Aufstiegsjubel beim TSV Münchingen: Der 2:1-Siegtreffer gegen den SV Leonberg/Eltingen II löste große Emotionen aus. Foto: Andreas Gorr

Trainer Sahin Üste hat die Fußballer des TSV Münchingen wieder zurück in die Bezirksliga geführt – das war schwieriger als es für viele Außenstehende ausgesehen hat.

Es war ein klarer Auftrag an den neuen Trainer Sahin Üste vor der vergangenen Saison im Spätsommer 2024: Den Abstieg aus der Bezirksliga müsse der neue Trainer umgehend wieder wettmachen – denn der TSV Münchingen würde am ersten Juli-Wochenende 2025 sein 100-jähriges Bestehen feiern und dazu sollte die Fußballabteilung mit dem Wiederaufstieg ihren Teil dazu beitragen.

 

Wer solch klare Vorgaben ins Hausaufgabenheft geschrieben bekommt, der braucht auch die nötigen Arbeitsmittel, um einen Erfolg erzielen zu können. Sahin Üste bekam einen üppigen Kader an die Hand mit 14 Neuzugängen, von denen einige Landes- und sogar Verbandsligaerfahrung hatten.

Sahin Üste hat den TSV Münchingen letztlich souverän zum Titel in der Kreisliga A geführt. Foto: Pressefoto Baumann

Und im Juni 2025 lieferte der Coach schließlich das vorzeigbare Resultat seiner gesammelten Bemühungen: Mit sieben Zählern Vorsprung sicherte er sich mit dem TSV Münchingen die Meisterschaft in der Kreisliga A2 und schaffte so umgehend die Rückkehr in die Bezirksliga. Auftrag zur vollsten Zufriedenheit erfüllt.

Doch so einfach wie es die nackten Zahlen in der Tabelle nahe legen, war der Wiederaufstieg für den 39-Jährigen nicht. „Ich hätte nicht gedacht, dass wir bis zum Schluss so hartnäckige Konkurrenz haben werden“, zollt Üste dem TSV Heimsheim und Drita Kosova Kornwestheim Respekt. Der TSV Heimsheim hatte auch noch den Sprung in die Bezirksliga geschafft, nachdem er sich in der Relegation gegen den SGV Murr durchgesetzt hatte.

In der Partie beim SV Leonberg/Eltingen II gab es gegen Ende ziemlich erhitzte Gemüter. Foto: Andreas Gorr

Der hartnäckige Verfolger Drita Kosova Kornwestheim war erst nach der 2:4-Heimniederlage im direkten Duell am drittletzten Spieltag aus dem Aufstiegsrennen, der TSV Heimsheim gar erst am vorletzten Spieltag, nachdem der TSV Münchingen in einem fußballerischen Kraftakt die Begegnung beim SV Leonberg/Eltingen II für sich mit 2:1 entschieden hatte.

Bis zur 83. Minute lag de Aufstiegsfavorit beim abstiegsbedrohten und mit einigen Akteuren aus dem Kader der ersten Mannschaft verstärkten Gastgeber mit 0:1 zurück, ehe Marco Schwalb (83.) und Nikola Prkacin mit seinem 17. Saisontor in der Nachspielzeit die Begegnung noch drehten. Die Emotionen kochten hoch, der Jubel der Münchinger Kicker und deren Anhang war groß.

Im Bezirks-Pokalfinale gegen TASV Hessigheim gab es für den TSV Münchinen eine 0:4-Klatsche: Antonio di Matteo Foto: Pressefoto Baumann

Zwei Gründe führt Sahin Üste für den notwendigen Kraftakt an: „Wir hatten drei Tage zuvor das Bezirkspokal-Finale gegen TASV Hessigheim bestritten, und „durch die hohe Belastung mit 47 Saisonspielen und einigen Verletzte auch nicht mehr die ganz große Breite im Kader“, erläutert er. Zum Glück habe die Mannschaft einen langen Atem gehabt. „Eine Meisterschaft ist ein Marathon“, weiß der Coach – und die Marathon-Männer aus Münchingen haben ihn erfolgreich hinter sich gebracht.

Ganz offen räumt der 39-Jährige auch ein, dass es nicht immer einfach gewesen sei, den gesamten Kader bei Laune zu halten. Es gab im Prinzip drei Gruppen: der Block mit den neun Spielern, die aus Stammheim gekommen waren, die alten Münchinger, und einige Akteure, die schon unter Üste gespielt hatten. „ Letztlich haben sich alle stets dem Erfolg untergeordnet“, betont der Trainer.

Goalgetter des TSV Münchingen: Nikola Prkacin (li.) Foto: Andreas Gorr

Die einzige Niederlage der Saison gab es am 19. Spieltag Ende März beim 4:5 auf eigenem Platz gegen die SKV Rutesheim II. „Da war die Mannschaft wegen Einflüssen von außen nicht voll fokussiert, das hatte sich schon unter der Woche angedeutet“, erklärt Sahin Üste. Glücklicherweise sei dieses Spiel relativ früh in der Rückrunde gewesen.

„Im Endeffekt hatte die Niederlage einen heilsamen Effekt, da sich danach alle aufgerappelt und an einem Strang gezogen haben“, meint der Coach, der den Wiederaufsteiger auch in der neuen Saison betreut. Dabei muss Sahin Üste erneut einen personellen Umbruch moderieren. Neun Abgängen stehen neun Neuzugänge gegenüber. Es wird nicht einfacher in der Bezirksliga. Auch da erwartet die Münchinger ein Marathon.