Commerzbank und Deutsche Bank wollen fusionieren. Beide sind in schwieriger Lage. Foto: AFP

Die Deutsche Bank und die Commerzbank nehmen Gespräche über eine Fusion auf. Für Barbara Schäder ist das keine sinnvolle Option. Einen Fürsprecher allerdings hat die mögliche Super-Bank.

Frankfurt - Nun also doch. Nach monatelangen Spekulationen haben Deutsche Bank und Commerzbank bestätigt, dass sie einen Zusammenschluss zumindest prüfen wollen. Die Erklärungen von Deutsche-Bank-Chef Christian Sewing dazu sind allerdings auffallend defensiv: Ob die Fusion komme, sei keineswegs sicher – und man werde „ausschließlich wirtschaftlich sinnvolle Optionen verfolgen“.

An der Sinnhaftigkeit der Fusionspläne gibt es berechtigte Zweifel. Gewiss: Ein ­Zusammenschluss der beiden größten deutschen Privatbanken würde – in Verbindung mit Filialschließungen und Stellenabbau – den Wettbewerb auf dem deutschen Markt verringern. Die neue Megabank hätte dann durchaus Chancen auf höhere Erträge. Allerdings erst nach Jahren teurer Abfindungsprogramme und anderer Umbaukosten. Diese auf sich zu nehmen in einer Zeit, da die Deutsche Bank noch nicht einmal die Postbank verdaut hat, erscheint gewagt. Der Einzige, der eine Fusion zum jetzigen Zeitpunkt wirklich zu wünschen scheint, ist Bundesfinanzminister Olaf Scholz. Dass der SPD-Politiker die großen deutschen Banken vor einer Übernahme aus dem Ausland schützen will, ist politisch nachvollziehbar. Eine Nothochzeit ergibt jedoch nicht einmal vor diesem Hintergrund Sinn, denn ein Käufer ist derzeit nicht in Sicht.

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