Ministerpräsident Kretschmann beim traditionellen Froschkutteln-Essen in Riedlingen (Archivbild). Foto: dpa/Felix Kästle

Der Zwischenfall mit Dutzenden Verletzten im hessischen Volkmarsen und der Anschlag von Hanau überschattete am Fastnachtsdienstag auch das närrische Treiben im Südwesten.

Riedlingen - Ministerpräsident Winfried Kretschmann (Grüne) sagte beim traditionellen Froschkutteln-Essen in Riedlingen (Kreis Biberach): „Die Fastnacht gehört zum Leben dazu. Und wenn wir das alles ließen, dann machen wir das, was die wollen: Unseren Lebensstil ändern.“ Es sei aus seiner Sicht zudem die falsche Antwort, auf Anschläge wie in Hanau mit Angst zu reagieren und alles zu verändern, was man bisher gemacht habe. Weil man dann denen sozusagen in die Karten spiele. „Das ist nämlich ihr Ziel - und dem werden wir uns mit aller Kraft widersetzen“, sagte Kretschmann.

Zunftmeister: „Brauchtum lässt sich nicht einschüchtern“

Am Montag war ein Auto in der nordhessischen Stadt Volkmarsen in eine Menschenmenge gefahren. Dabei wurden etwa 30 Menschen verletzt, rund ein Drittel davon Kinder. Ein 29 Jahre alter deutscher Staatsbürger wurde festgenommen. Das Motiv des Mannes ist noch unklar. Fünf Tage zuvor hatte im ebenfalls hessischen Hanau nach Ermittlungen der Polizei ein 43 Jahre alter Deutscher neun Menschen mit ausländischen Wurzeln erschossen. Der Sportschütze soll auch seine 72 Jahre alte Mutter und dann sich selbst getötet haben.

Die Narrenzunft Gole gedachte zu Beginn des Froschkutteln-Essens der Opfer von Hanau mit einer Schweigeminute. „Das schockt uns alle“, sagte der Zunftmeister Thomas Maichel. „Aber unser historisches Brauchtum und unsere Gesellschaft lassen sich nicht einschüchtern.“ Bei dem traditionellen Narrenfrühstück wird ein Gericht unter anderem aus Rinderinnereien serviert.

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