Anwohner in Böblingen haben sich gegen eine neue Haltestelle in ihrer Straße gewehrt. Nun kommt sie trotzdem, allerdings zunächst als Provisorium.
In der Friedrich-List-Straße in Böblingen soll auf Höhe der Bismarckstraße auf beiden Seiten eine neue Bushaltestelle gebaut werden. Das hat bei den Anwohnern der Straße viel Ärger hervorgerufen. Ihr Argument: Die Busse seien zu laut und die Parkplätze, die wegfallen sollen, würden dringend benötigt.
Im Mai lautete dann der Kompromiss: Der Bau wird aufgeschoben, die Stadtverwaltung prüft stattdessen die Möglichkeit eines Provisoriums. In der jüngsten Ausschusssitzung gab die Verwaltung das Ergebnis bekannt: Es entsteht ein Provisorium in zwei Schritten.
Mobiles Haltestellen-Schild geplant
Zunächst will die Stadtverwaltung ein mobiles Haltestellen-Schild aufstellen, den Bereich der Haltestelle mit gelber Farbe markieren und auf der Straße einen durchgezogenen Mittelstrich anbringen. Das Provisorium nimmt demnach je zwei Parkplätze in Anspruch, die als Wartebereich dienen, während der Bus auf der Straße hält.
Als zweiten Schritt schlägt die Verwaltung vor, sogenannte Haltestellenkaps auf die Parkplätze aufzukleben. Dabei wird im Prinzip der Gehweg so zur Straße hin verbreitert, dass Menschen barrierefrei einsteigen können. Mit den Provisorien ist eine dauerhafte Haltestelle „Bismarckstraße“ nicht vom Tisch. Sie ebnen nur den Weg bis zwei richtige Bushaltestellen gebaut werden – vermutlich dann, wenn die A81 fertig erweitert ist.
Haltestelle fest im neuen Fahrplan verankert
Denn seit das Linienkonzept des Stadtverkehrs Böblingen/Sindelfingen im vergangenen Jahr überarbeitet worden ist, ist die Haltestelle laut Stadtverwaltung fest eingeplant. Das Regierungspräsidium Stuttgart (RP) habe den neuen Fahrplan so genehmigt. Wolle man die Haltestelle wieder streichen, müsste man beim RP einen Änderungsantrag einreichen, von dem ungewiss sei, ob er angenommen würde.
Die Mitglieder des Technischen Ausschusses votierten einstimmig für den Bau der Provisorien. Zwar nannte die Verwaltung kein konkretes Datum, das mobile Haltestellenschild und die Markierungen dürften jedoch zeitnah aufgestellt und aufgemalt werden.
Lärm und Verkehr in der viel befahrenen Friedrich-List-Straße sind immer wieder Thema. So will die Stadtverwaltung dort beispielsweise ein umfassendes Konzept fürs Anwohnerparken entwickeln. Auch die Einführung von Tempo 30 hatte die Stadtverwaltung im Sommer in Aussicht gestellt. Konkrete Pläne dazu sind allerdings noch nicht öffentlich.