Sein Abgang muss wohl intern kompensiert werden: Göppingens Rückraumspieler Daniel Fontaine, der zum Bergischen HC wechselt. Foto:  

Die Handballer von Frisch Auf Göppingen haben es durch das 30:31 in Hannover verpasst, zum viertenmal nach 2003, 2005 und 2011 ins lukrative Final Four um den DHB-Pokal einzuziehen. Damit ist auch die Chance geringer geworden, für die neue Saison einen weiteren Spieler zu verpflichten.

Hannover - Sie haben alles gegeben, doch am Ende hat es nicht gereicht: Die Bundesliga-Handballer von Frisch Auf Göppingen haben ihr DHB-Pokal-Viertelfinalspiel bei der TSV Hannover-Burgdorf mit 30:31 (12:16) verloren und damit den vierten Einzug ins Final Four nach 2003, 2005 und 2011 verpasst. „Schade, Hamburg wäre ein Traum gewesen – und wir waren so nahe dran“, ärgerte sich Trainer Rolf Brack. Sein ehemaliger Spieler Kai Häfner, der für Hannover drei Tore warf, versuchte den 64-Jährigen zu trösten: „Du kannst ja im EHF-Pokal noch ins Final Four einziehen“, sagte der Nationalspieler zu seinem früheren Coach beim HBW Balingen-Weilstetten. In dem Europapokal-Wettbewerb steht Titelverteidiger Frisch Auf vor dem Einzug ins Viertelfinale.

Kneule durch Grippe geschwächt

In der Tui-Arena in Hannover rannte das Team im gesamten Spiel einem Rückstand hinterher. Doch immer wieder gelang es zu verkürzen. Obwohl Rückraumspieler Tim Kneule grippegeschwächt die Kräfte ausgingen und Allan Damgaard deshalb noch stärker gefordert war, prompt unterliefen dem Dänen vier technische Fehler. Auch nach dem 27:31 vier Minuten vor Schluss erzwangen die Grün-Weißen dennoch den Anschluss zum 30:31. Frisch Auf kam in der dramatischen Schlussminute sogar in Ballbesitz und besaß die Chance, eine Verlängerung zu erkämpfen. Doch nach einer Auszeit acht Sekunden vor Schluss traf Rückraumspieler Daniel Fontaine bei einer 7:5-Überzahl die falsche Entscheidung. Hannover rettete sich vor 6102 Zuschauern ins Ziel und löste erstmals das Ticket nach Hamburg (5./6. Mai).

Donnerstag zu den Rhein-Neckar Löwen

Für Frisch Auf trafend der nervenstarke Linksaußen Marcel Schiller (8/8), Fontaine (6) und Marco Rentschler am besten. „Uns steckte das Spiel vom Sonntag mehr in den Knochen als dem Gegner“, stellte Brack fest. Da hatte Frisch Auf im Bundesligaspiel Hannover zu Hause mit 30:19 deklassiert. Das wichtigere Spiel ging nun aber hauchdünn verloren. Entsprechend tief sitzt der Frust. Und schon an diesem Donnerstag (19 Uhr/SAP-Arena) geht es in der Bundesliga beim deutschen Meister Rhein-Neckar Löwen weiter. „Das wird sehr, sehr schwer, wir müssen schauen, dass wir uns nicht abschlachten lassen“, sagte Brack. Zum nächsten Heimspiel kreuzt dann am 15. März (19 Uhr) MT Melsungen in der EWS-Arena auf.

Reduziertes Budget

Mit Blick auf die neuen Saison könnte sich die verpasste Teilnahme am Pokal-Endturnier (garantierte 100 000 Antrittsprämie) negativ auswirken. Denn Frisch Auf muss sein Budget reduzieren, und deshalb ist es durchaus möglich, dass Rückraumspieler Fontaine (zum designierten Bundesliga-Aufsteiger Bergischen HC) nicht durch einen Neuzugang ersetzt wird. Statt ihm soll Sebastian Heymann mehr Spielanteile im linken Rückraum bekommen und Kapitän Zarko Sesum wieder verstärkt im Angriff zum Einsatz kommen.

Wer neben Neuzugang Nemanja Zelenovic (28/SC Magdeburg) in der Saison 2018/19 im rechten Rückraum spielen wird, ist nach wie vor offen. Die aktuellen Linkshänder Jens Schöngarth (29) und Adrian Pfahl (35/derzeit noch verletzt) sind genauso noch ein Thema wie eine zweite externe Verpflichtung. Fest steht jedenfalls jetzt schon: Mit Blick aufs Personal sind die ganz großen Sprünge nach vorne in der neuen Runde von Frisch Auf nicht zwingend zu erwarten.

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