Die Schüler fuhren über verschiedene Hindernisse – und durch diese durch. Foto: Julia Bosch

Polizisten zu Gast an der Realschule: Die Fünft- und Sechstklässler haben eine Auffrischung in die Regeln beim Radfahren erhalten. Außerdem gab es einen Einblick in erste Hilfe – und ehemalige Fritz-Leonhardt-Realschüler boten eine besondere Aktion an.

Degerloch - Am Donnerstag hat sich der Skateplatz in Degerloch in einen Fahrradübungsplatz verwandelt: Die Fünft- und Sechstklässler der Fritz-Leonhardt-Realschule haben sich einen Tag lang mit dem Fahrradfahren beschäftigt – und erhielten dabei Unterstützung von vier Polizisten aus dem Referat Prävention.

Polizisten frischen den Kenntnisstand auf

„Wir zeigen den Kindern, was ein verkehrssicheres Fahrrad ist, erläutern ihnen, warum sie einen Helm tragen sollten und wie wichtig ein gutes Fahrradschloss ist“, sagt Andreas Jenner, einer der Polizisten. Außerdem erhielten die Schüler in den Klassenzimmern Nachhilfe in der Theorie: „Wir fragen ab, was von der Verkehrserziehung aus der vierten Klasse hängen geblieben ist, weisen auf die Gefahren an Bahnanlagen hin und sprechen über das Fahren auf dem Gehweg und auf der Straße“, sagt Jenner.

Einige Meter weiter sitzen Luisa aus der Klasse 10a und Jessica aus der 9c mit zehn jüngeren Schülern auf einer Weichbodenmatte. Die beiden Schülerinnen zeigen, wie man bei einem Unfall helfen kann – zum Beispiel den Verletzten in die stabile Seitenlage bringen, bis der Notarzt kommt. „Weiß jemand, wie die stabile Seitenlage geht?“, fragt Luisa. Eine jüngere Schülerin meldet sich. So ganz klappt es noch nicht, aber die beiden können helfen: „Wir sind bei der Jugendfeuerwehr und haben gelernt, wie man erste Hilfe leistet.“

Seit Kurzem gibt es neue Fahrradbügel

Eine besondere Aktion war auch die Fahrradreparaturstation. Dort zeigten Schüler, die im vergangenen Jahr ihren Realschulabschluss abgelegt hatten, wie man einen Platten repariert oder die Bremsen nachzieht. Und nebenher durften die Schüler sich mit ihrem Fahrrad an verschiedene Hindernisse wagen.

Besonders schön für die Rektorin Karin Grafmüller ist, dass die Schule kurz vor dem vierten Radtag neue Abstellplätze für Räder bekommen hat. „Wir haben an verschiedenen Stellen rund um die Schule mehr als 100 Fahrradbügel aufgebaut. An diesen kann man von beiden Seiten sein Rad aufrecht abstellen“, sagt Grafmüller. Bis zuletzt hatte die Schule nur veraltete Fahrradabstellplätze, die auch als „Felgenkiller“ bezeichnet wurden. „Diese Abstellplätze waren ziemlich niedrig, und wenn jemand dagegen stieß oder ein Ball dagegen kam, konnte es passieren, dass die Felgen kaputtgingen.“

„Busfahren kann stressig sein“

Dass seit 2014 an der Realschule kurz vor den Sommerferien ein Radtag stattfindet, hat auch damit zu tun, dass mehr Schüler dazu ermuntert werden sollen, den Schulweg mit dem Fahrrad zurückzulegen: „Wir wollen nicht nur, dass weniger Kinder von ihren Eltern mit dem Auto gebracht werden, sondern auch, dass weniger Kinder mit dem Bus fahren“, sagt Grafmüller. Denn Busfahren könne durch das Gerangel stressig sein. Außerdem würden die Kinder, wenn sie mit dem Rad zur Schule fahren, schon automatisch etwas Sport machen.

Generell habe die benachbarte Grundschule, die Albschule, eher ein Problem mit Elterntaxis als die Fritz-Leonhardt-Realschule, sagt Grafmüller. Richtig eng, weil so viele Eltern am Morgen zugleich ihre Kinder vor der Fritz-Leonhardt-Realschule abliefern würden, werde es eher selten.

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