsprechend warfen die Gäste alles in die Partie und konnten sich auf ihren Torjäger Yannick Ruß verlassen, der mit zwei weiteren Buden das Spiel entschied. Mit dem Schlusspfiff traf der 28-Jährige zum 3:2 für den Tabellenzehnten.
SV Deckenpfronn – TSV Rohr
Nichts zu holen gab es für den bereits abgestiegenen TSV Rohr beim besten Rückrundenteam der Liga, das damit die theoretische Chance auf Platz zwei noch aufrechterhält. Mit 0:4 aus Sicht des Tabellen-16. ging die Partie verloren. „Wir haben die ersten zehn Minuten nach der Halbzeit verschlafen und dann war das Spiel entschieden“, sagt Klaus Kämmerer, Trainer des TSV Rohr. Bis zum 2:0 in der 49. Minute sei es ein ausgeglichenes Spiel gewesen, „dann haben sie gezeigt, wieso sie da oben stehen“, berichtet Kämmerer.
Die Statistik zum 32. Spieltag
TSV Münster – VfL Herrenberg 3:1. Tore: 1:0 Kreis (5.), 2:0 Sholambomi (20.), 3:0 Djelassi (75.), 3:1 Abalioglu (90.+1). Besonderes: Rote Karte für Betsch (Herrenberg, 66./Notbremse).
SV Bonlanden – TV Echterdingen II 4:0 Tore: 1:0 Berisha (7., Foulelfmeter), Adam (21.), 3:0 Berisha (37.), 4:0 Berisha (53.). Besonderes: –
SV Vaihingen – VfL Oberjettingen 2:3. Tore: 0:1 Ruß (18.), 1:1 Huhnke (25.), 2:1 Ferrari (43.), 2:2 Ruß (67.), 2:3 Ruß (90. +3). Besonderes: –
SV Deckenpfronn – TSV Rohr 4:0. Tore: 1:0 Etsch (47.), 2:0 Wick (49.), 3:0 Leimbach (77./Eigentor), 4:0 Mehl (85.). Besonderes: –