Felix Krohmer aus Mauren bringt das Magazin „Friedrich“ seit mehr als sechs Jahren heraus. Foto: factum/Bach

Seit mehr als sechs Jahren bringt Felix Krohmer den „Friedrich“, ein kostenloses Magazin für Ehningen, heraus. Es liegt ihm besonders am Herzen, was auch an seiner Kindheit liegt.

Ehningen - „Ehningen ist ein ganz normales Dorf, aber es hat so viel zu bieten – das fasziniert mich immer wieder.“ Der freie Journalist Felix Krohmer aus Ehningen-Maurenhat sich auch deshalb im Jahr 2010 entschieden, ein Magazin herauszubringen, das genau diese Faszination des Alltäglichen abbilden soll. Heute, mehr als sechs Jahre später, gibt es den „Friedrich“ immer noch.

Als sich Krohmer im Jahr 2010 selbstständig machte, ging ihm die Idee eines kostenlosen Dorfmagazins für Ehningen nicht aus dem Kopf. „Ich habe mich immer gefragt, wieso alles, was umsonst ist, auch so aussieht“, sagt er heute. Deshalb wollte er anders an sein Projekt herangehen. Seine Idee: ein kostenloses Stadtmagazin auf ein Dorf zu übertragen, mit journalistischen Inhalten, ansprechender Gestaltung und hochwertigem Papier. „Alle haben gesagt, das funktioniert nicht.“

Erinnerungen an die Kindheit

Doch Krohmer ließ sich nicht beirren. Mit diesem Konzept machte er sich auf die Suche nach Anzeigenkunden zur Finanzierung des Hefts. „Das war eine Ochsentour.“ Vor sechs Jahren habe es noch keinen Trend zur Regionalisierung gegeben, deshalb hätten einige Anzeigenkunden das Potenzial des „Friedrich“ nicht erkannt. Auch die Namensgebung habe sich schwierig gestaltet, schließlich entschied man sich für „Friedrich“. „Der Name geht auf den Ehninger Friedrich Kammerer, den Erfinder des Zündholzes, zurück.“

Seitdem hat sich viel getan – und Krohmer ist auch nicht mehr allein in der „Friedrich“-Redaktion. Gemeinsam mit einer Handvoll Mitstreiter verfasst er die Artikel, wählt die Bilder aus und kümmert sich um die Gestaltung. Er und sein Team schreiben über Ehninger Festivitäten wie den Faschingsumzug, werfen einen Blick hinter die Kulissen von Ehninger Betrieben oder porträtieren Persönlichkeiten aus dem Ort. Beim Recherchieren kommen bei dem gebürtigen Maurener, der auch viele Jahre in Ehningen gelebt hat, ab und zu Kindheitserinnerungen hoch – wie neulich beim Besuch eines örtlichen Friseursalons. „Dort steht immer noch der weiße Pferdestuhl, auf dem ich als kleines Kind schon gesessen habe“, sagt Krohmer.

Auflage von 4200 Exemplaren

Im Februar ist die zwölfte Ausgabe des „Friedrich“ erschienen. Mittlerweile hat das Heft eine Auflage von 4200 Exemplaren, es erscheint zweimal pro Jahr. Die Verteilung übernimmt der Karnevalsverein. Reich wird man mit dem „Friedrich“ nicht, sagt Krohmer, aktuell sei es dank seiner Anzeigenkunden aber ein Nullsummenspiel. Trotzdem liege ihm das Magazin besonders am Herzen – auch, weil er der Gemeinde so etwas zurückgeben will. „Ich mache auf jeden Fall weiter, solange ich nicht dabei drauf zahle.“

Für die Zukunft des „Friedrich“ hat Krohmer ebenfalls Pläne: „Ich würde gern kleine Filme drehen und den „Friedrich“ auf Youtube bringen.“ Außerdem arbeitet er an einem „Friedrich“-Kochbuch, in dem Ehninger Rezepte zusammengestellt werden sollen. „Aktuell fehlen mir noch ein paar. Aber ich gebe nicht auf.“

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