Zurückgelassener Müll an öffentlichen Plätzen. Foto: Michael Steinert

Beim Frühjahrsputz am Samstag sollen möglichst viele Helfer die Stadt von Müll und Dreck befreien. Letztes Jahr wurden so acht Tonnen Müll gesammelt.

Ludwigsburg - Eine fleckige Matratze, Plastikkanister, Gummischläuche, welke Pappbecher und Styroporteile – auf einer Brachfläche am Südende der Ludwigsburger Eisenbahnstraße bietet sich ein ganz gutes Bild dessen, was Oberbürgermeister Werner Spec meint, wenn er von Wegwerfmentalität spricht. „Wenn man noch zwei Jahre wartet, wird das hier noch zum Müllabladeplatz“, sagt der OB. Zustände wie in der Eisenbahnstraße seien eine „Riesensauerei“ und eine „Unverschämtheit“ gegenüber der Wohnbevölkerung und der Stadt. Dies gelte genauso für den Müll, der einfach aus dem Autofenster geworfen werde und sich am Straßenrand sammle – oder die Überbleibsel öffentlicher Trinkgelage, etwa auf dem Akademiehof, der Bärenwiese oder dem Bahnhofsumfeld.

Innenstadt bald alkoholfrei?

Angesichts dieser Gelage hält es Spec für geboten, dass das Thema Alkoholverbot in der Innenstadt wieder stärker diskutiert wird. „Es wäre zumindest wünschenswert, diese Möglichkeit zu haben“, sagt der OB. Gehe es doch auch darum, friedliche Gruppen auf öffentlichen Plätzen vor Beleidigungen und Gewalt zu schützen. Für eine entsprechende Änderung des Polizeigesetzes wolle er sich daher einsetzen.

Am kommenden Samstag soll aber erstmal ein anderes Zeichen gesetzt werden: unter dem Motto „Neue Helden braucht die Stadt!“ sollen dann wieder möglichst viele Bürger zwischen 9 und 12 Uhr zum Frühjahrsputz animiert werden – entweder vor der eigenen Haustür oder an insgesamt 13 über die Stadt verteilten Standorten. Bereits seit Wochen weisen etliche Plakate und Flyer auf die Aktion hin. Mit dem Begriff Stadtheld seien zum einen die ehrenamtlichen Helfer gemeint, aber auch die hauptberuflichen Stadtreiniger, sagt der Leiter der Technischen Dienste Ludwigsburg (TDL), Hans-Jürgen Schroff. „Wir wollen das Thema Reinigen damit auch in ein positiveres Licht rücken.“

Schulen und Kindergärten sind auch mit im Boot

Die Stadt hofft auf rege Beteiligung der Bürger. Gerade im Winter, wo das Gras in den Böschungen noch nicht so hoch gewachsen sei und die Bäume noch kein Laub tragen würden, käme ja auch einiges ans Tageslicht, sagt Schroff. „Acht Tonnen Müll wurde beim Frühjahrsputz im vergangenen Jahr gesammelt“, sagt der TDL-Chef. Das Sammelergebnis 2012 könnten sich Interessierte am Ende der Aktion in Form eines Müllberges auf dem Umschlagplatz der TDL am Kugelberg ansehen.

„Wegräumen ist aber nur das eine“, sagt Schroff. Es sei auch wichtig, das Präventionsbewusstsein zu fördern – vor allem bei jungen Menschen. Daher habe man die Putzaktion bereits zu Beginn dieser Woche in Schulen und Kindergärten gestartet. „800 Personen machen da mit“, sagt Schroff. Dies seien deutlich mehr als in den vergangenen Jahren.

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