Wie im Kopfballduell zwischen Erdinc Bozoglu (links) und Foto: Eibner-Pressefoto

Es war die Überraschung des dritten Bezirksligaspieltags: Der SSV Zuffenhausen siegte dank eines dreieinhalbfachen Torschützen mit 4:3 beim amtierenden Vizemeister TSVgg Münster.

Stuttgart Norden - Noch ist es ein Zweikampf, den sich die beiden Titelfavoriten in der Fußball-Bezirksliga liefern. Aber zu Spitzenreiter N.A.F.I. Stuttgart und dem zweitplatzierten TSV Weilimdorf – die beide mit drei Siegen aus drei Spielen ihre Ambitionen untermauert haben – könnte sich bald ein dritter Club gesellen: der SV Vaihingen, der zwei Erfolge auf dem Konto hat. Folgt ein weiterer Triumph im Nachholspiel bei der derzeit etwas indisponierten Mannschaft von Croatia Stuttgart, dann hätte der SVV mit dem Führungsduo gleichgezogen. Aber der dritte Spieltag hatte auch zwei Überraschungen zu bieten: So behauptete sich der SSV Zuffenhausen dank eines dreieinhalbfachen Torschützen beim amtierenden Vizemeister TSVgg Münster. Und der FC Stuttgart-Cannstatt feierte gegen den MTV Stuttgart den ersten „Dreier“ in der laufenden Runde.

Damir Bosnjak hatte seine Kicker zwar vor der Partie gewarnt. Aber es sollte eine Weile dauern, bis die Mannschaft des Trainers von N.A.F.I. Stuttgart seinen Rat auch beherzigte. „Es hat eine halbe Stunde gedauert, bis wir ins Spiel gekommen sind“, sagt Bosnjak. Diese Zeitspanne nutzte die TSVgg, um mit 1:0 in Front zu gehen, ehe Adnan Akcan kurz vor und Murat Öcal kurz nach der Pause den Rückstand in eine 2:1-Führung verwandelt hatten. Doch auch in der Folgezeit bissen sich die Nord-Stuttgarter an der kompakten Verteidigung der Plattenhardter weitgehend die Zähne aus. Die Platzherren wiederum nutzten ihre dritte gute Tormöglichkeit in der Partie zum 2:2-Ausgleich. Der entfachte bei N.A.F.I. noch einmal neue Energie. In der 85. Minute wurde Ugur Capar, der schon die Vorlage zum 1:1 geliefert hatte, im Strafraum gefoult. Den fälligen Elfmeter verwandelte Akcan zum 3:2-Siegtreffer.

Obwohl ein 4:0 eigentlich ein klares Kräfteverhältnis widerspiegeln sollte – im Fall der Partie des TSV Weilimdorf beim SV Ümmet Stuttgart tut es das nur eingeschränkt. In der erste halben Stunde der Begegnung verbuchten die Weilimdorfer zwar einige Chancen, kamen aber nur durch Cesur Sevimlis Elfmetertreffer zu einem Tor. Doch dann kämpfte sich der Aufsteiger mehr und mehr in Spiel und verzeichnete genügend Möglichkeiten, ging damit aber ähnlich verschwenderisch um wie zuvor der TSV. Nach der Pause eroberten sich die Weilimdorfer die Feldhoheit zurück. Und diesmal klappte es auch mit dem Toreschießen. Erst erhöhte der aufgerückte Innenverteidiger Florian Sprenger nach einer zu kurz abgewehrten Ecke auf 2:0. Dann schloss Sevimli einen Freistoßtrick mit dem 3:0 ab. Den Schlusspunkt zum 4:0 setzte der sieben Minuten zuvor eingewechselte Georg Kum per Flugkopfball nach einer Flanke von Mahdenhager Woldezion in der Nachspielzeit.

