Trainer Hartmut Mayerhoffer (li.) und der Sportliche Leiter Christian Schöne arbeiten seit 2018 zusammen. Foto: Baumann/Hansjürgen Britsch

Handball-Bundesligist Frisch Auf Göppingen steckt in der Krise, und Hartmut Mayerhoffer ist die Zielscheibe der Kritik. Der Sportliche Leiter Christian Schöne äußert sich zur Trainerfrage.

Nicht wenige der 2800 Zuschauer verließen die EWS-Arena tief enttäuscht schon vor dem Abpfiff. Von denen, die bis zum Schluss geblieben waren, gab es teils heftige Pfiffe und Buhrufe. Der Handball-Bundesligist Frisch Auf Göppingen hat mit dem 23:29 (15:13) gegen die MT Melsungen und einem desolaten Auftritt in der zweiten Halbzeit den Kredit bei den Fans endgültig verspielt. Im Fokus der Kritik steht nach nur 7:15 Punkten in der Bundesliga und dem Aus im DHB-Pokal der Trainer.

 

Vorjahr zählt nicht mehr

Die starke vergangene Saison, mit dem Erreichen von Platz fünf und der Qualifikation für die European League, zählt nicht mehr. Längst wird im Umfeld über einen Rauswurf des Trainers diskutiert. Doch der Sportliche Leiter Christian Schöne beteiligt sich daran nicht: „Für mich ist ein Trainerwechsel überhaupt kein Thema, ich stehe zu 100 Prozent zu Hartmut Mayerhoffer. Für mich wäre es Schwachsinn, sich vom Trainer zu trennen und das ganze System auf den Kopf zu stellen. Das ist für mich keine Option. Wir haben auch in der vergangenen Saison eine schwierige Phase gemeinsam gemeistert und dann noch einen Riesenerfolg gefeiert.“

Das Treuebekenntnis heißt aber nicht, dass bei Frisch Auf zur Tagesordnung übergegangen wird. Vor dem Spiel beim THW Kiel (Sonntag, 16.05 Uhr) wird an diesem Donnerstag ausgiebig mit der Mannschaft diskutiert: „Natürlich stehen wir alle in der Pflicht, der Trainer, die Geschäftsführung, ich, aber vor allem die Mannschaft, jeder einzelne Spieler ist jetzt gefordert, eine stabile Leistung zu bringen.“ Immer wieder betonen die Spieler, wie gut die Zusammenarbeit mit dem Trainer ist, der eine hohe Akzeptanz im Team genießt. „Nun ist es endgültig an der Zeit, etwas zurückzugeben, die Leistung auf die Platte zu bringen“, fordert Schöne.

Dass der Sportliche Leiter mit seiner unmissverständlichen Haltung pro Trainer alleine dasteht, glaubt er nicht: „Es wurde in unseren internen Diskussionen am Mittwoch nach dem Spiel kein einziges Wort über den Trainer gesprochen“, versichert der 41-Jährige. Dennoch dürften sich Geschäftsführer Gerd Hofele und der Aufsichtsrat um den Vorsitzenden Claus Mai Gedanken machen, denn auch der Druck auf sie wird immer größer.