Bleibt optimistisch: Frisch-Auf-Geschäftsführer Gerd Hofele (re.), hier im Gespräch mit Bob Hanning, dem Vizepräsidenten des Deutschen Handballbundes (DHB). Foto: Baumann

Handball-Bundesligist Frisch Auf Göppingen steht mit 7:15 Punkten mit dem Rücken zur Wand. An diesem Mittwoch (19 Uhr) steht das Kellerduell beim TBV Lemgo an. „Wir müssen alles reinwerfen in dieses Spiel“, fordert Geschäftsführer Gerd Hofele.

Göppingen – Im Mai war Handball-Bundesligist Frisch Auf Göppingen noch gefeierter EHF-Pokal-Sieger. Nach dem 28:29 gegen den SC Magdeburg ist die Mannschaft von Trainer Magnus Andersson auf den viertletzten Tabellenplatz abgerutscht – hinter die württembergischen Rivalen TVB 1898 Stuttgart und HBW Balingen-Weilstetten. Geschäftsführer Gerd Hofele äußert sich zur Krise.

Herr Hofele, warum kommt Frisch Auf in dieser Saison nicht in die Erfolgsspur?
Wenn man mit 7:13 Punkten ins Spiel geht, strotzt man nicht vor Selbstvertrauen. Obwohl uns unsere Fans gegen Magdeburg glänzend unterstützt haben, haben wir in der entscheidenden Phase zu viele freie Würfe vergeben und uns zu viele technische Fehler geleistet. Dies müssen wir dringend minimieren. Nach dem 19:25-Rückstand hat die Mannschaft aber Moral gezeigt und gekämpft, so dass ein Unentschieden verdient gewesen wäre. Das macht mir Mut für die Zukunft.
Auf die Frage, ob jetzt der Kampf gegen den Abstieg beginnt, hat Ihr Trainer am Sonntag gesagt, die Tabelle lügt nicht.
Damit hat er ja grundsätzlich auch recht. Es wäre in dieser starken Liga fatal, sich in irgendeiner Weise sicher zu sein. Natürlich nehmen wir die Situation ernst. Aber letztendlich bringt uns der Blick auf die Tabelle wenig. Wir müssen Vollgas geben. Die Aufholjagd gegen Magdeburg war ein erster Schritt. Uns bleiben jetzt zwei Trainingseinheiten. Dann steht schon an diesem Mittwoch das eminent wichtige Spiel beim TBV Lemgo auf dem Programm.
An diesem Wochenende geht es dann auf der internationalen Bühne in der Schweiz weiter. Sind die EHF-Pokal-Spiele gegen Pfadi Winterthur in der aktuellen Sitution lästige Pflicht oder willkommene Abwechslung?
Ehrlich gesagt, ist mir das noch zu weit weg. Wir konzentrieren uns voll und ganz auf Lemgo. In dieses Spiel müssen wir alles reinwerfen. Aber lästige Pflicht ist der Europapokal nie. Die Teilnahme haben wir uns hart erkämpft. Diese Spiele sind vor allem für unsere Fans Höhepunkte. Und unserer jetzt wieder kompletten Mannschaft helfen die Spiele gegen Pfadi Winterthur (Anm. d. Red.: 20.11., 17 Uhr in Winterthur, Rückspiel am 26.11., 19.30 Uhr in Göppingen) in dieser schwierigen Phase, sich zu finden.
45 Minuten lang war die Leistung auch gegen den SC Magdeburg schwach – befürchten Sie, dass Ihr Trainer Magnus Andersson resignieren könnte, oder stellen auch Sie ihn in Frage?
Dafür ist Magnus viel zu lange im Geschäft. Nein, es gibt auch keinen Grund zu resignieren. Wir haben zwei Jahre lang erfolgreich zusammengearbeitet. Jetzt haben wir fünf Punkte zu wenig, deshalb verliert hier keiner die Nerven. Was jeder bei Frisch Auf, vom Trainer über die Mannschaft bis hin zu jedem einzelnen Mitarbeitern auf der Geschäftsstelle jetzt braucht, ist ein Erfolgserlebnis. Wir haben elf Bundesligaspiele absolviert. 23 Partien stehen noch vor uns. Davon kann die Mannschaft 15 oder 16 gewinnen. In Lemgo wollen wir damit anfangen.
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