Sonne, Musik und gute Laune: die Leute strömen zum Pfingstmarkt nach Friolzheim. Foto: Simon Granville

Bei bestem Frühlingswetter kommen viele Neugierige zum Schauen und Kaufen nach Friolzheim. In Renningen war zudem Kunsthandwerkermarkt.

Endlich mal wieder Sonnenschein und endlich wieder Pfingstmarkt! Schon vormittags gegen 10 Uhr ziehen Scharen von Besuchern in Richtung Ortsmitte Friolzheim. Dort warten mehr als 100 Händler mit ihrem reichhaltigen und vielseitigen Warenangebot eines klassischen Krämermarktes auf Kundschaft. Im Zelt und im Gerätehaus der Feuerwehr herrscht heitere Stimmung, den Gästen schmecken bereits Bratwürste, Pommes frites und die erste Halbe an diesem Pfingstmontagmorgen.

 

Alle Hände voll zu tun

Zwei Stunden später sind die Bierbänke gut besetzt und die vielen fleißigen Helferinnen und Helfer, die an den Tischen flott und freundlich bedienen, haben alle Hände voll zu tun. An anderen Stellen laden Vereine mit Bewirtung ein, und an der Caipi-Bar des Motorradclubs herrscht reger Betrieb.

Seit 1832 gibt es den Pfingstmarkt in Friolzheim. Dieses Jahr findet er zum 169. Mal statt, weiß die Marktamtsleiterin Jutta Leder. Um die 10 000 Besucherinnen und Besucher von Nah und Fern seien in den vergangenen Jahren oft gezählt worden, berichtet die Marktmeisterin. Auch in diesem Jahr dürften die Zahlen bei bestem Wetter in die Tausende gehen. Schon am späteren Vormittag ist es in den Gassen zwischen den Verkaufsständen oft schwer, voranzukommen. Entspannter ist es auf dem kleinen Rummelplatz vor der Kirche, wo sich das Kinderkarussell dreht und die Boxautos beim Autoscooter im Dauereinsatz sind. Über allem liegt der Duft von gebrannten Mandeln.

Wurden in früheren Zeiten hauptsächlich Tiere und landwirtschaftliche Produkte auf dem Markt verkauft, so ist heute die Angebotspalette schier unüberschaubar groß und an jeder Ecke überrascht etwas Neues. Handgestrickte Socken beim DRK neben Saugrobotern, Honig aus Maulbronn, Senf in zig Varianten und besonders effiziente Gemüseschäler. Manuela Brack von einem Anbieter aus Rheinland-Pfalz verkauft Modeschmuck aus Silber und Stahl mit glitzernden Steinen. „Unsere Firma kommt jedes Jahr hierher“, sagt sie. „Das ist ein guter Markt.“

Das gilt offensichtlich auch für Roman Karst aus Pforzheim, „Mein Vater stand hier schon über 30 Jahre lang“, erzählt er. Nun verkauft der Sohn Ledergürtel. „Made in Germany“ und „keine China-Ware“ steht auf Schildern geschrieben. „Viele Kunden legt Wert auf heimische Produkte“, betont der Händler. Ein junger Mann probiert sich durch das große Gürtelangebot, während die kleine Tochter seine Aufmerksamkeit auf die schillernden Luftballons lenken möchte. „Schau mal, ein Elefant, ein schöner“, ruft sie begeistert.

Auch Händler aus der italienischen Partnergemeinde Vezzano sul Crostolo sind wieder zum Friolzheimer Traditionsmarkt gekommen und haben Leckeres aus ihrer Heimat mitgebracht: Wein, Honig, Käse, Olivenöl. Letzteres ist bei den Kunden besonders begehrt, sagt Devid Sassi von der Azienda Agricola Monte Duro. Ein Stück weiter haben zwei gut gelaunte ältere Damen am Stand voller Haushaltsputztücher ein Kühlhandtuch gekauft. „Das ist etwas ganz Besonderes“, meint eine. Wenn es heiß wird, könne man sich damit rasch abkühlen. Und wenn’s nicht funktioniert? „Dann bringen wir es nächstes Jahr wieder“, sagen sie lachend. Händler Oliver Opl aus Bayern erklärt, dass dieser „Verkaufsschlager“ über Verdunstungskälte wirke. Im Übrigen lobt er die Organisation des Pfingstmarktes. Hier sei alles im grünen Bereich, auch die Standgebühr. Auch Annemarie Korn aus Pforzheim, die mit einem großen Obststand gekommen ist und schon seit 25 Jahren dabei ist, lobt den „sehr guten Markt“ in Friolzheim.

Kostenlose Shuttel-Busse

Die Gemeinde hat dafür viel getan: Straßen in der Ortsmitte sind gesperrt, es gibt bequem zu erreichende Fahrradparkplätze in Marktnähe. Aus den Nachbarorten, wo Autos parken können, fahren dicht getaktet und kostenlos Shuttle-Busse.

Währenddessen stehen beim Renninger Kunsthandwerkermarkt am Pfingstmontag Hobbykünstler und Kunsthandwerker aus der Umgebung im Mittelpunkt und lassen sich bei ihrer Arbeit über die Schulter schauen. Wer will, kann sogar selbst ein eigenes Glasmosaik gestalten oder Werke des Kunstforums Renningen bestaunen.