Bester Mann in einem enttäuschenden Frisch-Auf-Team: Kreisläufer Kresimir Kozina. Foto: Baumann

In der Liga geht es nur noch um Tabellenkosmetik. Der Fokus bei Handball-Bundesligist Frisch Auf Göppingen liegt auf der Titelverteidigung im EHF-Pokal. Einen erbärmlichen Auftritt wie beim 19:33 in Berlin rechtfertigt das aber nicht.

Berlin - Es fehlten drei Rückraumspieler, darunter die verletzten Spielmacher Tim Kneule und Allan Damgaard. Und in der Liga geht es für die Handballer von Frisch Auf Göppingen in der Endphase der Saison nur noch um Tabellenkosmetik. Doch das alles sind keine Gründe, einen dermaßen enttäuschenden Auftritt wie am Sonntag bei den Füchsen Berlin hinzulegen: „Wir haben einen rabenschwarzen Tag erwischt“, klagte Trainer Rolf Brack nach der 19:33(6:17)-Klatsche vor 7144 Zuschauern in der Max-Schmeling-Halle. „Wir leisteten uns 20 Fehlwürfe und zehn technische Fehler. Die Niederlage ging leider auch in dieser Höhe in Ordnung“, ergänzte der Sportlicher Leiter Christian Schöne.

Halbhohe Würfe gegen Heinevetter

Vor allem in der ersten Hälfte grenzte die Göppinger Darbietung an Arbeitsverweigerung. „Wir haben uns in der Abwehr nicht gewehrt. Das tat extrem weh“, musste Brack zugeben. Immer wieder scheiterten die Frisch-Auf-Angreifer am überragenden Füchse-Keeper Silvio Heinevetter, allerdings warfen sie auch oft halbhoch. „Wir haben in der ersten Halbzeit aber auch phänomenal in der Abwehr gestanden“, lobte Füchse-Trainer Velimir Petkovic (von 2004 bis 2013 in Göppingen tätig) sein Team, das in Nationalspieler Steffen Fäth (6) seinen besten Werfer hatte. Bei Frisch Auf erzielte der beste Mann an diesem tristen Nachmittag auch die meisten Tore: Kreisläufer Kresimir Kozina (7/3).

Am Donnerstag kommt Leipzig

Für das Brack-Team geht es an diesem Donnerstag (19 Uhr/EWS-Arena) in der Bundesliga mit dem Heimspiel gegen den SC DHfK Leipzig weiter. Da hat die Mannschaft nach dem Debakel in Berlin etwas gutzumachen. „Wir wollen in der Liga einen einstelligen Platz“, stellt Schöne klar. Wer von den drei verletzten Rückraumspielern Tim Kneule, Allan Damgaard und Sebastian Heymann wieder spielen kann, entscheidet sich erst Anfang der Woche. „Wir werden weiter kein Risiko eingehen“, sagt Schöne mit Blick auf das EHF-Pokal-Viertelfinale: Da steht am kommenden Sonntag (17 Uhr) das Hinspiel bei Chambery Savoie an. Am 29. April (17.30 Uhr) folgt das Rückspiel in Göppingen.

Bratic bringt Rnic ins Gespräch

Unterdessen hat Sascha Bratic, der Berater von Frisch-Auf-Kapitän Zarko Sesum, bestätigt, dass der Rückraumspieler und die Kadetten Schaffhausen über einen Wechsel vom 1. Juli 2019 an einig sind. „Ob Zarko schon diesen Sommer wechselt, müssen die Vereine untereinander ausmachen“, sagte Bratic auf Nachfrage und stellte klar: „Zarko fühlt sich in Göppingen wohl, er hätte kein Problem damit, seinen Vertrag bei Frisch Auf zu erfüllen.“ Davon geht Schöne fest aus: „Die Zeit schreitet immer mehr voran. Es ist sehr, sehr unwahrscheinlich, dass sich auf dieser Position noch etwas tut.“ Falls es doch noch zu einer vorzeitigen Trennung zwischen Göppingen und Sesum kommen würde, hätte Bratic eine Idee parat: Der Vertrag des Ex-Göppingers Momir Rnic (30) bei den Rhein-Neckar Löwen läuft am Saisonende aus. Bratic: „Momo kann ablösefrei wechseln und hat gute Erinnerungen an Frisch Auf.“ Das Problem: Rnic trat im Gegensatz zu Sesum bisher weder als Führungspersönlichkeit noch als Abwehrstratege in Erscheinung.

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