Pfarrerin Claudia Kook, Pfarrer Thomas Rumpf und die beiden Kirchengemeinderäte Ulrike Kollmar und Michael Püngel freuen sich auf die gemeinsame Zukunft. Foto: S. Käfferlein

Die evangelische Stephanusgemeinde und die evangelische Laurentiusgemeinde haben zum 1. Januar 2013 fusioniert. Das Ereignis feiert die Kirchengemeinde Rohr-Dürrlewang in diesem Monat mit einer Festwoche.

Rohr/Dürrlewang - Das Logo spricht für sich. Ein waagerecht durchlaufender Strich verbindet die Laurentiuskirche mit der Stephanuskirche. Während es das Logo schon ebenso lange gibt wie den gemeinsamen Gemeindebrief, ist der Name der Kirchengemeinde neu: Evangelische Kirchengemeinde Rohr-Dürrlewang. Seit dem 1. Januar sind die beiden Gemeinden ganz offiziell zu einer zusammengewachsen.

Hinter den Pfarrern, Kirchengemeinderäten, hauptamtlichen und ehrenamtlichen Mitarbeitern und Gemeindemitgliedern liegt ein mehrjähriger Prozess. „2005 hat alles angefangen“, erinnert sich Pfarrer Thomas Rumpf. Ursprünglich ausgehend von den Dürrlewangern. „Die Kirchengemeinde hatte sich stark verkleinert“, erzählt Ulrike Kollmar, vom Kirchengemeinderat (KGR) und bis Dezember die Vorsitzende des KGR Dürrlewang. Dadurch sei es – wie in anderen Gemeinden auch – immer schwieriger geworden, das Gemeindeleben in seiner Vielfalt aufrecht zu erhalten.

Gemeinden hatten Kooperationsvertrag geschlossen

Als weiteren Grund für die Fusion nennt Rumpf den Rückgang der mit dem Mitgliederschwund verbundenen personellen Ressourcen. 2007 hatten die Gemeinden einen Kooperationsvertrag geschlossen und einen Fusionsausschuss gegründet. „Sorgsam und Stück für Stück haben wir den Prozess vorangebracht“, sagt Rumpf. Hatten die jungen Gemeindemitglieder schon immer ein gemeinsames Jugendwerk, sind die Kirchengemeinden in den vergangenen Jahren auf immer mehr Ebenen nach und nach zusammengewachsen. „Wir haben beispielsweise die Gottesdienstzeiten aufeinander abgestimmt“, sagt die Pfarrerin Claudia Kook. Michael Püngel, der Vorsitzende des KGR und bis Dezember Vorsitzender des Rohrer Gremiums, verweist auf die 17. Auflage des gemeinsamen Gemeindebriefs und die Konfirmandenarbeit. „Unser Internetauftritt ist noch in Arbeit“, sagt Michael Püngel.

Rumpf betont, dass beide Gemeinden zusammenwachsen wollten und nicht mussten. Kook unterstreicht das. „Man hat gemerkt, dass wir entschieden haben und selbst handlungsfähig waren.“

Degerlocher Pfarrer predigt beim Festgottesdienst

In ihrer Arbeit wurden sie von Pfarrer Andreas Maurer aus Degerloch unterstützt. „Er hat den Prozess moderiert“, sagt Kook. Und er ist es auch, der am Sonntag, 13. Januar, die Predigt im Festgottesdienst in der Laurentiuskirche halten wird. Denn ihre Hochzeit, wie Rumpf im jüngsten Gemeindebrief schreibt, will die Gemeinde mit einer Festwoche feiern (siehe Infokasten). „Außerdem gibt es am Freitag ein großen Mitarbeiterfest“, so Rumpf.

Hilfestellung von außen bekamen die Gemeinden zudem vom Oberkirchenrat. „Wir haben die rechtliche Beratung in Anspruch genommen“, sagt Kook. Und: „Für die Hauptamtlichen wird sich durch die Fusion nichts ändern“, betont Rumpf. Die einzige Änderung gibt es für die Kirchenpflegerin – auf dem Papier. „Wir hatten schon in der Vergangenheit eine Kirchenpflegerin“, sagt Püngel. Erst jetzt ist aber auch die Kirchenpflege die gleiche. Am 1. Dezember wird darüber hinaus erstmals ein gemeinsamer Kirchengemeinderat gewählt. Derzeit sind noch alle bisherigen KGR-Mitglieder im neuen Gremium vertreten. Nach der Wahl wird der KGR statt der derzeit 17 ehrenamtlichen Personen, aus zwölf Vertretern bestehen.

Um die Größe der Kirchengemeinde geht es nicht

Um Größe geht es der Kirchengemeinde freilich nicht. „Wir sind auch künftig keine XXL-Gemeinde“, schreibt Rumpf im Gemeindebrief. Beide Pfarrer betonen, dass die ortsteilbezogenen Strukturen erhalten bleiben sollen. Es sei wichtig, zur Identifikation und dafür, den Glauben zu leben, dass die Standorte und deren Profile erhalten bleiben würden. Mit der Fusion sieht sich die Gemeinde gut gerüstet. „Die Frage, wie wir als Kirchengemeinde zukunftsfähig sind, hat uns in unserem Prozess geleitet“, sagt Püngel. An deren Beantwortung müsse kontinuierlich gearbeitet werden. „Jetzt haben wir eine gute Startposition“, sagt der Kirchengemeinderat.

Das Programm in der Festwoche

Die Festwoche

13. Januar
: In der Laurentiuskirche, Reinbeckstraße 5, findet am Sonntag, 13. Januar, ein Festgottesdienst mit Kirchenchor, Kantorei der Heiligen Familie und Flötenkreis statt. Die Predigt hält Pfarrer Andreas Maurer. Beginn ist um 10.30 Uhr. In der Stephanuskirche gibt es keinen Gottesdienst.

15. Januar:
Nils Büttner, Professor an der Akademie der Bildenden Künste, hält am Dienstag, 15. Januar, im Gemeindehaus der Stephanuskirche, Galileistraße 65, einen Vortrag: Thema „Stephanus und Laurentius: Bild – Kultur – Geschichte“. Beginn: 19 Uhr.

16. Januar:
„Im Reigen der fünf Jahreszeiten – Bilder, Gedichte, Musik“ heißt es am Mittwoch, 16. Januar, bei „Kaffee und Kultur um 3“ mit Bernhard Gomm in der Laurentiuskirche. Beginn ist um 15 Uhr.

19. Januar
: Das Jugendwerk lädt am Samstag, 19. Januar, 19 bis 23.30 Uhr, zu einer Party mit Disco für Jugendliche im Alter von 13 Jahren an. Treffpunkt ist das Untergeschoss der Laurentiuskirche.

20. Januar
: Um 9.30 Uhr findet am Sonntag, 20. Januar, ein Festgottesdienst in der Stephanuskirche mit dem Posaunenchor statt. Der einstige Dürrlewanger Pfarrer Karl Hardecker predigt. In der Laurentiuskirche gibt es keinen Gottesdienst.

20. Januar:
Um 18 Uhr gibt es in der Laurentiuskirche ein Orchesterkonzert der Stuttgarter Musikfreunde.

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