Die Künstler der Eigenproduktion „Servus, Grüezi und Hallo“ Foto: Oliver Willikonsky/Lichtgut

In der neuen Eigenproduktion „Servus, Grüezi und Hallo“ spielt das Friedrichsbau Varieté vergnügt mit Traditionen und Trachten.

Stuttgart - Maßkrüge, Bierbänke und ein Zuckerwarenstand schmücken die Bühne im Friedrichsbau-Varieté, die Artisten tragen Dirndl und Lederhosen. Was aussieht wie der Außenposten eines der großen Volksfest-Bierzelte im Stuttgarter Norden, ist die neue Eigenproduktion des Varietés. Mit „Servus, Grüezi und Hallo“ geht der Kulturbetrieb in die neue Spielzeit, für Geschäftsführer Timo Steinhauer genau das richtige Konzept für den Start nach den Sommerferien. Dieses Thema hat für Regisseur Ralph Sun den idealen Anlass: das 200-Jahr-Jubiläum des Cannstatter Volksfestes.

Keine Kulturdebatte

Die Show, an der laut Veranstalter auch Volksfest-Muffel ihre Freude haben werden, beschäftigt sich mit den Traditionen Süddeutschlands und des Alpenraums. Dies sei alles jedoch mit einem charmanten Augenzwinkern versehen. Sprich: Das Varieté möchte keine Kulturdebatte auslösen, sondern Tracht und Tradition pflegen, ohne sich dabei selbst zu ernst zu nehmen.

Mit der Gastgeberin Sandy haben sie zwar keine Urschwäbin, dafür eine gebürtige Münchnerin gecastet, die von sich behauptet, dass sie auf dem Münchner Oktoberfest gezeugt worden sei. Die Entstehungsgeschichte des Cannstatter Volksfestes kennt sie trotzdem und berichtet davon eingangs. Die Aschewolke eines indonesischen Vulkans verursachte nach 1815 jahrelange Missernten und Hungersnöte. So wurde 1818 das erste landwirtschaftliche Fest in Cannstatt gefeiert, gesponsert von König Wilhelm und seiner Frau Katharina.

Ein wirbelndes Rollschuhpaar

Die Show bietet Volksfeststimmung vom Feinsten, gepaart mit hochkarätiger Akrobatik der Artisten, die so international sind wie die Besucher auf dem Wasen und auf den Wiesn. Ähnlich wie bei den Fahrgeschäften werden auch die Showeinlagen bestimmt von Drehbewegungen.

Sich drehende Hula-Hoop-Reifen, Drehungen hängend in der Luft und ein wirbelndes Rollschuhpaar sorgen für pausenlose Dynamik auf der Bühne. Die anderen Artisten machen es sich auf den Bierbänken und am Zuckerwarenstand bequem, schunkeln und turteln. Die Mitte der Bühne schmückt ein kleines Abbild der Fruchtsäule, Symbol des Cannstatter Volksfests und Mittelpunkt der Festlichkeiten. Dass die Krüge der Artisten selbst aber nicht voll sein können, belegt dann Inna Zobenko mit einem minutenlangen Auftritt auf der Drehscheibe, der bei vielen Zuschauern schon beim Anblick Schwindel auslösen dürfte.

„Servus, Grüezi und Hallo“ wird gezeigt vom 6. September bis zum 10. November 2018. Wie gewohnt lädt das Varieté zu Spezialvorstellungen ein, darunter eine deftige Frühshoppen-Show am 21. Oktober mit Weißwurstfrühstück und eine Gay-Edition am 27. Oktober, bei der eine Dragqueen auftreten wird.

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