Torschütze Burak Yalman (rechts) ließ den FC spät jubeln. Foto: Andreas Essig

Der FC Marbach gewinnt das Auswärtsspiel am Samstag beim SV Kornwestheim durch ein spätes Tor mit 3:2 – obwohl in dieser Phase der Gegner auf den Sieg gedrängt hatte.

Fesselndes Ende am Samstag in der Partie zwischen dem SV Kornwestheim und dem FC  Marbach: In der Schluss-Viertelstunde war der SVK beim Spielstand von 2:2 drauf und dran, das Spiel nach zweimaligem Rückstand noch zu seinen Gunsten zu entscheiden. Das Team dominierte in dieser Phase, strahlte vor allem durch scharf getretene Ecken Gefahr aus. Nach einer von Tom Schneider flog der Ball gar an Freund und Feind vorbei und klatschte an den langen Pfosten, von dort aber nicht ins Tor (82.).

 

„Wir sind in dieser Phase geschwommen und hatten Glück“, sagt auch Marbachs Trainer Steffen Leibold. In der vergangenen Saison hätte sein Team, ist er überzeugt, wahrscheinlich noch verloren. Und diesmal? Diesmal verhinderte der FC nicht nur die Niederlage – er ging sogar noch als Sieger vom Feld. Denn Stürmer Burak Yalman bugsierte den Ball aus kürzester Entfernung zum Siegtor über die Linie (88.). Ausschlaggebend war, dass Christos Makrigiannis sich an der Grundlinie um den Verteidiger drehen und den Ball flanken konnte. „Das darf einfach nicht passieren“, ist Kornwestheims Coach Roberto Raimondo bedient.

Die Serien beider Teams halten an

Beide Serien halten damit an: Marbach gewinnt zum dritten Mal, ist nun Fünfter. Kornwestheim steht bereits bei fünf Niederlagen hintereinander und verharrt auf dem Abstiegs-Relegationsplatz. „Marbach geht es jetzt so wie uns zu Saisonbeginn. Da hatten wir auch einen Lauf und haben auch teils mit Glück gewonnen“, so Raimondo.

Der FC-Erfolg war aufgrund der Schlussphase freilich glücklich, zumindest aber nicht gänzlich unverdient. Die Gäste waren mit Kornwestheim auf Augenhöhe, vor allem in Teilen der ersten Hälfte überlegen. Kornwestheim – nach eigentlich starken Anfangsminuten – wirkte da passiv. So hatte Marbach drei Halbchancen binnen drei Minuten, ehe Vasilios Delimpeis etwas Glück hatte, als der Ball nach Hereingabe vom starken Pablo Mailänder vom Keeper an sein Bein prallte und von dort zur FC-Führung ins Tor kullerte. Zwei Minuten später hätte Mailänder fast selbst zum 2:0 nachgelegt, verpasste aber haarscharf.

Kornwestheim fand langsam zurück ins Spiel, nach einem feinen Zusammenspiel von Jannik Pechwitz und Gian Luca Altobelli schoss Ersterer im Fallen drüber. Der Ausgleich kurz darauf fiel dennoch wie aus dem Nichts: Nach einem Freistoß aus dem Halbfeld war Stürmer Lionel Schmidt plötzlich ganz frei und schoss platziert ins kurze Eck (34.). Als der SVK wieder im Angriff war und einen eigenen Einwurf hatte, ging der Ball jedoch verloren und Marbach schaltete blitzschnell um. Der Ball kam zu Burak Yalman an der Mittellinie, der spielte raus zu Besnik Rrusta, und nach dessen Flanke war wiederum Yalman vor dem Keeper zur erneuten Marbacher Führung zur Stelle (38.). „Vorher können wir selbst zweimal abschließen, laufen dann aber in diesen sauberen Konter“, ärgert sich SVK-Coach Raimondo.

„Teilweise wie Schlittschuhlaufen“

Fortan lief die Partie auf Augenhöhe. Die Bedingungen für die Spieler wurden immer schwieriger, denn der Kunstrasen war glatt, immer wieder rutschten Spieler aus. „Es war teilweise wie Schlittschuhlaufen“, beschreibt FC-Trainer Steffen Leibold.

Mitte des zweiten Durchgangs wurde der SVK stärker, Marbach wirkte nun ungefährlich. Die Folge war das 2:2, wieder nach einem Freistoß. Den von Tom Schneider getretenen Ball leitete Nico Schürmann weiter, Tobias Oesterwinter spitzelte ihn am Keeper vorbei ins Glück (72.). Es folgte die Drangphase des Heimteams. „Wir haben noch daran geglaubt, zu gewinnen“, so Raimondo. Das war seiner Elf anzusehen. Und doch waren es die Marbacher, die jubeln durften. SV Kornwestheim:Scheck – Schröder, Oesterwinter, Strehlow, Pechwitz – Polizoakis (60. Schneider), Altobelli, Mira (75. Löffler), Schwalb (90. Stange) – Schürmann, Schmidt.

FC Marbach: Meyer – Biebl, Delimpeis, Kraguljac, Feilner - Paletta, Gervalla, Herre, Mailänder (75. Makrigiannis) – Rrusta, Yalman.