Wandel in der Trauer- und Bestattungskultur: bis Anfang 2018 will die Stadt auf 27 der 41 Stuttgarter Friedhöfen alternative Grabarten anbieten. Foto: Jacqueline Fritsch

Alternative Grabarten soll es bald auf noch mehr Friedhöfen geben. Die Rasen- und Baumgräber erfordern weniger Pflege durch die Angehörigen und werden immer beliebter.

Filder - Das Grab eines Angehörigen zu pflegen nimmt meist viel Zeit in Anspruch. Im Sommer verwelken die Blumen sehr schnell, im Winter muss etwas her, das den Bodenfrost übersteht. Für Menschen, die in einer anderen Stadt leben oder wenig Zeit haben, bleibt oft nur eine Friedhofsgärtnerei als Lösung. Gräber, die wenig Pflege benötigen, sind deshalb immer gefragter. Diese sogenannten alternativen Grabarten sind inzwischen auf vielen Friedhöfen zu finden.

Zu den alternativen Grabarten zählen zum Beispiel Rasen- und Baumgräberoder Gemeinschaftsgrabanlagen. Der Gemeinderat hat jüngst beschlossen, dass das Angebot an solchen pflegeleichten Gräbern in Stuttgart erweitert werden soll, da diese Grabarten gut angenommen werden und zu einem grünen Landschaftsbild beitragen. In Stuttgart gibt es 41 städtische Friedhöfe. „Spätestens Anfang 2018 bieten 27 davon alternative Grabarten an“, sagt Harald Aust vom Garten-, Friedhofs- und Forstamt. Er ergänzt: „Es wäre wünschenswert, das auf allen Friedhöfen anbieten zu können.“ Doch auf manchen sei einfach nicht genügend Platz dafür. In den Stadtbezirken Möhringen und Vaihingen und in dem Stadtteil Kaltental gibt es auf drei der fünf Friedhöfen bereits Rasen-, Baum- oder Gemeinschaftsgräber.

Es gibt bereits alternative Gräber in den Bezirken

Auf dem Buchrainfriedhof hat die Stadt 2016 220 Baumgräber anlegen lassen. Der etwa 3000 Quadratmeter große Bereich umfasst die Abteilungen 60 und 61 und befindet sich oberhalb des Mahnmals. Das Gebiet hat einen waldartigen Charakter. Dort wachsen überwiegend Buchen, Hainbuchen und Eichen. Das soll auch so bleiben. Gärtner achten darauf, dass die Urnen so zwischen die Wurzeln gelegt werden, dass der Baum keinen Schaden nimmt. Die Friedhofsverwaltung bringt die kleinen Schildchen an. Zusätzliche Wege wurden und werden nicht angelegt. Die Vorlage des Gemeinderats sieht bei Bedarf eine Erweiterung der Baumgräber vor.

Von Juli dieses Jahres an soll es auf dem Buchrainfriedhof auch Rasengräber geben. 115 Stück sind geplant. Auf einem solchen Grab wird nach der Beisetzung pflegeleichter Rasen gesät. Die Angehörigen haben die Möglichkeit, eine Grabplatte mit den Namen und den Daten der Verstorbenen anfertigen zu lassen. Diese Tafeln befinden sich dann entweder auf der Wiese oder am Rand der Rasenfläche.

Auch auf dem Alten Friedhof Vaihingen weist die Stadt von Juli an neue Rasengräber aus. Das Gartenamt plant dort 25 Stück. Gemeinschaftsgrabanlagen gibt es dort bereits seit dem vergangenen Jahr. Der Friedhof Möhringen bekommt in diesem Jahr 40 Rasengräber, Gemeinschaftsgrabanlagen sind in Vorbereitung.

Nicht alle Friedhöfe sind für diese Grabarten geeignet

Ob alternative Grabarten in Zukunft auch auf den Friedhöfen in Kaltental und Rohr angeboten werden können, muss noch geprüft werden. „Wir müssen gucken, ob es dort genügend Freiflächen und geeignete Bäume gibt“, erklärt Aust. Da für dieses Jahr aber bereits viele Änderungen geplant sind, könne dies frühestens im kommenden Jahr geschehen.

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