Der Botnanger Trainer Alexander Schweizer hofft auf ein Anknüpfen an die gute Hinrunde. Foto: Archivf/Günter Bergmann

Teil zwei unserer Rückrundenvorschau: Geht für den Aufsteiger nach der starken Hinserie nun sogar noch mehr? In einem Punkt sieht sich der Coach Schweizer vor einer „echten Challenge“.

Stopp! Jetzt aber Schluss mit „jugendlichem Leichtsinn“, wie es der Coach Alexander Schweizer formuliert. Hat er in den vergangenen Wochen seit Trainingswiederbeginn doch tatsächlich den ein oder anderen in den eigenen Reihen ertappt, der bereits mit wässrigem Mund auf die Tabelle schaut. Träumen erlaubt? Greifen die Fußballer des ASV Botnang sogar nach den Sternen?

 

Hätte beim Endlich-Wiederaufsteiger vor Saisonbeginn jemand prophezeit, dass es in diesem Spieljahr einmal in solche gedanklichen Sphären gehen könnte, Schweizer hätte ihn wohl als übergeschnappt eingestuft. Und auch jetzt bemüht sich der 35-Jährige, die Bodenhaftung zu wahren. „Das Ziel ist und bleibt ganz klar der Klassenverbleib“, stellt er klar. Schöne Grüße an alle im Kader, die dazu neigen, das anders zu sehen. Bewusst ist dem Trainer allerdings, dass es mit der eigenen verbalen Defensive auf Dauer schwierig werden könnte – zumindest dann, wenn seine Mannschaft weiter so abliefert wie bisher.

Tabellenplatz sechs, nur vier Punkte hinter dem Spitzenduo – und neun Zähler Polster bereits zur eigentlichen Orientierungsmarke, der Abstiegszone. Wer hätte es gedacht? „Das macht das Ganze natürlich schon etwas entspannter“, sagt Schweizer. Vor allem im eigenen Stadion ließen die Seinen die Konkurrenz in Serie abblitzen. Festung Furtwängler Straße. Dort sind die Botnanger seit März 2024 in 27 Punktspielen ungeschlagen (24 Siege, drei Unentschieden). Und auch die aktuelle Rückrundenvorbereitung führte gleich wieder in einen guten Flow. Unter anderem düpierte das Schweizer-Team den Verbandsligisten TSV Weilimdorf auswärts mit 2:1.

Was die Zuversicht zudem stärkt: In seinem Kader hat der Verein nachgelegt. Mit Blick auf seinen Winterneuzugang Edison Qenaj (28, vom Enz/Murr-Bezirksligisten AKV BG Ludwigsburg) gerät Schweizer regelrecht in Schwärmen: „Ein Jackpot für uns. Knapp zwei Meter groß, eine echte Kante – und dennoch technisch gut.“ Gleichwohl sich für den Coach damit ein „Problem“ ergibt. „Für den Angriff wird es nun eine echte Challenge, wie wir da aufstellen“, sagt er. Zwischen dem Einsteiger, dem genesenen Kapitän Mirlind Kamberi und seinem Bruder Daniel Schweizer, dem bisherigen Toptorjäger, hat er für vorne die Qual der Wahl. Wahrscheinlich, dass Letzterer fortan vermehrt über die Zehnerposition agieren wird.

Die Probe im Ernstfall dann ab Anfang März. Wieder los geht es für die Botnanger mit Spielen gegen die beiden Schlusslichter des Klassements, den TSV Dagersheim (1. März, 15 Uhr, zuhause) und den VfL Oberjettingen (8. März, 15 Uhr, auswärts). Der Mahner Schweizer sagt: „Wenn wir da nicht mit der richtigen Einstellung rangehen, fliegt uns das um die Ohren.“ Der vorsichtige Optimist Schweizer ergänzt: „In der Rückrunde 20 Punkte holen – das soll der Maßstab sein. Haben wir die und sollten vorzeitig gerettet sein, dann machen wir Party und können weiter schauen.“ Und spätestens dann würde auch der Trainer keine Stoppschilder mehr aufstellen.

Personalien

Zugänge
Edison Qenaj (28, Angriff, AKV BG Ludwigsburg).

Abgänge
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