Starker Auftritt in Mannheim: Rechtsaußen Tim Sörensen, der fünf Tore für Frisch Auf wirft. Foto: Baumann

Sie spielten 70 Minuten lang Vollgas-Handball – doch am Ende gehen den Handballern von Frisch Auf Göppingen etwas die Körner aus. Der Bundesligist scheidet bei den Rhein-Neckar Löwen mit 34:36 nach Verlängerung aus dem DHB-Pokal aus. Auch weil ein Schweizer Weltklasse-Spielmacher den Unterschied ausmacht.

Mannheim - Wer in das Gesicht von Hartmut Mayerhoffer schaute, der sah eine Mischung aus Enttäuschung und Stolz. Und entsprechend äußerte sich der Trainer von Handball-Bundesligist Frisch Auf Göppingen auch nach dem DHB-Pokal-Achtelfinal-Krimi bei den Rhein-Neckar Löwen: „Ich bin natürlich sehr traurig über das Ergebnis, aber wir können sehr zufrieden sein mit unserer Leistung. Sowohl kämpferisch als auch vom spielerischen Niveau“, sagte Mayerhoffer nach dem unglücklichen 34:36 (29:29, 16:14) nach Verlängerung in der SAP-Arena.

Schmid bewahrt kühlen Kopf

Am Ende entschied die größere Erfahrung in engen Spielen und der überragende Andy Schmid (zehn Tore/davon ein Siebenmeter) die Partie für den deutschen Meister von 2016 und 2017. Der abgezockte Schweizer Weltklasse-Spielmacher behielt in der Verlängerung vor 3573 Zuschauern kühlen Kopf, übernahm Verantwortung und setzte die entscheidenden Impulse. Frisch Auf gingen dagegen etwas die Körner aus. Was auch daran lag, dass durch den Ausfall von Ivan Sliskovic (Muskelfaserriss) eine wichtige Wechselmöglichkeit im Rückraum fehlte.

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Aus 21:17 wird 23:26

Obwohl Abwehrchef Jacob Bagersted schon vor der Pause zwei Zeitstrafen kassiert hatte und danach mit weniger Risiko in die Zweikämpfe ging, baute Frisch Auf seine Führung auf 21:17 (36.) aus. Die Löwen drehen die Partie – und lagen in der 54. Minute mit 26:23 vorne. Doch Frisch Auf bewahrte die Ruhe, kämpfte sich geduldig, aber mit viel Kampfkraft in die Verlängerung – zum Einzug ins Viertelfinale reichte es aber nicht.

Samstag beim SC Magdeburg

„Die Mannschaft hat 70 Minuten Vollgas-Handball gezeigt, am Ende fehlen vielleicht auch ein, zwei Torwartparaden, aber auf diese Leistung können wir aufbauen. Das gibt uns auch weiter Selbstvertrauen“, lobte Göppingens Sportlicher Leiter Christian Schöne sein Team. Bereits am Samstag (18.30 Uhr) geht es in der Liga beim SC Magdeburg weiter. Für ein Comeback von Ivan Sliskovic wird es aber wahrscheinlich frühestens zum Heimspiel gegen die Eulen Ludwigshafen (13. Oktober, 16 Uhr) reichen. Beste Frisch-Auf-Werfer in Mannheim waren Marcel Schiller (7/1), Kresimir Kozina und Sebastian Heymann (je 6) sowie der starke Rechtsaußen Tim Sörensen (5).

Aufstellung

Rhein-Neckar Löwen: Appelgren (1.-15. Minute); Palicka (15.-60.); Schmid 10/1 Tore, Gensheimer 4/1, Kirkelökke 2, Lagarde, Tollbring, Abutovic, Mensah Larsen, Fäth, Groetzki 6, Guardiola 1, Petersson 5, Nielsen 1, Ganz, Kohlbacher 7.

Frisch Auf Göppingen: Kastelic (1.-48.; 63.-70.), Rebmann (48.-63.); Theilinger 3, Kneule 3, Heymann 6, Bagersted, Peric 2, Sörensen 5, Schiller 7/1, Rentschler (ne.), Predragovic (ne.), Erifopoulos (ne.), Hermann (ne.), Zelenovic 2, Kozina 6.

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