Der Trainer Niki Oroz ist zuversichtlich, dass die Aufholjagd im Tabellenkeller gelingt. Foto: Günter Bergmann

Teil vier unserer Rückrundenvorschau. Bei Croatia Stuttgart übt sich der Trainer trotz einer beängstigenden Komponente in Zuversicht, sieht aber auch ein mögliches „Problem“.

Eigentlich könnte einem beim Blick auf die Statistik angst und bange werden. Fünf Testspiele bis zu diesem Sonntag. Und das Ergebnis? Fünf Niederlagen mit insgesamt 25 (!) Gegentoren. Von daher weiß man nicht so recht, was man davon halten soll, wenn der Trainer Niki Oroz bilanziert: „Testspiele halt. Bewusst teils gegen höherklassige Gegner. Kein Grund zur Aufregung.“ Macht der Mann nach Außen hin bewusst auf Gelassenheit, während bei Croatia Stuttgart intern bereits die Alarmglocken schrillen? Oder ist es tatsächlich so, dass die Mannschaft im Ligaernstfall nun einfach mal den Schalter umlegen wird?

 

Zumindest Oroz demonstriert Optimismus, wobei sich jener auf drei Faktoren stützt. So habe erstens ein jeder seine Hausaufgaben gemacht. Gezielt gearbeitet haben die Kroaten an ihrem Konditionsdefizit. „In der Hinrunde sind wir oft nach 60, 70 Minuten eingebrochen. Jetzt sind die Jungs bereit, volles Tempo zu gehen“, sagt Oroz. Zweitens ist da die Sache mit den Heimspielen. In der Hinrunde trat der Tabellen-14. wegen der Renovierung seines Sportgeländes fast nur auswärts an – nun kehrt sich die Sache um. Elf der 15 verbleibenden Spiele finden zuhause auf dem Frauenkopf statt. Allemal ein Plus im Abstiegskampf.

Drittens schließlich kennt Oroz die Seinen: „Wir waren schon immer mehr ein Rück- als ein Hinrundenteam“, weiß er. Will heißen: Vorhang auf für die Aufholjagd. Aktuell, nach verkorkstem Saisonstart mitsamt Trainerwechsel vom glücklosen Josip Radeljic zu Oroz, belegt Croatia einen der drei Kellerränge, die am Ende das Aus in der Staffel bedeuten würden. Zum Relegationsplatz besteht ein Abstand von drei Zählern.

Klar ist Oroz bei allem Selbstbewusstsein aber auch: Viel darf nicht mehr schief gehen. Als richtungsweisend sieht er die fünf ersten Begegnungen, die allesamt gegen unmittelbare Konkurrenten aus der unteren Tabellenhälfte gehen, beginnend am nächsten Sonntag (15 Uhr) mit der Heimaufgabe SV Nufringen. „Aus diesem Programm sollten wir zehn Punkte holen, sonst haben wir ein Problem“, ahnt Oroz.

Beim anderen, das droht, gilt einstweilen das Prinzip Hoffnung. Wie der Verein den Abgang seines Stammkeepers Mirko Perkovic (wie berichtet familiär bedingter Umzug nach Reutlingen/nun NK Croatia Reutlingen) auffangen will? Darauf antwortet Oroz mit einer Gegenfrage: „Was, wenn der FC Bayern Manuel Neuer verliert?“ Soll heißen: „Mirko kann man nicht gleichwertig ersetzen, weder menschlich noch sportlich. Er war leistungstechnisch in einer anderen Liga.“

Als neue Nummer eins darf sich der bisherige Ersatzmann Matej Hodak versuchen. Darüber hinaus sind als Winterzugänge dabei: Flavio Caldieri (Angriff, SC Korb), die zurückgekehrten Routiniers Puria Masoumifar und Edvin Karic (beide von FV Dersim Sport Ludwigsburg) sowie Patrik Samuel Salihu (Torhüter, SV HNK Slaven Stuttgart).

Personalien

Zugänge
Flavio Caldieri (Angriff, SC Korb), Puria Masoumifar (Mittelfeld, FV Dersim Sport Ludwigsburg), Edvin Karic (Abwehr, FV Dersim Sport Ludwigsburg), Patrik Samuel Salihu (Tor, SV HNK Slaven Stuttgart).

Abgänge
Mirko Perkovic (NK Croatia Reutlingen), Gabrijel Kolar (SG Leonberg/Eltingen II), Filip Rajic (SV HNK Slaven Stuttgart).