Unions-Gleichung mit Fragezeichen: Ergeben Jens Spahn und Markus Söder (r.) zusammen CDU-Chef und CSU-Kanzlerkandidat? Foto: dpa/Peter Kneffel

Nach der Sommerpause können CDU und CSU die offene Führungsfrage nicht mehr beiseiteschieben, kommentiert Christopher Ziedler.

Berlin - In der CDU und CSU sollten nun einmal alle in sich gehen und überlegen, wie sie nach den Ferien in die heiße Phase des parteiinternen Kandidatenfindungsprozesses gehen. Spätestens im September, wenn sich die SPD bei der Kanzlerkandidatur festlegen will, gibt es keine Ausflüchte mehr. Dann entsteht eine neue Dynamik, zu der auch die NRW-Kommunalwahl beitragen dürfte. Die Unionsspitze kann dann nicht mehr so tun, als ob es in der Corona-Krise unpatriotisch wäre, über parteipolitische Belange zu sprechen.

 

Der im Februar ausgerufene Dreikampf um den CDU-Parteivorsitzzwischen Armin Laschet, Friedrich Merz und Norbert Röttgen ist coronabedingt ein lahmes Entenrennen geworden. So läuft in der CDU inzwischen manches auf Gesundheitsminister Jens Spahn zu, obwohl der bisher gar kein Kandidat ist. Spahns Chancen steigen stündlich, die von Markus Söder auf die Kanzlerkandidatur ohnehin. Spätestens seit Merkel beim Besuch am Chiemsee ihre Präferenz für Bayerns Ministerpräsidenten so offen zur Schau gestellt hat, kommt am CSU-Chef keiner mehr vorbei. Die Frage wird sein, ob er am Ende nicht doch lieber im Freistaat bleibt. Die Antwort darauf könnten die beiden Noch-Nicht-Kandidaten Spahn und Söder am Ende unter sich ausmachen.