First Lady Gerlinde Kretschmann zusammen mit Tülay Schmid, Ehefrau von Baden-Württembergs Finanzminister Nils Schmid Foto: dpa

Beim traditionellen Frühjahrskaffee von Ministerpräsidentengattin Gerlinde Kretschmann standen diesmal Flüchtlinge im Mittelpunkt.

Stuttgart - Die tiefen Töne und die traurigen Stimmen wollen so gar nicht zu dem hellen Licht draußen passen. „Genug Blut! Hört auf mit dem Krieg“, singen die jungen Männer, Frauen und Kinder im Marmorsaal des Neuen Schlosses in Stuttgart und erinnern an die Städte in Syrien, aus denen sie kommen, und die jetzt alle zerstört sind. In ihrer Musik und ihren Gedichten ist ihr Schmerz spürbar – über den Verlust von Angehörigen, Freunden, ihrer Heimat.

Zum Auftritt beim traditionellen Frühjahrskaffee für die Damen des Konsularischen Korps, die Partnerinnen von Ministern und Fraktionsvorsitzenden hat Gastgeberin Gerlinde Kretschmann in diesem Jahr syrische Flüchtlinge eingeladen. Viele von ihnen haben in den vergangenen Monaten im Kloster Oggelshausen an einem Opernprojekt des Stuttgarter Vereins „Zuflucht Kultur“ mitgearbeitet – ein Versuch, auf einander zuzugehen, sagt Projektleiterin Cornelia Lanz. „Wir haben in der Flüchtlingsunterkunft miteinander gelebt, gekocht, gefeiert und auch gelitten.“

Ihre Inszenierung von Mozarts Oper „Così fan tutte“ hat es ins Fernsehen geschafft, und sie wird auch beim Evangelischen Kirchentag Anfang Juni in Stuttgart gezeigt. Für ihr Engagement überreichte Gerlinde ­Kretschmann der Initiative einen Scheck über 1000 Euro.

Als Dankeschön für ihr ehrenamtliches Tun hat die First Lady des Landes auch Frauen eingeladen, die sich um Flüchtlinge kümmern. „Sie unterstützen die Menschen in ihrem Alltag und helfen mit, ihnen das Gefühl zu geben, dass sie nicht nur hier untergebracht, sondern auch willkommen sind“, sagte sie. am Dienstag. In Herrenberg beispielsweise lädt der Verein „Flüchtlinge und wir“ regelmäßig zu Treffen ein und bietet Beratung und Unterstützung, erzählte die Vorsitzende Margaretha Oppermann.

„Sie haben uns mit einem nachdenklichen Programm konfrontiert“, erklärte die Honorargeneralkonsulin von Nepal, Ann-Katrin Bauknecht, später bei Kaffee und edlen Torten. „Das tut ab und zu auch gut.“

Mit dem Frühjahrskaffee setzt Gerlinde Kretschmann einen Brauch fort, den schon ihre Vorgängerinnen pflegten – allerdings in der Vorweihnachtszeit. Unter den Gästen war auch eine ehemalige Gastgeberin: Edeltraud Teufel. Und zwei, die es gern würden: Tülay Schmid, Frau von SPD-Landeschef Nils Schmid, und Barbara Wolf, Frau des CDU-Spitzenkandidaten Guido Wolf.

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