Die Frostschäden in Jens Zimmerles massiv betroffener Sauvignon-blanc-Parzelle bei Korb sind gutsichtbar Foto: /Gottfried Stoppel

Der Eisheilige Pankratius hat dem Remstal und der gesamten Region am frühen Morgen Minusgrade und teils erhebliche Frostschäden beschert.

Weinbau - In der Nacht zum Dienstag habe er eigentlich recht gut geschlafen, sagt der Korber Wengerter Jens Zimmerle. Am Morgen dann die böse Überraschung: Der Eisheilige Pankratius hatte doch tatsächlich nochmals Frost mit sich gebracht, der nicht nur in seinen Weinbergen in einigen Lagen heftige Schäden angerichtet hat. „Ein Sauvignon-blanc-Wengert mit 25 Ar ist komplett erfroren, sogar die Frostruten“, sagt Zimmerle.

Erste Schätzung: Mindestens zehn Prozent Einbuße

Nicht nur sein Weingut im Remstal ist betroffen, in der ganzen Region beklagen die Wengerter teils deutliche Frostschäden. Und wie Jens Zimmerle berichten sie, dass nicht nur der Zeitpunkt überraschend kam, sondern auch die kaum nachvollziehbare Verteilung der Frostschäden. Da seien tatsächlich in dem einen Wengert beträchtliche Schäden, während der Nachbarwengert völlig unbetroffen geblieben sei. „Wir kennen unsere Frostlöcher“, sagt Zimmerle, gerade diese seien aber diesmal teils verschont geblieben. Wobei das tatsächliche Ausmaß der Schäden noch nicht exakt einzuschätzen sei, „da müssen wir abwarten, wie es sich entwickelt“. Er rechne mit zehn Prozent an Einbußen, vielleicht etwas mehr.

Da hat es Unterfranken heftiger erwischt. Dort wird das Ausmaß der Ausfälle auf durchschnittlich 30 Prozent taxiert. In Bönnigheim (Kreis Ludwigsburg) sagt Christian Dautel, er verzeichne in knapp einem Drittel seiner Weinberge Frostbeeinträchtigungen. Über deren Ausmaß und Auswirkung lasse sich allerdings momentan nur spekulieren. „Das müsse wir noch sehen, es wird sich erst in einigen Tagen zeigen, wie stark die Triebe betroffen sind“, so Dautel.

Bis 100 Prozent Ausfall im Fellbacher Gewann Vogler

In Fellbach haben beim Weingut Heid vor allem im Gewann Vogler viele Rebstöcke gelitten. Marcus Heid rechnet mit bis zu 100 Prozent Ausfall dort, allerdings mache der Bereich nur fünf Prozent seiner Flächen aus. Seine Hoffnung ist, dass noch sogenannte Beiaugen austreiben, die zumindest für einen gewissen Ertrag sorgen könnten.

Erstaunt hat ihn wie manch anderen Wengerter in der Region das extrem kurze Zeitfenster, in dem der späte Frost auftrat: „Gegen 7 Uhr lichtete sich der Nebel, da muss die Temperatur ins Minus gerutscht sein“. Und weil die Triebe vom Landregen am Montag in bestimmten Lagen noch nass gewesen seien, so sein Erklärungsversuch, habe dieser minimale Frost offenbar ausgereicht, um sie deutlich zu schädigen. Vor drei Wochen, als Ostwind Nachttemperaturen von zwei oder drei Minusgraden gebracht habe, habe das der Natur deutlich weniger ausgemacht. Da sei die Luft trocken und die Vegetation nicht so weit fortgeschritten gewesen.

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