So sehen Sieger aus: Frisch Auf Göppingen bejubelt den so wichtigen Einzug in die Gruppenphase des Europapokals. Foto: FAG

Spaziergang statt Schwerstarbeit: Mit dem 31:21 in Arendal hat Frisch Auf Göppingen ein drohendes Desaster souverän abgewendet. Nach dem Einzug in die EHF-Pokal-Gruppenphase steht nun die Entscheidung an, ob sich der Verein erneut für die Ausrichtung des Endturniers bewirbt.

Arendal - Ulrich Weiß, der Aufsichtsratschef von Frisch Auf Göppingen, hielt jubelnd eine Vereinsfahne in die Höhe. Mannschaft, Trainer, Management und mitgereiste Fans hatten sich auf dem Spielfeld zu einem Erinnerungsfoto getroffen. Das zeigte die Bedeutung dieses Sieges auf der europäischen Bühne. Mit einem äußerst souveränen 31:21 (15:9) bei OIF Arendal war der Handball-Bundesligist in die Gruppenphase des EHF-Pokals eingezogen. Das hatte vor der Saison vom Titelverteidiger jeder als selbstverständlich erwartet. Doch die vermeintliche Pflichtaufgabe drohte in Anbetracht des Hinspielergebnisses in der heimischen EWS-Arena (27:27 nach einem 14:21-Rückstand) zur Schwerstarbeit zu werden.

„Das Aus wäre eine Katastrophe gewesen“, redete der Sportliche Leiter Christian Schöne nicht lange drumherum. Sportlich wäre es ein Riesenrückschlag gewesen, das Image hätte weit mehr als nur einen Kratzer abbekommen und der wirtschaftliche Schaden hätte sich auf rund 200 000 Euro belaufen. Die drei garantierten Heimspiele in der am 10. Februar 2018 beginnenden Gruppenphase bringen wichtige Zuschauer- und Vermarktungseinnahmen.

Auslosung der Gruppenphase am Donnerstag

Gespannt blicken die Grün-Weißen der Auslosung am Donnerstag entgegen. Bis dahin muss sich Frisch Auf auch entscheiden, ob man sich erneut für die Ausrichtung des Final-Four-Endturniers bewirbt. „Wir werden das jetzt schnell mit dem Wirtschaftskreis, der Stadt und dem Landkreis durchdeklinieren“, sagte der stellvertretende Geschäftsführer Peter Kühnle. Auf der einen Seite wäre die Titelverteidigung und damit die Chance auf die erneute Teilnahme am internationalen Geschäft zu Hause wahrscheinlicher, andererseits ist der Aufwand enorm hoch und der Erfolg und die Stimmung vom Triumph 2017 nicht zu toppen.

Trainer Rolf Brack hofft unterdessen, dass der klare Aufwärtstrend an diesem Donnerstag (19 Uhr/Sky) in Lübbecke und dann im Heimspiel am 10. Dezember (12.30 Uhr) gegen den HC Erlangen fortgesetzt wird. In Norwegen setzte das Team vor allem seine Vorgaben in Sachen Mentalität glänzend um. Die Abwehr vor dem überragenden Torwart Primoz Prost zeigte sich konzentriert und aggressiv, vorne bewies der beste Werfer Marcel Schiller (9/5) erneut seine Treffsicherheit. „Wir haben gezeigt, dass der Sieg gegen die Löwen keine Eintagsfliege war und überwintern nun in drei Wettbewerben“, sagte Brack und strahlte: Schließlich war der Erfolg in Arendal der erste Europacupsieg in der langen Trainerkarriere des 63-Jährigen.

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