Finanzminister Schmid und Breuninger einigen sich: Das Hotel Silber wird nicht abgerissen.

Stuttgart - Die einstige Gestapo-Zentrale in Stuttgart bleibt als Ort der Erinnerung von der Abrissbirne verschont. Dies ist das Ergebnis eines Gesprächs zwischen dem baden-württembergischen Finanzminister Nils Schmid (SPD) und dem Chef des Kaufhauses Breuninger, Willem van Agtmael. Ein gemeinsames Bauprojekt des Landes und des Unternehmens solle entsprechend umgestaltet werden, sagte ein Breuninger-Sprecher.

Geplant sind rund um den Karlsplatz auf 47.000 Quadratmetern Grundfläche neue Ministerien, Läden, Lokale und ein Luxushotel.

Von 1936 bis 1945 Gestapo-Zentrale

In dem landeseigenen Gebäude, das in der Bevölkerung als „Hotel Silber“ bekannt ist, hatte von 1936 bis 1945 die Zentrale der Geheimen Staatspolizei (Gestapo) ihren Sitz. Die Nazis organisierten hier die Deportationen von Juden und Homosexuellen, im Keller folterten sie Gefangene.

Die abgewählte schwarz-gelbe Landesregierung wollte das Haus einem Neubauviertel opfern. Viele Prominente hatten sich zuletzt vehement für einen Erhalt als Gedenkort eingesetzt.

Die Stuttgarter Stadtverwaltung äußerte sich zurückhaltend. "Fest steht: Die Stadt möchte die Neuordnung am Karlsplatz. Wir werden uns auch weiterhin sehr konstruktiv in die Gespräche einbringen", sagte ein Sprecher.

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