Drogen wechseln den Besitzer. Foto: vario-press

Über DNA-Analysen kann die Polizei mehr Täter dingfest machen. Das zeigt der Bericht der Ordnungshüter, der dem Friolzheimer Gemeinderat jetzt vorgestellt worden ist. Dabei wird jede zweite Straftat auch aufgeklärt.

Friolzheim - Was seit einiger Zeit sehr gut einschlägt, sind die DNA-Treffer mit Hilfe der Kriminaltechnik aus Pforzheim“, berichtete Polizeihauptkommissar Uwe Schweigert. Er hat am Montag dem Friolzheimer Gemeinderat die Kriminalstatistik 2014 vorgestellt. Täter hinterließen am Tatort immer Spuren, man müsse sie nur sichern und in die Datenbank einstellen. „Da sind wir auf einem sehr guten Weg“, betonte er.

Schweigert leitet seit zehn Jahren den zuständigen Polizeiposten in Heimsheim. 2014 habe man vier Wohnungseinbrüche in Friolzheim registriert (Vorjahr: zwei), von denen zwei aufgeklärt wurden – darunter auch ein DNA-Treffer. In den vergangenen Jahren hatte hier die Aufklärungsquote nahezu bei null gelegen. Mit 96 erfassten Straftaten (Vorjahr: 77) liegt die Zahl auf dem Niveau der vergangenen zehn Jahre. Die Aufklärungsquote lag bei 52 Prozent. „Das war sehr gut“, kommentierte der Polizeihauptkommissar.

Immerhin jede zweite Straftat wird aufgeklärt

Verglichen mit der Kreisstadt Pforzheim, ist die kleine Heckengäugemeinde Friolzheim ein ruhiges Pflaster. Jede zweite in Friolzheim gemeldete Straftat wird aufgeklärt, was in etwa dem Mittel im Enzkreis entspricht (54 Prozent). Zum Vergleich: in Heimsheim waren es 235 Straftaten, in Mönsheim 67 und in Wimsheim 52. Verantwortlich für den Anstieg: der einfache Diebstahl stieg von 15 auf 28 Delikte. 2013 wurde kein Ladendiebstahl erfasst. Für die Zunahme sorgten zudem Rauschgiftdelikte, die von drei auf sieben Fälle anstiegen. Fast immer habe es sich um Cannabis gehandelt, berichtete Schweigert.

Der Polizei im Enzkreis gelang 2014 ein riesen Treffer. Die Explosion von drei auf sieben Rauschgiftdelikte habe die Festnahme eines Drogenkonsumenten nach sich gezogen. „Dieser eine gefasste Drogenkonsument, der hat dann noch sehr viele andere preisgegeben“, erklärte Uwe Schweigert. Auch Dealer seien darunter gewesen, denn der Mann habe etliche Kontakte auf seinem Smartphone gespeichert gehabt und zudem über soziale Netzwerke bestellt. Betroffen waren auch Konsumenten aus Heimsheim und Mönsheim.

Die Festnahmen führten auch zu einer Plus bei der Straßenkriminalitätsrate. Nachdenklich wurden die Räte angesichts dieser Fälle schon, als sie erfuhren, dass 19 dieser Täter (36 Prozent) in ihrem Ort jünger als 21 waren. Zugenommen hatten zudem Beleidigungen, Fälschungs- und Sexualdelikte, von denen es zwei gab. Die Personen hätten kinderpornografisches Material besessen, sagte Schweigert: „Tausende Dateien waren auf den PCs gespeichert.“

Weniger Körperverletzungen

Einige Tatbestände haben auch abgenommen, so die Körperverletzungen um 17 Prozent. Die schwere Diebstahlskriminalität blieb mit 18 Fällen (Vorjahr:19) nahezu gleich, bei einer Aufklärung von 28 Prozent. Zwei Autoaufbrüche wurden durch Zeugen aufgeklärt. Betrugsdelikte, auch im Internet, gingen leicht zurück und auch die Sachbeschädigung (acht Taten). Fünfmal wurden dabei Autos zerkratzt, Spiegel abgeschlagen oder diese anderweitig demoliert. Keiner der Täter wurde gefasst.

„Ich stelle eine Verdopplung von Diebstahl und Wohnungseinbrüchen fest, da wollte ich nach dem Hintergrund fragen“, meldete sich Gemeinderat Ferry Kohlmann (CDU) zu Wort. Die meisten seien keine Einbrüche, sondern einfache Diebstähle von Geldbeuteln oder Handtaschen, entgegnete Schweigert. Unter den Einbrüchen seien auch solche in Garagen oder in Firmen. „Diebstahlkriminalität ist der größte Komplex, den wir so haben. Aber das zieht sich durch alle Gemeinden.“

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