Laut Umweltministerium geht vom Inhalt des gefundenen Fläschchens keine Alpha-Strahlung aus. Damit kann nun ausgeschlossen werden, dass es sich um Polonium-210 handelt.
Das Fläschchen, das am Ostersonntag in einem Garten am Ortsrand von Vaihingen an der Enz gefunden wurde, enthält kein radioaktives Polonium-210. Dies hat eine erste Analyse des Inhalts des Plastikdöschens ergeben, wie das Umweltministerium am Donnerstagnachmittag mitteilt.
Messtechnisch schwer nachweisbar
Das Fundstück war mit einem Etikett versehen gewesen, das vermuten ließ, dass sich der radioaktive Stoff Polonium-210 darin befinden könnte. Daraufhin kam es zu einem Großeinsatz Dutzender Feuerwehrkräfte. An Ort und Stelle wurde außerhalb des Fläschchens keine erhöhte ionisierende Strahlung gemessen, somit wurden in der Umgebung des Döschens keine radioaktiven Stoffe nachgewiesen.
Da es sich bei Polonium-210 um einen reinen Alphastrahler handelt, bestand keine Gefahr durch eine äußere Strahlenexposition. Dadurch ist der Stoff wiederum messtechnisch aber auch nur schwer nachweisbar. Eine erste Plausibilitätsprüfung von Strahlenexperten des Umweltministeriums hatte bereits am Ostermontag keinen hinreichenden Verdacht ergeben, dass in dem Plastikdöschen tatsächlich Polonium-210 enthalten sein könnte.
Keine Alpha-Strahlung vorhanden
Um schnell Gewissheit zu erlangen, wurde der halbflüssige Inhalt des Behältnisses nun zunächst generell auf Alpha-Strahlung analysiert. Diese Messung ist in der Durchführung weniger aufwendig als die ursprünglich geplante Alpha-Spektrometrie, die konkret auf Polonium-210 prüft. Das Ergebnis zeigte: Vom Inhalt des Döschens geht keine Alpha-Strahlung aus. Damit kann ausgeschlossen werden, dass sich in dem Fundstück Polonium-210 befindet.
Ergänzend zu dieser Analyse wurde eine weitere Messung gestartet: Mit einer Elementanalyse soll ermittelt werden, ob Spuren von Blei in dem Döschen enthalten sind. Das kann Rückschlüsse darauf ermöglichen, ob es zu einem früheren Zeitpunkt Polonium-210 beinhaltet hat. Polonium-210 hat eine Halbwertszeit von etwa 138 Tagen, so dass bei einer sehr alten Probe der Stoff schon komplett zu stabilem Blei-206 zerfallen wäre. Die Ergebnisse dazu liegen voraussichtlich bis Ende kommender Woche vor.
Wenn dieser Punkt geklärt ist, kann der Kunststoffbehälter laut einer Information der Stadt Vaihingen an der Enz zurück an die Polizei gehen, die ihn dann weiter kriminaltechnisch untersucht und auch den Inhalt weiter analysiert. Die Polizei übernimmt zudem die Ermittlungen, wer das Döschen beschriftet und in dem Garten abgelegt hat.