Der derzeit drittbeste unter den Nord-Stuttgarter Vereinen ist der SSV Zuffenhausen, der sich durch den 4:3-Erfolg bei der TSVgg Münster behauptete. „Schwere Arbeit, aber tolle Moral“, sagt Barjalei Khostwal, Interims-Trainer der Zuffenhausen. Denn die hatten nach 13 Minuten schon mit 0:2 hinten gelegen. Doch in der 17. Minute schlug der Mann zu, der sich an diesem Tag noch häufiger ins Szene setzen sollte: Martin Mataija traf nach Pass von Reijhan Murati zum 1:2. Beim 2:2 in der 57. Minute kann Mataija wenigstens ein halber Treffer zugesprochen werden, denn er erzwang das Eigentor von Rene Weinhardt. Das 3:2, für das ebenfalls Mataija verantwortlich zeichnete, folgte zwei Minuten später. Münster gelang zwar noch das 3:3, aber nach einer Kopfballvorlage von Khostwal besiegelte Mataija mit dem Treffer zum 4:3 die erste Saisonniederlage des amtierenden Vizemeisters.

Erst eine derbe Klatsche, dann eine klare Niederlage – aber nun hat der FC Stuttgart-Cannstatt die Trendwende geschafft. Mit 2:1 bezwang das Team von Trainer Samir Avdic den MTV Stuttgart. Der erste Saisonsieg des FC fußte auf zweierlei Dingen. Erstens griff die taktische Maßnahme von Avdic, von einem 4-4-2-System auf ein 3-5-2 umzustellen. Zweitens hatte die Elf vom Kräherwald einen ausgesprochen schlechten Tag erwischt. „Ich weiß nicht, was los war. Aber das war nicht die Mannschaft, die ich kenne“, sagte MTV-Trainer Francesco Mazzella di Bosco, der seinen Kickern Ideenlosigkeit und zu zaghaftes Zweikampfverhalten vorwarf. Bezeichnend dafür: Der einzige Treffer der Gäste von Robin Friess resultierte aus einer Standardsituation und kam obendrein zu spät, um das Blatt noch zu wenden. Seitens des FC hatten Behar Hasanaj auf Vorlage des erst 18-jährigen Ethem Baykan und Tamer Fara getroffen. „Ein Spielgelbild der vergangenen Runde“, sagte Mazzella di Bosco, dessen Mannschaft in der Saison 2014/2015 ebenfalls am dritten Spieltag auf den FC getroffen war und nach einem schlechten Auftritt eine 1:2-Niederlage erlitten hatte.

Auf den ersten Sieg in der neuen Runde muss der TV 89 Zuffenhausen noch warten. Das Derby gegen die S portvg Feuerbach endete mit einem 1:1. Ausgeglichen ist auch die Meinung der beiden Trainer zum Spiel: beide ärgern sich darüber, die Partie nicht gewonnen zu haben – dies allerdings aus unterschiedlichen Gründen. Der Zuffenhäuser Coach Sven Peuckert grämt sich darüber, dass es seiner Mannschaft nicht gelang, die von Eddy Bormann nach Freistoß von Driar Shammak erzielte 1:0-Führung über die Zeit zu bringen. Und Feuerbachs Trainer Gökhan Dogan äußerte seinen Unmut darüber, dass seine Kicker zwar genügend Chancen hatten, aber eben auch nur auf einen Treffer kamen. Mahran Hussein sicherte der Sportvg mit seinem Tor aus 25 Metern in der 86. Minute wenigstens noch einen Punkt. Dabei hatte Michele Cinque per Fallrückzieher den Ball schon nach fünf Minuten ins Netz bugsiert. Doch der Schiedsrichter verweigerte dem Tor wegen gefährlichen Spiels die Anerkennung. Die zweite Möglichkeit aus der Kategorie „hundertprozentig“ hatte Brian Hofmann vergeben, der nur den Pfosten traf.

Tristesse herrscht derweil bei Croatia Stuttgart. „Wir wussten, dass der Saisonstart schwierig wird. Aber wir haben nicht damit gerechnet, dass er so schwierig wird“, sagte Croatia-Spielleiter Tomislav Babic nach der 0:2-Niederlage gegen den Aufsteiger VfB Obertürkheim. Die erste Halbzeit verschliefen die Kroaten komplett und lagen schon nach zwei Minuten mit 0:1 hinten. Eine Aufholjagd? Fehlanzeige. Stattdessen folgte in der 36. Minute das 2:0 für die Gäste, nachdem Branimir Marijanovic einen Foulelfmeter verursacht hatte. In Hälfte zwei fanden die Platzherren etwas besser ins Spiel, entwickelten aber kaum Torgefahr. So blieb es beim 0:2 und der Gewissheit, dass die Mannschaft einiges mehr zeigen muss, um im Nachholspiel am Mittwoch gegen den SV Vaihingen zu bestehen.

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