Gerald Bosch an seinem neuen Arbeitsplatz an der Paul-Linke-Straße. Foto: Torsten Ströbele

Der neue Leiter des Familien- und Nachbarschaftszentrums hat nach seinem ersten Jahr Bilanz gezogen. Die kleinen Startschwierigkeiten sind längst vergessen, mittlerweile klappt alles bestens.

Botnang - Gerald Bosch sitzt in seinem Büro an der Paul-Lincke-Straße 8. Hinter ihm an der Wand hängen einige Bilder, Erinnerungsstücke und Abschiedsgeschenke von ehemaligen Kollegen und Weggefährten. Zehn Jahre lang war Bosch für die Evangelische Gesellschaft (eva) bei der Mobilen Jugendarbeit West/Botnang tätig. Seit etwas mehr als einem Jahr hat er die Nachfolge von Thea Feulner als Leiter des Familien- und Nachbarschaftszentrum (FuN) angetreten.

Mittlerweile sind die kleinen Startschwierigkeiten vergessen. Als Feulner ging, wechselte auch die Trägerschaft des FuN vom Jugendamt an die eva. Der Übergang war etwas zäh. Bis alle Geräte, vom Fax bis zum Computer, wunschgerecht ihre Arbeit verrichteten und die Handwerker fertig waren, hat es einige Wochen und Monate gedauert. „Der Anfang war leider etwas holprig, doch jetzt klappt alles bestens“, sagt Gerald Bosch.

Die Türen stehen immer offen

Die Menschen im Quartier rund um die Paul-Lincke-Straße haben ihn gut aufgenommen. Viele kennen den dreifachen Familienvater schon aus seiner Zeit bei der Mobilen Jugendarbeit. „Das ist natürlich ein Vorteil, auf dem man aufbauen kann“, sagt Bosch. Doch er ist nicht nur Ansprechpartner und Ratgeber für die Mädchen und Buben im Quartier, er möchte für alle da sein. „Die Zielgruppe ist groß.“

Bei Gerald Bosch stehen die Türen im FuN immer offen. Er versteht die Einrichtung als Anlaufstelle in einem Quartier, das nicht unbedingt den besten Ruf genießt. „Aber die Situation hat sich erheblich beruhigt.“ Die Menschen würden sich viel mehr mit ihrer Umgebung identifizieren, sie als Heimat sehen. Das führe beispielsweise auch dazu, dass der Vandalismus stark nachgelassen habe. „Ich erlebe das Quartier als offen und freundlich. Wir wollen aber niemanden zwangsbeglücken“, sagt Bosch. Er reiche jedem die Hand und verweise auf die Angebote im FuN, aber er akzeptiere selbstverständlich auch, dass es Menschen gebe, die nicht erreicht werden wollen. „Alles basiert auf Freiwilligkeit.“

Kindertreff, Mutter-Kind-Gruppe und Hausaufgabenbetreuung

Aber was alles im FuN möglich ist, zeigt der Belegungsplan. Montags und dienstags sind Mädchen und Buben zwischen sechs und zwölf Jahren zum Kindertreff eingeladen. Zudem gibt es dienstags auch eine Mutter-Kind-Gruppe und Hausaufgabenbetreuung. Das tunesische Konsulat bietet Arabischunterricht an, sonntags findet der Gottesdienst einer afrikanischen Gruppe statt. Mittwochs trifft sich im FuN der Mädchenclub Wildcats, und freitags kochen oder backen Frauen aus der Nachbarschaft gemeinsam in der FuN-Küche.

Für weitere Vorschläge ist Gerald Bosch immer zu haben: „Das FuN lebt von den Ideen der Menschen aus dem Quartier. Es ist nicht das Gerald-Bosch- oder das eva-Zentrum, sondern es ist der Ort für alle.“

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