Anstatt optimistisch in die Zukunft zu blicken, muss jetzt vielleicht nicht alles, aber doch Vieles in Frage gestellt werden beim deutschen Basketball-Nationalteam, meint Sportredakteur Joachim Klumpp.
Stuttgart - Hochmut kommt vor dem Fall. Die deutschen Basketballer waren zwar nicht als Geheimfavorit auf den WM-Titel nach China gereist, sahen sich selbst aber zumindest als Medaillenkandidat. Das Verpassen der Zwischenrunde, womit auch die Olympia-Qualifikation in weite Ferne gerückt ist, kommt deshalb einer Blamage gleich. Zumal das Aus – bei allem Respekt – gegen zweitklassige Teams wie die Dominikanische Republik passierte mit der 68:70-Niederlage am Mittwoch. Anstatt optimistisch in die Zukunft zu blicken, muss jetzt Vieles in Frage gestellt werden.
Große Chance weggeworfen
War der Fokus zu sehr auf NBA-Star Dennis Schröder gerichtet, sodass viele seiner Nebenleute die Verantwortung scheuten? War Trainer Henrik Rödl bei seinem ersten großen Turnier überfordert, weshalb von außen zu wenige taktische Impulse kamen? Fehlten im vermeintlich besten Kader seit langem die Kämpfertypen, die es in so einem Turnier braucht? Letztlich müssen alle Fragen mit Ja beantwortet werden.
Das Schlimmste daran: Das DBB-Team hat die große Chance weggeworfen, in der Gunst von Fans und Medien – hinter König Fußball – Boden gut zu machen. Das ist verheerend für die Nationalmannschaft, aber auch für die ambitionierte Bundesliga.
Verbandspräsident Ingo Weiss hatte vor der WM erklärt: „Ich sage nicht, dass wir Weltmeister werden – sonst werden wir am Ende noch Waldmeister.“ Doch genau so ist es jetzt gekommen.