Forscher entdeckten nun verbrannte Überreste von Cannabispflanzen (Symbolbild). Foto: dpa

Forscher haben auf einem 2500 Jahre alten Friedhof in China verbrannte Überreste der Cannabispflanze entdeckt. Vermutlich wurde aus rituellen Gründen schon vor Tausenden Jahren gekifft.

Washington - Archäologen haben den ersten direkten Beweis für Marihuana-Konsum auf einem 2500 Jahre alten Friedhof im Pamir-Gebirge gefunden. Das geht aus einem am Mittwoch in der Fachzeitschrift „Science Advances“ veröffentlichten Bericht hervor.

In einem Komplex erhabener Grabstätten im zentralasiatischen Pamir, das Teile Chinas, Pakistans und Tadschikistans umfasst, fanden Forscher hölzerne Schüsseln und Steine mit verbrannten Überresten der Cannabispflanze. Wissenschaftler glauben, die Steine seien erhitzt und für die Verbrennung von Marihuana genutzt worden, dessen Rauch Menschen dann als Teil eines Begräbnisrituals einatmeten. „Es ist der früheste stichhaltige Nachweis, dass Menschen high geworden sind“, sagte Mark Merlin, ein Botaniker der Universität von Hawaii, der nicht an der Forschung beteiligt war.

Wurde Cannabis auch als Droge genutzt?

Die Geschichte von Drogen beschäftigt Wissenschaftler seit langem. Der griechische Geschichtsschreiber Herodot schrieb über Menschen, die um 440 v. Chr. in Zentralasien Marihuana geraucht haben. Archäologen fanden Samen und Pflanzen, die Gräbern in den Hochebenen Zentralasiens beigelegt wurden. Da Cannabissamen jedoch auch für die Ölgewinnung und die Fasern für Stoffe genutzt wurden, reicht der Nachweis von Cannabissamen allein Forschern nicht als Nachweis für den Konsum als Droge.

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