Das Online-Banking und die Bezahlung beim Online-Shopping sollen sicherer werden Foto: dpa-tmn

Dass die EU-Kommission durch die Regulierungen einerseits mehr Möglichkeiten für mehr Wettbewerb schafft, andererseits aber auch mehr Sicherheit für Verbraucher und deren Daten gewährleistet ist ein

Brüssel - Der Verbraucher hat viele Gründe, sich über die Digitalisierung im Finanzbereich zu freuen. Neue Dienstleister haben den Platzhirschen unter den Banken bereits in vielen Bereichen Konkurrenz gemacht. Wer als Kunde bereit ist, auf den persönlichen Dialog mit einem Bankmitarbeiter zu verzichten, der kann inzwischen viel Geld sparen. Bei der Kontoführung wie bei Entscheidungen über ­Immobilienkredite.

Mehr Wettbewerb gewünscht

In andere Geschäftsfelder, etwa Überweisungen in Nicht-Euro-Wirtschaftsräume, drängen die jungen Anbieter erst herein. Hier ist mehr Wettbewerb gewünscht. Er könnte dazu beitragen, dass die hohen Preise im Zahlungsverkehr sinken. Zudem liegt auf der Hand, dass die Finanzdaten der Verbraucher immer wertvoller werden. Das Beispiel Google lässt erahnen, dass bei der kommerziellen Nutzung von Informationen über Kauf- und Anlageentscheidungen von 500 Millionen Europäern noch so mancher Schatz zu heben ist.

Geldhäuser geraten unter Druck

Die Geldhäuser geraten so enorm unter Druck. Dass die Finanzindustrie versucht, ihr Geschäftsmodell längstmöglich zu schützen, ist verständlich. Die EU muss bei der Regulierung eine Gratwanderung hinlegen. Einerseits darf sie Horrorszenarien der Finanzbranche nicht auf den Leim gehen. Wenn es nach ihnen ginge, würde den neuen Anbietern das Geschäft erschwert, Wettbewerb abgewürgt. Alles bliebe beim Alten. Andererseits muss Brüssel sicherstellen, dass sich keine Wildwestmanieren breitmachen. Mit den neuen Regeln im Online-Banking ist der Kommission dieses Austarieren gut gelungen. Sie stellen sicher, dass Drittanbieter die Daten der Kunden einsehen und nutzen können, wenn der Verbraucher dies ausdrücklich erlaubt hat. Im Gegenzug muss sich der Anbieter klar ausweisen und bekommt nur die Daten, die er wirklich für die Transaktion braucht. So wird die Branche aufgemischt – unter Einhaltung der Regeln des Datenschutzes. Dies stellt Brüssel nun sicher. Bravo!

Hat Ihnen der Artikel gefallen? Jetzt teilen: