Ist seit 1999 beim ASV Botnang: Trainer Alexander Schweizer. Foto: Archiv Günter Bergmann

Der Aufsteiger vertraut auch in der Fußball-Bezirksliga auf seine Tugenden und peilt einen einstelligen Tabellenplatz an.

Na also, geht doch. Nach vielen Jahren des „Vizekusen-Daseins“ sind dem ASV Botnang in der vergangenen Runde doch der Titelgewinn und der Sprung in die Bezirksliga gelungen – endlich. Dort war der Club letztmals vor 15 Jahren. Einst ein Stammgast in Stuttgarts höchster Liga, strebt die Mannschaft um den Trainer Alexander Schweizer selbiges wieder an. Und zwar mit den Tugenden, die zuletzt meisterschaftsbringend waren. Allem voran Teamgeist und Zusammenhalt.

 

In Botnang ist dies nicht nur eine Phrase, sondern tatsächlich auch gelebt. „Ein Großteil der Truppe wohnt nur einige Minuten vom Sportplatz entfernt, viele sind schon seit langem beim ASV“, sagt der 34-jährige Schweizer, der selbst seit Juli 1999 Vereinsmitglied ist. Mehr noch: rund 75 Prozent seiner Schützlinge hätten denselben Friseur, sagt er schmunzelnd. Darüber hinaus bestach der ASV in der Vergangenheit durch enormen Kampfgeist.

Oder mit den Worten des Trainers ausgedrückt: Man zaubere nicht leichtfüßig brasilianisch, sondern arbeite Fußball, weshalb intern der Vereinsname auch etwas anders interpretiert wird. Das „A“ in ASV steht eigentlich für Athletik, für die kickende Abteilung bedeutet der Buchstabe jedoch Arbeit. Die dürften seine Jungs auf dem Feld nie zu kurz kommen lassen, wolle man erfolgreich sein und das angestrebte Ziel „einstelliger Tabellenplatz“ erreichen. Ein Abrücken von diesen Tugenden wurde in der Vorbereitung bei der 0:3-Niederlage gegen den A-Ligisten Kleinaspach prompt bestraft. „Nur spielerisch geht es einfach nicht, ich hoffe die Truppe nimmt die Partie als mahnendes Beispiel“, sagt Schweizer.

An der taktischen Herangehensweise ändert sich auch eine Liga höher nichts – warum auch? Heißt: „In der Defensive kompakt stehen und schnell nach vorne umschalten“, verrät Schweizer – dies mit einem aus seiner Sicht besseren und breiteren Kader als im Vorjahr. Die Abgänge in der Abwehr habe man durch den Bezirksliga-erfahrenen Marco Hörner (SV Pattonville), den großgewachsenen Mateo Prajo (TV Zuffenhausen) und den routinierten Wiedereinsteiger Maximilian Josefiak – einst ASV-Kapitän und zuletzt studienbedingt in Marburg – mehr als kompensiert. Gleiches gelte auch im Mittelfeld, unter anderem durch die Verpflichtung von Rick Hachenbruch (zuletzt SSV Zuffenhausen). Mit diesem stand Schweizer schon häufiger in Verhandlungen, dieses Mal meldet sich der Spieler und wollte wissen, ob noch Interesse an seiner Person bestehe. Die Antwort des Trainers: „Auf jeden Fall, zumal wir auf den Flügeln ein Problem hatten.“

Dementsprechend freuen sich die Botnanger auf das erste Bezirksliga-Spiel nach 15 Jahren, müssen sich aber auf eines sicherlich einstellen: mehr Niederlagen. „Es wird eine mentale Umstellung werden, das ist allen klar. Ich bin mir aber sicher, das bekommen wir hin“, sagt der Coach Schweizer.

Eckdaten

Zugänge:
Marco Hörner (SV Pattonville), Mateo Prajo (TV 89 Zuffenhausen), Darwan Hassan (Junioren Sportvg Feuerbach), Maximilian Josefiak (Wiedereinstieg/war studienbedingt in Marburg), Erik Strube (MTV Stuttgart II), Rick Hachenbruch (SSV Zuffenhausen), Kevin Thiekes (Junioren SV Hoffeld).

Abgänge:
Will Urgakovic (Studium in Thailand), Claudius Saager (Fußballpause), Yulli Pavlik (Ziel unbekannt).

Trainer:
Alexander Schweizer (seit Juli 2017)

Spielstätte:
Furtwängler Straße 122, 70195 Stuttgart.

Saisonziel:
ein einstelliger Tabellenplatz; in der Liga etablieren (Platzierung in der vergangenen Saison: 1. Kreisliga A, Staffel 1).

Meisterschaftstipp:
SV Bonlanden, VfL Herrenberg

Auftaktspiel:
auswärts beim SV Bonlanden (Sonntag, 31. August, 15 Uhr).