Stau und Autoverkehr in Stuttgart: Das Foto zeigt die Friedrichstraße am Abend. Foto: Lichtgut/Max Kovalenko

Man nehme 30 Jahre alte Gasherde, schätze deren Produktion von Stickoxid und verwende die Zahl fortan als Grenzwert. Wegen dessen Überschreitung werden bald Hunderttausende Dieselautos aus Stuttgart verbannt.

Stuttgart - An seine Zeit in Baden-Württemberg erinnert sich Alexander Kekulé noch gut – und auch an die Stuttgarter Luft: „Auf dem Weg in die Innenstadt waren schon von oben die Abgaswolken zu sehen, die man unten dann einatmen musste“, sagt der Arzt und Biochemiker, der vor 20 Jahren als stellvertretender Leiter des Instituts für Virologie an der Universität Tübingen arbeitete. Auch wenn die Luft seither sauberer geworden sei, könne er „jeden verstehen, der darauf drängt, dass der Schadstoffgehalt weiter gesenkt wird“. Doch der 60-jährige Wissenschaftler, der inzwischen das Institut für Biologische Sicherheitsforschung in Halle leitet, hat massive Zweifel daran, dass die Region Stuttgart auf dem richtigen Weg ist, um dieses Ziel zu erreichen. Vor einigen Wochen hat er sich als bisher einziger Forscher die Mühe gemacht, minutiös nachzuzeichnen, auf welche Weise der Grenzwert für Stickstoffdioxid (NO2) zustande gekommen ist, mit dem die Gerichte die nun anstehenden Fahrverbote begründen.

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