Gegen den VfB Neckarrems gelang der Spvgg Renningen mit Albion Maliqi (Nr. 18) ein 2:0-Erfolg. Foto: Andreas Gorr

Die Spvgg Renningen ist nach nur einer Saison in der Bezirksliga wieder abgestiegen. Mit einem namhaften Trainer auf der Bank soll die Rückkehr gelingen.

Die Bezirksliga ist für die Spvgg Renningen in dieser Runde eine Nummer zu groß gewesen. Obwohl die Mannschaft den Aufstieg im Vorjahr ohne Niederlage geschafft hatte, stand am Ende dieser Saison mit Abstand der letzte Tabellenplatz und damit die Rückkehr in die Kreisliga A.

 

„Vielleicht dachten einige nach der starken Vorsaison, dass die Bezirksliga ein Selbstläufer wird, aber uns haben Cleverness und Abschlussstärke gefehlt, sodass der Abstieg vollkommen verdient ist“, bilanziert Abteilungsleiter Sven Heinkele selbstkritisch.

Im letzten Saisonspiel unterlag die Spvgg Renningen dem TSV Merklingen mit 2:4. Foto: Andreas Gorr

Der Fußball-Chef weiß auch genau, wo das Kernproblem seiner Kicker lag. „Unser Schwachpunkt war der Angriff, 38 Tore in 30 Spielen sprechen eine deutliche Sprache“, betont er. Einer der Gründe dafür sei sicherlich, dass in Karim Radhouani ein Stürmer nicht mehr dabei gewesen sei, der wisse, wo das Tor steht. „Wir hatten uns häufig zahlreiche Chancen herausgespielt, bevor der Gegner überhaupt den ersten Abschluss hatte. Aber der Ball ging leider zu selten ins Tor“, hadert Sven Heinkele. Mit der Defensivleistung des Teams ist der Abteilungsleiter hingegen zufrieden: Es gibt sechs Teams, die mehr als die 72 Renninger Gegentore hinnehmen mussten.

Die Entwicklung in die falsche Richtung begann für Heinkele bereits zum Ende der Hinrunde am Jahresende 2024: Nach zwölf Punkten aus sechs Spielen mit nur einer Niederlage zwischen dem sechsten und zwölften Spieltag und einem turbulenten 6:6 nach 3:6-Rückstand bei FV Dersim Sport Ludwigsburg bot die Mannschaft beim 0:3 in Merklingen eine ganz schwache Leistung. „Da waren wir vielleicht ein Stück weit zu arrogant und dachten, es läuft jetzt alles von allein weiter“, sagt Heinkele rückblickend. Stattdessen begann die Rückrunde wie die Hinrunde mit fünf Niederlagen. „Da hat einfach auch mal der Ausreißer nach oben mit Punkten gegen ein Spitzenteam gefehlt“, moniert der Fußballchef.

Kein Durchkommen für Lucas Perez (Mi.) in der Partie gegen den TV Aldingen, der am 2. März 2:1 siegte. Foto: Baumann

Dass der Rückzug von Trainer Marcel Pfeffer in den letzten Saisonspielen wegen eines schweren persönlichen Schicksalsschlages eine entscheidende Rolle gespielt haben könnte, glaubt Heinkele allerdings nicht. „Es war eher so, dass unter Kostas Mitroglou noch einmal ein Ruck durch die Mannschaft gegangen ist und sie versucht hat, Marcel Pfeffer mit positiven Ergebnissen zu unterstützen“, meint er.

Bei der Suche nach einem Nachfolger auf dem Trainerposten ist Heinkele ein Coup gelungen: Der gebürtige Renninger Michael Schürg, zweifacher Oberliga-Torschützenkönig und Ex-Zweitligaspieler, wird bei der Spvgg seine erste Trainerstation im Aktivenbereich übernehmen. Der Wiederaufstieg in der kommenden Saison ist für den Abteilungsleiter keine Pflicht, vorne mitzuspielen traut er der Mannschaft jedoch ohne weiteres zu – zumal sich für ein mögliches Offensivproblem dann eine spezielle Lösung anbietet. „Für die Kreisliga A reicht es bei Michael Schürg vielleicht auch noch mit 40 Jahren“, sagt Heinkele mit einem Schmunzeln auf Lippen.

Ex- Torjäger Michael Schürg (Mi./im Trikot der SKV Rutesheim) wird neuer Trainer der Spvgg Renningen. Foto: Andreas Gorr

Ganz großer Hoffnungsträger für die Offensive bei der Spvgg ist jedoch Alim Göler, der vom GSV Maichingen II kommt und in der abgelaufenen Kreisliga-Saison 20 Tore erzielt hat. „Ihn hat uns noch Marcel Pfeffer vermittelt, vielleicht wird das unser Heilsbringer“, erklärt Heinkele lächelnd. Drei weitere Neuzugänge kommen von der SKV Rutesheim II: Julius Böhler soll die Abwehr verstärken, Leon Kottucz und Justin Eberhard sind für Angriff beziehungsweise Mittelfeld vorgesehen.

Demgegenüber stehen vier Abgänge: Muhammed Sivri und Emir Bozkurt wechseln zum Ortsrivalen KSV Renningen, Felix Dietrich und Louis Gerken beenden ihre Karrieren. Beide wurden standesgemäß vor großem Publikum beim letzten Saisonspiel gegen den TSV Merklingen verabschiedet. Allerdings – wie zu häufig in dieser Saison – mit einer Niederlage.