Die Front der Aussegnungshalle auf dem Wangener Friedhof soll noch im Herbst für 80 000 Euro verglast werden. Foto: Mathias Kuhn

Das Friedhofsamt lässt bis zum Herbst die Unterstehhalle auf dem Friedhof verglasen. Damit sind die Gäste von Trauerfeiern endlich nicht mehr Wind und Wetter ausgesetzt.

Wangen - Das Garten-, Friedhofs- und Forstamt will die Trauergäste auf dem Wangener Friedhof nicht länger im Regen stehen lassen oder dem Wind aussetzen. „Denn die Situation ist für Gäste einer Trauerfeier oder einer Beerdigung unzumutbar und nicht würdig“, kritisierte der Bezirksbeirat bereits im Rahmen des vor zwei Jahren durchgeführten Bürgerhaushalts.

Die Unterstehhalle in der Mitte des Friedhofs besitzt den Charme einer Garage. Auf einer Seite ist sie auf einer Länge von rund zehn Metern geöffnet. Im offenen Unterstand sind drei Stuhlreihen aufgestellt, an der Stirnseite steht ein Rednerpult. Hier können beispielsweise Vertreter von Vereinen, Jahrgängen, Einrichtungen oder eines Unternehmens den Verstorbenen würdigen. Bei Wind, Eiskälte oder Regen wie in den vergangenen Wochen sind die Trauergäste aber den Unbilden des Wetters ausgesetzt. „Zumal weil bei Beerdigungen mit großer Beteiligung die Trauergäste oft keinen Platz in der Halle finden“, berichtet ein Friedhofsbesucher. Die Trauernden werden im ungünstigsten Fall nicht nur nass und frieren, sondern bekommen von der Feier wenig mit. Die Akustik im offenen Gebäude ist schlecht, die Reden sind in den hinteren Reihen nur schwer zu verstehen. Auch deswegen wird die Unterstehhalle nur selten genutzt. 2016 wurden vier und 2017 sechs Trauerfeiern dort abgehalten.

Situation sorgt seit Jahren für Unmut

Mehrfach haben die Bezirksbeiräte ihren Unmut mit entsprechenden Anträgen an die Verwaltung zum Ausdruck gebracht. Vor Jahren wurden Konzepte erarbeitet. Bezirksbeiratsmitglieder hatten sogar selbst Vorschläge zur kostengünstigen Verglasung der Halle erarbeitet. Vorgesehen ist eine Glasfront auf der bislang offenen Längsseite des Unterstehraums. Diese könnte mit Schiebetüren ausgestattet sein, die je nach Bedarf geöffnet oder geschlossen werden können. Mit diesem Vorschlag gingen die Wangener im vergangenen Bürgerhaushalt ins Rennen und hatten Erfolg. 142 Bürgerinnen und Bürger unterstützen den Wunsch und die Gemeinderatsfraktionen von CDU und Freien Wählern unterstützten die Bemühungen in den Beratungen zum Doppelhaushalt der Stadt. Für die Teilverglasung des Unterstehdaches der Feierhalle auf dem Friedhof Wangen bewilligte der Gemeinderat vor zwei Jahren 50 000 Euro. Die Umsetzung, so hieß es damals, sei für 2018 vorgesehen. Doch vergangenes Jahr tat sich nichts Sichtbares. Deswegen hakte CDU-Bezirksbeirat Marijan Laszlo nun nochmals nach.

Kosten wohl über dem Budget

Im vergangenen Jahr fand eine Begehung statt. „In Zusammenarbeit mit einem Architekten sind wir gerade, dabei Pläne für die Wangener Unterstehhalle auszuarbeiten“, sagt Birgit Blumenthaler vom Garten-, Friedhofs- und Forstamt. Noch fehle allerdings die Abstimmung mit der Naturschutzbehörde. Die für Stuttgarts Friedhöfe zuständige Mitarbeiterin hat bei einem ähnlichen Projekt in Birkach entsprechende Erfahrung gesammelt. Die Wetterverglasung müsse – beispielsweise mit entsprechenden Folien – gewährleisten, dass keine Vögel gegen die Glasscheiben fliegen und sich verletzen können. Blumenthalter hofft, ass das Friedhofamt die Ergebnisse des Naturschutzgutachtens noch bis Ende Februar erhalten wird. Die Pläne werden danach konkretisiert und den Gremien vorgestellt.

„Wir werden mit dem Konzept dann auch noch einmal in den Bezirksbeirat kommen und die Pläne vorstellen“, verspricht Blumenthaler. Sie geht davon aus, dass die vom Gemeinderat eingeplanten 50 000 Euro nicht reichen werden. 80 000 Euro scheinen realistischer. Doch die Summe soll kein Verzögerungsgrund darstellen. Wir bemühen uns, dass das Projekt noch dieses Jahr umgesetzt wird“, verspricht sie. Mit den Arbeiten könnte im Herbst begonnen werden.

Hat Ihnen der Artikel gefallen? Jetzt teilen: