Die Farbe Grün ist bei den traditionsbewussten Fans von Frisch Auf Göppingen gesetzt. Foto: Baumann

Mit dem neuen Hauptsponsor ist Handball-Traditionsclub Frisch Auf Göppingen in schwierigen Zeiten ein Coup gelungen. Da die Entscheidung aber auch Einfluss auf die Trikotfarbe hat, bleibt ein Gschmäckle, meint unser Redakteur Jürgen Frey.

Göppingen - Die Corona-Pandemie bedroht alle Clubs in ihrer Existenz. In diesen schwierigen Zeiten einen Hauptsponsor an Land zu ziehen, dafür gebührt den Verantwortlichen Respekt. Zumal es Frisch Auf Göppingen für seine beiden Bundesliga-Mannschaften gelungen ist, in Teamviewer nicht nur einen milliardenschweren Softwareriesen zu gewinnen, sondern auch ein internationales Unternehmen, das am Standort Göppingen zu Hause ist. Das passt wunderbar zu dem Traum des Clubs, in fünf Jahren mit beiden Teams in der Champions League zu spielen.

 

Doch dieser Coup hat ein Gschmäckle. Denn der neue Geldgeber pocht auf seine Unternehmensfarbe Blau auf den Heimtrikots. Dass dies für die traditionsbewussten Fans des Handball-Bundesligisten ein „No go“ ist, verwundert keinen. „Tradition, Emotion, Herzblut“ heißt der Slogan des Vereins. Und die Tradition bei Frisch Auf ist mit Grün und Weiß verbunden. In Trikots mit diesen Farben feierte der Club elf deutsche Meisterschaften und sechs Europapokaltitel. Natürlich erfordert die ökonomische Realität Zugeständnisse, doch die hätte auch der Geldgeber einräumen können, indem er nur bei den künftig weißen Auswärtstrikots auf die Farbe Blau pocht.

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