Aleksandar Knezevic, der neue Coach von Handball-Bundesligist Frisch Auf Göppingen, erlebte eine emotionale Achterbahnfahrt Foto: Pressefoto Baumann

Aleksandar Knezevic, der neue Trainer des Handball-Bundesligisten Frisch Auf Göppingen, hat die mangelnde Fitness in der Mannschaft kritisiert: „Ich bin schockiert.“

Göppingen - Aufregender kann ein Trainer-Debüt nicht ausfallen: Beim 24:24 (15:11) gegen die HSG Wetzlar erlebte Aleksandar Knezevic (44), der neue Coach von Handball-Bundesligist Frisch Auf Göppingen, eine emotionale Achterbahnfahrt. Erst verpasste es sein vor allem in puncto Aggressivität in der Abwehr stark verbessertes Team, eine höhere Führung als das 23:19 (53.) herauszuwerfen, dann ging seinem Team die Luft aus, und der bisherige Frauen-Trainer musste froh sein, dass sein Rechtsaußen Christian Schöne mit dem Ausgleich drei Sekunden vor Schluss noch einen Punkt rettete.

Nach der dramatischen Partie vor 4800 Zuschauern legte Knezevic sein Seelenleben offen: „Ich mache mir große Sorgen. Der Mannschaft fehlt es an psychischer und physischer Stärke. Momir Rnic etwa war schon nach acht Minuten extrem müde“, sagte er in der Pressekonferenz. Auf die Frage, ob dies nicht ein Schlag ins Gesicht seines Vorgängers, Velimir Petkovic, sei, antwortete Knezevic nur: „Ich war schockiert, in welchem Zustand die Mannschaft ist.“ Der Athletiktrainer Dieter Bubeck habe ihm gegenüber erklärt, die Frisch-Auf-Frauen-Mannschaft sei in einem besseren Zustand als die der Männer. Bubeck, der beide Teams betreut, relativierte: „In den Fitnessaspekt spielen viele Faktoren rein. Bei Misserfolg kommt psychischer und sozialer Stress hinzu. Dadurch fällt es schwerer zu regenerieren, die Frische fehlt.“ Göppingens Kapitän Schöne wies Konditionsprobleme von sich: „In meinen Augen ist das Quatsch. Die Mannschaft hat die härteste Vorbereitung der vergangenen Jahre hinter sich.“ Und was sagte der beurlaubte Ex-Trainer Petkovic, an dessen Adresse sich die Breitseite richtete? „Diese Attacke trifft Dieter Bubeck, nicht mich“, gab er sich gelassen. Doch ganz ohne Retourkutsche werde es nicht bleiben: „Irgendwann bekommt Knezevic noch etwas zurück“, sagte Petkovic.

Geschäftsführer Gerd Hofele verfuhr nach dem Motto: Tiefer hängen. „Die ganze Diskussion wird aufgebauscht. Mich interessieren nur Punkte.“ Und ganz sicher auch das Weiterkommen im DHB-Pokal an diesem Mittwoch (20 Uhr) beim TV Bittenfeld.

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