Überlebende nach der Katastrophe: Thomas Blondelle, Simone Schneider Foto: Matthias Baus

Die Staatsoper Stuttgart hat Gustav Mahlers Lieder-Sinfonie mit einem frühen Text von Elfriede Jelinek zusammengebracht: ein apokalyptisch dunkler Abend.

Stuttgart - In Zeiten der (Corona-)Krise hat der Regisseur David Hermann aus der Not einen Tugend gemacht: Im halb fertigen Halbrund von Jo Schramms Bühne, die eigentlich für Richard Strauss’ „Frau ohne Schatten“ konzipiert wurde, simuliert er am Dienstagabend eine Welt nach der Katastrophe. Katja Bürkle betritt mit Elfriede Jelineks Text „Bienenkönige“ im Gepäck die Szene als Forscher von einem anderen Planeten, entdeckt Überlebende. Mit Gustav Mahlers „Lied von der Erde“ beginnt der musikalische Teil. Cornelius Meister und das Staatsorchester schöpfen das geschärfte dramatische Potenzial von Arnold Schönbergs Kammerorchester-Bearbeitung aus, und unter den Sängern glänzen vor allem die Sopranistin Simone Schneider und der Tenor Thomas Blondelle. Der Rest ist irgendwie endzeitmäßiges Assoziationstheater.

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